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Heidelberg -„Augen auf“-Kinotag zum Holocaust-Gedenktag

Mrn news platzhalter logo 5Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Der „Augen auf“-Kinotag findet zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. und 28. Januar 2026 bundesweit statt. Unter dem Motto „Wann erheben wir unsere Stimme?“ wird dazu eingeladen, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und zu fragen: Was bedeutet sie für uns heute? Bei dem „Augen auf“-Kinotag handelt es sich um eine Initiative der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und feierte 2025 Premiere. Mit dabei ist diesmal auch Heidelberg dank der Kooperation des Gloria-Kinos mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma sowie dem Critical Film & Image Hub an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität. Finanziell unterstützt wird das vielfältige Programm vom Runden Tisch gegen Rassismus der Stadt Heidelberg. Zum Auftakt wird am 27. Januar um 10 Uhr Bürgermeisterin Stefanie Jansen, Dezernentin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit, die ersten Schulklassen im Gloria-Kino begrüßen.

„Das Programm ‚Augen auf‘ richtet sich besonders an junge Menschen in unserer Stadt. Es soll sie ermutigen, sich aktiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und gegen Antisemitismus, Antiziganismus und jede Form von Ausgrenzung einzutreten. Das Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus ist unverzichtbar, um aus der Vergangenheit Verantwortung für die Zukunft abzuleiten“, so Bürgermeisterin Stefanie Jansen.

Das Medium Film und Kino eröffnet vor allem für junge Menschen emotionale und Empathie stärkende Zugänge zu historischen Ereignissen des Nationalsozialismus und zu Biografien der Verfolgten. Mit vier ganz unterschiedlichen und pädagogisch begleiteten Filmen richtet sich der „Augen auf“-Kinotag am Vormittag daher insbesondere an Schulklassen von der Klassenstufe 3 bis zur Oberstufe. Dazu sind aber auch alle anderen Kino-Fans eingeladen. Zusätzlich gibt es eine für alle Interessierten offene Sondervorstellung zur Deutschland-Premiere von „Delegation“ am Abend des Holocaust-Gedenktages um 18 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro pro Person.
Schulklassen können sich unter freimuth@gloria-kamera-kinos.de für den Besuch der Filmvorführungen anmelden.

Die Filme im Einzelnen:
Der Staat gegen Fritz Bauer (Deutschland 2015)
Dienstag, 27. Januar, um 10 Uhr (Altersempfehlung ab Klasse 9 / 14 Jahre)
Deutschland 1957. Während die junge Bundesrepublik die NS-Zeit hinter sich lassen will, kämpft ein Mann unermüdlich dafür, die Täter im eigenen Land vor Gericht zu stellen: Zwölf Jahre nach Kriegsende erhält der kompromisslose Generalstaatsanwalt Fritz Bauer den entscheidenden Hinweis darauf, wo sich der frühere SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann versteckt halten soll. Gemeinsam mit dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann beginnt Bauer, die Hintergründe zu recherchieren. Doch es formiert sich Widerstand bis in die höchsten Kreise von Staat und Gesellschaft. Ein scheinbar aussichtsloser Kampf gegen unsichtbare Gegner beginnt, doch Bauer und Angermann geben nicht auf, wohl wissend, dass ihnen die Jagd auf Eichmann sowohl beruflich als auch privat alles abverlangen wird.
Im Anschluss gibt es ein Filmgespräch mit Dr. Sarah Lias Ceide vom Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Universität Heidelberg

Zirkuskind (Deutschland 2025)
Dienstag, 27. Januar, um 11 Uhr (Altersempfehlung ab Klasse 3 / 8 Jahre)
Santino ist ein Zirkuskind. Sein Uropa „Ehe“ ist einer der letzten großen Zirkusdirektoren Deutschlands und erzählt ihm in dem Dokumentarfilm die Geschichten seiner Vorfahren: von der Freundschaft zu einem Elefanten, von Abschieden und Neuanfängen und von seinen ersten Schritten als Clown in der Manege, aber auch von Vorurteilen in der Gesellschaft und von der Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus. Zirkuskind erzählt zudem vom Aufwachsen mit der Familie und den Tieren, von den magischen Momenten im Zirkus und von denen, die seit Generationen die Kunst und Unterhaltung in die Arena bringen. Ein dokumentarisches Roadmovie mit zauberhaften Animationen für Kinder und deren Familien sowie natürlich für alle Erwachsenen über das Leben einer Zirkusfamilie zwischen Alltag und Faszination. Gezeigt wird auch ein Interview mit Protagonist Santino (Aufzeichnung: Critical Film & Image Hub).

Regisseurin Julia Lemke kommt für das anschließende Filmgespräch nach Heidelberg.

