
Ludwigshafen/Metropolregion Rhein-Neckar – Seit zehn Jahren sind die Sprachkurse für Geflüchtete ein fester Bestandteil der Arbeit des Heinrich Pesch Hauses (HPH).
Was 2015 mit einem Willkommenscafé und ersten niedrigschwelligen
Sprachangeboten begann, ist heute ein dauerhaftes, lebendiges Projekt.
Getragen von großem ehrenamtlichem Engagement werden an sieben Terminen
viele Sprachlevels gleichzeitig angeboten. Damit das Angebot auch
weiterhin bestehen kann, sucht das HPH nun neue freiwillige
Sprachhelferinnen und Sprachhelfer.
„Sprache ist der Schlüssel zur Teilhabe“, betont Tobias Zimmermann
SJ, Direktor des HPH. Das Haus verstehe sich als Ort der Solidarität,
der Verständigung und der Begegnung – ganz in der Tradition seines
Namensgebers Heinrich Pesch. Die Sprachkurse seien dabei ein wichtiger
Baustein: „Sie sorgen dafür, dass sich Menschen aufgenommen fühlen.
Das HPH ist eine Tür, durch die Menschen Heimat finden.“
Aktuell ermöglichen knapp 30 Ehrenamtliche den Unterricht in kleinen,
individuell abgestimmten Gruppen. Die Kurse sind kein staatlich
gefördertes Integrationsangebot, sondern eine bewusste Ergänzung:
niedrigschwellig, praxisnah und persönlich. „Finanziert wird das
Projekt ausschließlich über Spenden sowie eine halbe Stelle des
Jesuitenordens – denn die Arbeit mit Geflüchteten ist ein Schwerpunkt
des Ordens“, erläutert Tobias Zimmermann.
Erfolgsgeschichten, die Mut machen
Dass die Sprachkurse im HPH wirken, zeigen zahlreiche persönliche
Erfolgsgeschichten. Viele Teilnehmende haben durch das Angebot den
Einstieg in Arbeit oder Ausbildung geschafft. So auch Svitlana (62) aus
der Ukraine, die seit kurzem in einem Hort arbeitet „Ich liebe die
Atmosphäre im Unterricht. Es ist eine gute Möglichkeit, meine
Deutschkenntnisse zu verbessern.“
Oder Supriya Negi aus Indien, die sich auf ihre Pflegeausbildung
vorbereitet: „Im HPH kann ich regelmäßig sprechen – ohne
Prüfungsdruck.“ Für viele Lernende sind die Ehrenamtlichen mehr als
Lehrkräfte: „Sie sind Mentoren, Freunde – sie haben uns geholfen,
in Deutschland anzukommen.“
Ehrenamt mit Wirkung
Seit 2021 ist auch Manfred Pfeiffer (78) als Sprachhelfer im Einsatz:
„Es macht mir sehr viel Spaß, den Leuten Deutsch beizubringen.
Besonders freue ich mich, wenn mir ehemalige Teilnehmer auf der Straße
begegnen und erzählen, dass sie nun arbeiten oder eine Ausbildung
machen.“
Das Engagement wirkt dabei in beide Richtungen: Manche der
Kursteilnehmenden bringen sich inzwischen selbst ehrenamtlich ein –
etwa bei der Essensausgabe von Mahlzeit LU oder selbst als
Unterrichtende.
Mitmachen erwünscht
Um das hohe Interesse an den Sprachkursen weiterhin auffangen zu
können, sucht das HPH nun neue Ehrenamtliche. Vorkenntnisse sind
hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. „Was man vor allem
mitbringen sollte, ist die Liebe zur Sprache und zu den Menschen“,
sagt Koordinator Matthias Rugel SJ. Die Sprachkurse finden von montags
bis donnerstags von 10 Uhr bis 11:30 Uhr und montags, dienstags und
donnerstags von 19 Uhr bis 20:30 Uhr statt. Die Ehrenamtlichen können
frei wählen, zu welchen Terminen und wie häufig sie unterrichten
möchten. Im Schnitt betreut ein Lehrer drei bis sieben Geflüchtete.
Wer sich engagieren möchte, ist herzlich eingeladen, unverbindlich in
einen Kurs hineinzuschnuppern.
Bild (HPH): Blick in einen Sprachkurs
Quelle: Heinrich Pesch Haus ▪ Katholische Akademie Rhein-Neckar
Zuletzt aktualisiert am 10. Januar 2026, 10:31






































