
Speyer/Metropolregion Rhein-Neckar – Neu im Sankt Vincentius Krankenhaus: ein Team für Patienten
mit kognitiven Einschränkungen
Seit Oktober gibt es im Sankt Vincentius Krankenhaus das Team für Patienten mit kognitiven Einschränkungen
(TKE). Mit zwei neu eingestellten Kolleginnen baut das Krankenhaus seine
geriatrische Kompetenz weiter aus und setzt gezielt auf eine besonders
individuelle, wertschätzende Betreuung von Patientinnen und Patienten mit
kognitiven Einschränkungen, z.B. mit Demenz oder Delir.
Rund 30 bis 40 Prozent der über 65-Jährigen entwickeln während eines Kran-
kenhausaufenthaltes ein Delir, etwa infolge einer Operation. Dabei handelt es
sich um einen akuten, meist vorübergehenden Zustand mit Symptomen wie Hal-
luzinationen, Wahrnehmungsstörungen sowie einen gestörten Tag-Nacht-
Rhythmus. Während hypoaktive Patienten meist in sich gekehrt und kaum an-
sprechbar sind, sind Patienten mit einem hyperaktiven Delir für Pflegekräfte und
Therapeuten oftmals sehr herausfordernd. Ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit
des Teams für Patienten mit kognitiven Einschränkungen liegt daher nicht nur auf
der Betreuung von Delir-Patienten, sondern auch auf der Delir-Prophylaxe.
Aber auch die Begleitung von Patientinnen und Patienten mit Demenz, die im
Krankenhaus behandelt werden müssen, gehört zu den Aufgaben des neuen
Teams. Mit beiden Patientengruppen können die beiden Kolleginnen Elisabeth
Lambert (57), und Susanne Bauer (54) gut umgehen. Denn beide sind seit Jahr-
zehnten in der Pflege tätig und haben spezielle Zusatzausbildungen in der Geri-
atrie.
„Die zentral Frage unserer Arbeit ist: Wie kann ich eine Patientin oder einen Pati-
enten erreichen, damit er gut durch den Krankenhausaufenthalt kommt?“ erläu-
tert Elisabeth Lambert ihre Arbeit. Um diesen ganz individuellen Zugang zu ei-
nem Patienten zu finden, gibt es viele Möglichkeiten.
Zum einen werden gezielt die Sinne angesprochen – etwa durch Aromatherapie, Musik oder vertraute Ge-
genstände von zuhause wie Decken, Kissen, Fotoalben oder persönliche Erinne-
rungsstücke. Auch eine geliebte Puppe oder Teddy können dabei helfen, dem
Patienten in einem für ihn ungewohnten Krankenhausalltag Sicherheit zu vermit-
teln. Daher spielen auch Angehörige eine wichtige Rolle. Das TKE bindet sie
aktiv ein, stellt bei Bedarf auch den telefonischen Kontakt für die Patienten her
und bittet sie, persönliche Dinge oder Bilder von zuhause mitzubringen.
„Um eine Patientin oder einen Patienten zu erreichen, ist die Biografie Arbeit be-
sonders wichtig“, so Bauer. „Wie ist der Patient aufgewachsen? In welchem Um-
feld hat er gelebt? Welchen Beruf hat er ausgeübt? Dieses Wissen der Angehöri-
gen hilft uns enorm, um den kranken Menschen besser zu verstehen und indivi-
duell zu begleiten.“
Manchmal entstehen Zugänge auch auf ungewöhnlichen Wegen: So war es bei
einer Patientin erst möglich, Kontakt aufzubauen, als gemeinsam alte Weih-
nachtslieder gesungen wurden. Doch so unterschiedlich ihre Patienten auch sind,
die Grundlage ihrer Arbeit ist bei allen Patienten gleich, betont Lambert: Eine
wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe, bei der sich das Team bewusst
Zeit nimmt und intensiv auf die einzelnen Bedürfnisse eingeht.
Der Arbeitsalltag im TKE beschreiben beide als sehr abwechslungsreich.
Manchmal genügt es bereits, den desorientierten Patienten bei einem kurzen
Besuch wieder zu „verorten“, indem Orientierung zu Ort und Zeit gegeben wird.
Es kann jedoch auch vorkommen, dass der Kontakt zu einem Patienten länger
und auch wiederholend stattfindet. Wichtig ist, dass sich das Team mit allen an-
deren Berufsgruppen im Haus – darunter Pflege, Ärzte, Logopädie, Ergotherapie
Physiotherapie, Psychologen, Sozialdienst und Seelsorge – austauscht.
Das TKE ist auf allen Stationen im Haus im Einsatz, insbesondere jedoch auf Station
4, wo schwerpunktmäßig geriatrische Patientinnen und Patienten behandelt wer-
den. Daher auch die besonders enge Zusammenarbeit mit Petra Lehmann (58),
der Geriatriekoordinatorin und Praxisanleiterin im Sankt Vincentius Krankenhaus.
„Wir möchten das Licht im Herzen des Menschen erreichen“, beschreibt Elisa-
beth Lambert den eigenen Anspruch. Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen – denn je
zufriedener und sicherer sich ein Patient fühlt, desto größer ist auch der Behand-
lungserfolg.
Mit dem Team für Patienten mit kognitiven Einschränkungen stärkt das Sankt
Vincentius Krankenhaus nachhaltig seine geriatrische Versorgung und unter-
streicht seinen Anspruch, Medizin und Pflege menschlich, individuell und mit
Herz zu gestalten.
Bildunterschrift: Auch nach der Weihnachtszeit ein gutes Team (v.l.n.r.) Elisabeth Lambert, Petra Leh-
mann, Susanne Bauer im Aufenthaltsraum für Patienten der Station 4
Quelle: Sankt Vincentius Krankenhaus
Zuletzt aktualisiert am 6. Januar 2026, 18:44



