Deutschland-Premiere von Delegation (Polen, Deutschland, Israel 2023)
Dienstag, 27. Januar, um 18 Uhr (Altersempfehlung ab Klasse 9 / 14 Jahre)
Eine Delegation junger Israelis reist nach Polen, um dort die von Deutschen errichteten Konzentrationslager zu besichtigen. Unter ihnen sind der etwas schüchterne Frisch, die künstlerisch ambitionierte Nitzan und Mädchenschwarm Ido. Zu den historischen Mahnmalen bringen sie ihre eigene Geschichte mit. Es ist der Abschluss ihrer gemeinsamen Schulzeit, der Militärdienst steht bevor. Und so entspinnt sich vor dem Hintergrund der zentralen jüdischen Katastrophe des 20. Jahrhunderts eine Dreiecksgeschichte aus Liebe, Freundschaft und Politik. Mit beeindruckender Einfühlsamkeit und Ernsthaftigkeit lässt sich dieser Coming-of-Age-Film auf die Gefühle, Gedanken, Sehnsüchte und Ängste seiner jugendlichen Hauptfiguren ein. Die Zuschauenden erhalten tiefe Einblicke in ihre Konflikte und ihre Verbundenheit. Am Ende der Reise werden alle drei andere Personen sein, als sie zuvor waren.
Im Anschluss Filmgespräch mit Dr. Louise Hecht (Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg) und David Rosenberg (Landesverband Deutscher Sinti und Roma sowie jüdischer Studierendenverband Rheinland-Pfalz).

Das geheime Stockwerk (Deutschland, Österreich, Luxemburg 2025)
Mittwoch, 28. Januar, um 10 Uhr (Altersempfehlung ab Klasse 5 / 10 Jahre)
Der zwölfjährige Karli zieht mit seiner Familie in die Alpen, wo sich seine Eltern endlich den Traum vom eigenen Hotel erfüllen. Bei seinen Streifzügen durch das ehemalige Grand Hotel entdeckt er, dass er in einem alten Lastenaufzug in der Zeit reisen kann – und landet im Jahr 1938! Karli freundet sich dort mit dem jüdischen Mädchen Hannah, das mit seinem Vater dort zu Gast ist, und dem Schuhputzerjungen Georg an. Doch Karli wagt nicht, seinen Freunden zu erzählen, was er über das Jahr 1938 erfährt, und warum es lebenswichtig ist, dass Hannah nicht nach Berlin zurückkehrt. Als Georg zu Unrecht des Diebstahls bezichtigt und gefeuert wird, wollen seine neuen Freunde ihm helfen und den wahren Gauner finden. Dabei entdecken die drei, dass im Hotel seltsame Dinge vor sich gehen. Ist der gutaussehende Pianist Bruno ein Juwelendieb? Und steckt Hannahs Vater mit ihm unter einer Decke?
Die Kinder beschließen, das Rätsel zu knacken und finden heraus, dass sich hinter der Hotelfassade ein riesiges Geheimnis verbirgt!
Im Anschluss gibt es ein Filmgespräch mit Marie Bammel (Filmbotschafterin der Stiftung EVZ)

Kurzfilmrolle: Wesley schwimmt (Deutschland 2024) und Menschen können zweimal sterben (Deutschland 2019-2022)
Mittwoch, 28. Januar, um 11 Uhr (Altersempfehlung ab Klasse 8 / 13 Jahre)
Wesley Höllenreiner ist 14 Jahre alt. Und er ist Sinto. Im Sommer 2024 reist er in die Gedenkstätte Auschwitz. Vor 80 Jahren war Wesleys Uropa Hugo Höllenreiner als Kind in Auschwitz interniert. Er überlebte mit seinen Eltern und seinen Geschwistern. Schätzungsweise 500.000 Sinti und Roma wurden von den Nazis ermordet. 4.300 von ihnen in nur einer Nacht, vom 2. auf den 3.August 1944 in den Gaskammern von Auschwitz. Als erwachsener Mann schwamm Hugo Höllenreiner in seiner Heimatstadt Ingolstadt gegen den Strom – in der Donau wie in seinem Engagement für die Rechte der Minderheit. Wesley will wissen, was sein Uropa in Auschwitz erleben musste und wie er dessen Arbeit weiterführen kann – will sich dafür einsetzen, dass der Völkermord erinnert wird und dass Sinti und Roma keinen Rassismus mehr erfahren müssen.
Unter dem Titel Menschen können zweimal sterben erinnern drei Kurzfilme an den Völkermord an Roma und Sinti und veranschaulichen die Geschichten von Überlebenden und Ermordeten durch animierte Bilder. Es sind drei Geschichten und Schicksale, die nicht nur von „schmerzhaften Wahrheiten“, Tod und Verlust erzählen, sondern auch von Widerstand, Zusammenhalt, Selbstbehauptung und dem Zurückfinden ins Leben.
Im Anschluss gibt es ein Filmgespräch mit Sefora Rosenberg (RomAnity e.V. & Landesverband Deutscher Sinti und Roma Rheinland-Pfalz)

Quelle: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma / Stadt Heidelberg

Zuletzt aktualisiert am 14. Januar 2026, 23:47

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