
Diese schöpferische Dichte macht Ackermann in seiner Präsentation lebendig – mit Bildmaterial, Kommentaren und musikalischen Beiträgen von Pianistin Susanne Wendel und Sabine Valentin als Gesangssolistin. Eingerahmt wird der Abend von weiteren musikalischen Werken dieser Epoche: Wendel interpretiert unter anderem den Donauwalzer von Strauß und Valentin trägt das berühmte Lied „Wien, Wien, nur du allein“ vor. So entsteht ein vielschichtiges Porträt Wiens um 1900 – einer Stadt, die zur kulturellen Avantgarde Europas wurde.
Doch das Wien dieser Zeit ist nicht nur geprägt von künstlerischem Glanz, sondern auch von einem kulturellen Umbruch: Die Stadt gilt um die Jahrhundertwende als eine der fruchtbarsten Phasen der europäischen Kulturgeschichte. Die prachtvolle Hochkultur der Ringstraßenarchitektur und die Walzerseligkeit der Strauß-Dynastie verlieren an Strahlkraft – sie werden zur bloßen, „sinnentleerten Dekoration“. Gleichzeitig durchlebt Wien eine kulturelle Übergangszeit, die der Historiker Reinhart Koselleck als „Sattelzeit“ beschreibt. In dieses „Werte-Vakuum“, wie es der Schriftsteller Hermann Broch nannte, bricht die Moderne ein.
Die Gesichter einer Epoche
Künstler und Denker wie Gustav Klimt, Otto Wagner, Adolf Loos, Sigmund Freud, Ernst Mach, Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler und Hermann Bahr prägen eine Epoche, die als Wiener Moderne in die Geschichte eingeht.
Sie schaffen Werke, die tiefgreifende Veränderungen einleiten – in der Malerei, Architektur, Literatur, Philosophie und Psychoanalyse.
Stefan Ackermann beleuchtet in seiner Präsentation nicht nur die künstlerische Vielfalt dieser Zeit, sondern auch die weitreichende Wirkung der Wiener Moderne über die Stadtgrenzen hinaus – etwa durch den Architekten Joseph Maria Olbrich, der nach dem Bau des berühmten Wiener Secessionsgebäudes auch die Mathildenhöhe in Darmstadt mitgestaltete.
Der Eintritt ist frei, jedoch wird um eine Spende gebeten.
Quelle: Stadt Viernheim
Zuletzt aktualisiert am 5. Januar 2026, 21:37



































