
Blick in die gut besuchte Festhalle.
Brühl/Metropolregion Rhein-Neckar – Beim Neujahrsempfang 2026 der Gemeinde Brühl begrüßte Bürgermeister Dr. Ralf
Göck über 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Bürgerschaft, darunter die Landtagsabgeordneten Dr. André Baumann und Andreas Sturm sowie
Schwetzingens OB Matthias Steffan, die beiden aus Brühl stammenden Bürgermeister, Pascal Wasow (Epfenbach) und Selcuk Gök (Tengen) und
Ortsvorsteher Theo Böhm aus dem benachbarten Otterstadt.
In seiner halbstündigen Ansprache stellte er das Leitmotiv „Wesentliches für Brühl und Rohrhof erhalten“ in
den Mittelpunkt und spannte den Bogen von hoher Lebensqualität über angespannte Gemeindefinanzen bis hin zu gesellschaftlichem Zusammenhalt.
Musikalisch eröffnet wurde der Empfang von dem Gesangs-Ensemble „Made4Music“ unter der Leitung von Silvia Klingel. Göck dankte den vier Gesangsprofis für die Gestaltung des Vormittags und wünschte allen Anwesenden ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch „Made4Music“ (Jens van der Zee (v.l.), Silvia Klingel, Michael Lang und Ralf Piepenstock).
Hohe Lebensqualität in Brühl und Rohrhof
Der Bürgermeister betonte, dass Brühl trotz globaler Krisen weiterhin gute
Zukunftschancen habe. Die Nähe zur Natur, eine verkehrsgünstige Lage, sanierte
Schulen, moderne Kindertageseinrichtungen, eine gute Nahversorgung sowie ein
vielfältiges Kultur- und Vereinsleben machten die Gemeinde zu einem attraktiven
Wohnort in der Metropolregion Rhein-Neckar.
Brühl biete Lebensqualität für alle Generationen und gesellschaftlichen Gruppen.
„Diese gute Gesamtsituation dürfen wir bei allen Herausforderungen nicht aus dem
Blick verlieren“, so Göck.
Kommunen unter finanziellem Druck
Deutlich sprach Göck die zunehmenden finanziellen Belastungen der Kommunen an.
Steigende Sozialausgaben, höhere Kreisumlagen und Investitionen in
Pflichtaufgaben setzten die Gemeinde stark unter Druck. Allein die Kreisumlage
steige von rund sieben Millionen Euro im Jahr 2025 auf etwa 8,5 Millionen Euro im
Jahr 2026.
Göck forderte Reformen sowohl auf der Ausgaben- als auch auf der Einnahmenseite
und plädierte für Gerechtigkeit bei der Finanzierung der zahlreichen teilweise neuen
Aufgaben von der Erneuerung der Infrastruktur über die Wehrhaftigkeit und
Sicherheit bis hin zur Stützung der Wirtschaft. Sozialleistungen müssten überprüft
und zugleich breitere Schultern stärker herangezogen werden.
Offenheit bei Leistungen und Standards
An konkreten Beispielen machte der Bürgermeister deutlich, dass nicht alle Wünsche
erfüllbar seien. So verursache das Hallenbad jährlich hohe Defizite, die nicht durch
zusätzliche Angebote ausgeglichen werden könnten. Ziel müsse es sein, Defizite im
laufenden Betrieb zu reduzieren und durch Fördermittel umfassend zu sanieren, um
das Bad langfristig zu erhalten. Dafür sei eine gemeinsame Kraftanstrengung
notwendig.
Auch beim Wohnungsbau sprach Göck Klartext. Zwar gebe es hochpreisige
Neubauten, zugleich aber auch erschwingliche Bestandswohnungen und Wohngeld.
Die neuen Sozialwohnungen der Gemeinde hätten weniger Bewerber als erwartet
gefunden. Sie seien möglichen Bewerbern „zu klein“. Von einer generellen
Wohnungsnot könne daher nicht gesprochen werden. Aufgabe der Kommune sei es,
angemessenen Wohnraum bereitzustellen – nicht Wunschwohnungen zu bauen oder
zu subventionieren.
Investitionen in Bildung und Betreuung
Brühl verfüge inzwischen über ausreichend Kindergartenplätze; deren Zahl habe sich
in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Die Schulen würden gut
ausgestattet und die Horte weiter ausgebaut, etwa durch den Neubau des
Sonnenschein-Hortes an der Schillerschule. Trotz hoher Betriebskosten sollen die
Gebühren für Kinderbetreuung auch 2026 familienfreundlich bleiben und moderat
steigen. Gebührenfreiheit könne man sich jedoch in Brühl nicht leisten. Sein Dank
galt den Erzieherteams bei der Gemeinde und den Kirchen und ihren Pfarrern, die
einige Kinder-Tageseinrichtungen führen.

Wolfram Gothe (Vereinsvertretervorsitzender) überreicht BM Dr. Ralf Göck das obligatorische Neujahrsgeschenk.
Die Gemeinde wachse behutsam: Mit neuen Wohngebieten wie der „Grünen Mitte“
liege die Einwohnerzahl inzwischen bei rund 14.630. Gleichzeitig sei Brühl regional
führend im Bereich betreuter und seniorengerechter Wohnformen: Mit 250
Heimplätzen und bald ebenso vielen „Betreuten Wohnungen“ zum selbstbestimmten
Leben im Alter sei Brühl gut vorbereitet auf den demographischen Wandel.
