
Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Vom 8. bis 30. Mai 2026 findet das diesjährige Queer Festival Heidelberg statt. Als eines der wichtigsten Festivals für queere Kultur in Deutschland, macht das Queer Festival mit einem internationalen Programm aus Musik, Film, Literatur, Performance und Kunst queere Lebensrealitäten in ihrer Vielfalt sichtbar. Jetzt sind die ersten Programmpunkte veröffentlicht.
Seit seiner Gründung im Jahr 2009 hat sich das Queer Festival Heidelberg von einem lokalen Kulturprojekt zu einer bundesweit und international wahrgenommenen Plattform für queere Kunst, politische Diskurse und Community-Building entwickelt. In einer Zeit, in der queere Lebensrealitäten zunehmend unter Druck geraten, versteht sich das Festival bewusst als Raum für Sichtbarkeit, Solidarität und kulturellen Widerstand.
Bereits am 13. März 2026 setzt eine Vorab-Veranstaltung einen ersten inhaltlichen Akzent zur diesjährigen Festivalausgabe: Mit ihrem Programm „Beklaute Frauen – Die Show“ ist die Historikerin, Autorin und Publizistin Leonie Schöler im Karlstorbahnhof Heidelberg zu Gast. In ihren Arbeiten zu Macht, Erinnerungskultur und marginalisierten Perspektiven eröffnet sie thematisch den Rahmen der kommenden Festivalausgabe.
Die Festivaleröffnung am 8. Mai 2026 wird erneut gemeinsam mit der Stadt Heidelberg als großer Empfang veranstaltet. Die Beauftragte der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, Sophie Koch, wird ein Grußwort sprechen. Das weitere Programm ist aktuell noch ein Geheimnis der Veranstalter*innen. So viel sei jedoch verraten: Der Abend wird von der queeren Ikone Lilo Wanders gehostet. Bundesweit bekannt geworden durch die TV-Sendung „Wa(h)re Liebe“, die sie zehn Jahre lang moderierte, ist Lilo Wanders eine Galionsfigur der queeren Community. Im vergangenen Herbst erschien die Autobiografie „Waren Sie nicht mal Lilo Wanders?“, passend zum 70. Geburtstag der „Aufklärerin der Nation“.
Auf die Eröffnung folgen weitere bereits bestätigte Veranstaltungen:
Zum Eröffnungswochenende bringt Timur am 10. Mai 2026 seine erste Solo-Comedyshow „Unfaggottable“ auf die Bühne. Eine Show zwischen Stand-up, Tagebuch und Therapie, die das Publikum mitnimmt in eine Welt voller Witz, Weltschmerz und Wohlfühlchaos.
Am 12. Mai 2026 liest Ozan Zakariya Keskinkılıç aus seinem Debütroman „Hundesohn“, in dem er radikal und zugleich poetisch Fragen von Männlichkeit, Herkunft, Gewalt und queerer Selbstverortung verhandelt.
Baran Kok ist am 15. Mai 2026 zu Gast und steht für eine neue, politisch bewusste Generation queerer Popkultur. Als schwuler Rapper bringt er eine Perspektive ein, die im deutschsprachigen Hip-Hop bislang kaum Gehör fand.
Am 21. Mai 2026 tritt Mariybu beim Queer Festival Heidelberg auf. Ihre Auftritte stehen für feministische Selbstermächtigung und sind seit Jahren fester Bestandteil queerer Gegenwartskultur.
Ein zentrales inhaltliches Element des Queer Festivals 2026 ist zudem die internationale Queer Festival Foto-Ausstellung. Der Open Call zum Thema „Holding Each Other – Community Care in Times of Crises“ erhielt über 200 Einreichungen aus aller Welt. Vor dem Hintergrund eines weltweit rauer werdenden politischen Klimas für queere Menschen rückt die Ausstellung queere Fürsorge, gegenseitige Unterstützung und Solidarität in den Mittelpunkt. Gezeigt werden fotografische Arbeiten, die Care-Arbeit, Widerstand und Zusammenhalt innerhalb queerer Communities sichtbar machen. Das Thema prägt darüber hinaus die gesamte Festivalausgabe als inhaltliches Leitmotiv.
„Die Reaktionen auf die ersten Programmpunkte zeigen bereits deutlich, wie groß der Bedarf an queeren Räumen, Erzählungen und Begegnungen weiterhin ist“, erklären die Veranstalter*innen. „Das Queer Festival Heidelberg ist 2026 als kultureller Schutzraum, politischer Resonanzkörper und Ort gelebter Community wichtiger denn je.“
Das Queer Festival Heidelberg wird veranstaltet von Queer Play e.V. und dem Kulturzentrum Karlstorbahnhof. Das Festival wird von der Stadt Heidelberg im Rahmen der „Rainbow City Heidelberg“ gefördert. Weitere Informationen sowie ab März das vollständige Programm gibt es unter www.queer-festival.de
Quelle: Kulturhaus Karlstorbahnhof
Zuletzt aktualisiert am 5. Februar 2026, 20:10







