Sowohl die Jahn- als auch die Schiller-Grundschule seien ausgebucht, die Marion-
Dönhoff-Realschule verzeichne einen neuen Rekord an Schülerinnen und Schülern,
dankte Göck den drei Schulteams. Das alles müsse mit weniger Mitteln von der
Gemeinde geleistet werden, denn die Gemeindefinanzen seien seit drei Jahren
defizitär, 2025 am wenigsten, man habe konsolidiert.
Ehrenamt, Sicherheit und Zusammenhalt
Ein besonderer Dank galt den vielen Ehrenamtlichen, etwa in Vereinen, Feuerwehr,
Rotem Kreuz, Integrationsarbeit und Nachbarschaftshilfe. 60 Feuerwehrleute
absolvierten 2025 insgesamt 182 Einsätze. Und feierten ihre Jubiläen „125 Jahre
Feuerwehr“ und „100 Jahre Spielmannszug“, dankte er für die gut organisierten und
besuchten Veranstaltungen. Auch die Polizei meldete eine weiterhin niedrige Zahl
von Wohnungseinbrüchen.
Göck hob die Bedeutung von gegenseitigem Respekt, Toleranz und Mitwirkung
hervor. Projekte zur Barrierefreiheit, zur Unterstützung älterer und kranker Menschen
sowie zur Integration trügen wesentlich zum guten Miteinander in Brühl bei.
Er wies auf den 1050. Geburtstag des Ortsteils Rohrhof hin, der vom 17. bis 19. Juli
gebührend gefeiert werde „mit einem kleinen zu der schwierigen Haushaltslage
passenden Fest“. Als bleibende Erinnerung an das Ortsjubiläum errichte der Bauhof
demnächst einen „Römer“-Spielplatz, der an die dort gefundenen Reste aus jener
Zeit anknüpfe. Hierfür seien schon Spenden eingegangen – wer sich beteiligen
möge, dürfe sich gerne melden.
Blick über die Gemeindegrenzen hinaus
Die Pflege von Partnerschaften und internationalen Kontakten sei eine wichtige
Antwort auf globale Krisen. Neben den bestehenden Städtepartnerschaften
Ormesson-sur-Marne, Weixdorf-Dresden und Dourtenga berichtete Göck über neue
Kontakte nach Indien, insbesondere mit Blick auf die Fachkräftegewinnung. Auch
Klimaschutz bleibe ein zentrales Thema, unter anderem durch das
Umweltförderprogramm, kostenlose Busfahrten durch Brühl und Rohrhof und
zahlreiche Bürgerprojekte, die hier mit anpacken.
Dank und Ausblick
Zum Abschluss dankte Bürgermeister Göck den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
der Gemeindeverwaltung, der Volkshochschule, der Jugendmusikschule und den
Machern des „Inselcamping am Kollersee“ sowie der lokalen Presse für ihre Arbeit.
Er rief dazu auf, auch künftig im Gespräch zu bleiben und gemeinsam Verantwortung
für die Entwicklung der Gemeinde zu übernehmen.
Gothes Grußwort:
Vereine leisten Beachtliches
In seinem Grußwort aus Sicht der Brühler und Rohrhofer Vereinswelt lobte IG-
Vorsitzender Wolfram Gothe die ehrenamtlich Aktiven, erinnerte an zahlreiche
Jubiläen und runde Geburtstage, an denen die „IG Vereine“ stets kleine
Geldgeschenke überreiche. Aus 2025 fand er das Jubiläum der Feuerwehr
besonders erwähnenswert, denn hier sei eine gute Zusammenarbeit mit Vereinen
gelungen, die mit eigenen Angeboten ihre Kasse aufbessern konnten. Diese
Zusammenarbeit der Vereine untereinander müsse auch im Bereich der
Straßenkerwe verstärkt werden, wies er auf die nachlassende Bereitschaft der
Vereine hin, an dem dreitägigen Fest teilzunehmen. Hier werde auch schmerzlich
eine Veranstalterin vermisst wie die Rohrhofer „IG Sommerfest“.
Mittlerweile habe die IG 45 Mitglieder und mit dem Reiterverein „Kollerinsel“ und dem
Brühler Eishockeyclub „Die Bandenmonster“ gebe es auch zwei neue.
Unter dem Motto „1050 Jahre Rohrhof – die symbadische Perle am Rhein“ feiere
man in Rohrhof, sei man doch 181 Jahre älter als Brühl. Ein Festakt am Freitag, 17.
Juli und ein um einen Mittelaltermarkt „erweitertes“ Rohrhofer Sommerfest am 18.
und 19. Juli bildeten das Feier-Wochenende. Weiter werde der Stabhalterplatz mit
Bezug auf den letzten Stabhalter Gustav Neff eine „künstlerische“ Aufwertung
erfahren.
Schließlich riet Gothe allen Gästen, ihre großen und kleinen Anlässe zu feiern, denn
Feiern verbreite gute Laune und Lebensfreude und fördere den Zusammenhalt.
Beispielhaft erwähnte er die Kirchengemeinden, die das Weihnachtsfest so vielfältig
gefeiert hätten: „Das hat mich innerlich berührt.“
Bildquelle:
Dorothea Lenhardt
Quelle: Bürgermeisteramt Brühl
Zuletzt aktualisiert am 29. Januar 2026, 21:19
































