
Landau/Metropolregion Rhein-Neckar – Die US-amerikanische Karikaturistin Ann Telnaes ist kürzlich im Alten Kaufhaus
in Landau mit dem Thomas-Nast-Preis 2025 ausgezeichnet worden.
Die in Seattle lebende Pulitzer-Preisträgerin zählt zu den bedeutendsten politischen
Cartoonistinnen der USA. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird vom in Landau ansässigen Thomas-Nast-Verein um die Vorsitzende Gudrun Stübinger-Kohls
verliehen. Er würdigt seit 1978 Künstlerinnen und Künstler, die in der Tradition des aus Landau stammenden Thomas Nast politische und gesellschaftliche
Entwicklungen pointiert kommentieren.
In ihrer Begrüßung würdigte Landaus Beigeordnete Lena Dürphold die
Preisträgerin als eine Stimme, die „mit außergewöhnlicher Klarheit und Mut“
für demokratische Werte eintrete. Telnaes’ Entscheidung, Anfang des Jahres die
Zusammenarbeit mit der Washington Post zu beenden, nachdem ihre Karikatur
über das Verhältnis zwischen Jeff Bezos und Donald Trump nicht veröffentlicht
worden war, sei „ein starkes Zeichen für künstlerische Integrität und
Pressefreiheit“. Lena Dürphold betonte, Karikaturen seien „zugespitzte,
wirksame Formen öffentlicher Debatte“ und dankte Telnaes dafür, „dass sie
zeichnet, wo andere schweigen“.

Hans-Joachim Schatz, Mitglied im Vorstand des Thomas-Nast-Vereins, hob in
seiner Laudatio die künstlerische Haltung der Preisträgerin hervor, und zog
Parallelen zu Thomas Nast, der im 19. Jahrhundert Korruption und
Machtmissbrauch sichtbar machte. Auch Ann Telnaes’ Arbeiten zu sozialer
Ungerechtigkeit, politischer Korruption und demokratischen Gefährdungen
zeigten, „wie ein Zeichenstift zu einem Werkzeug der Wahrheit werden kann“.
Dieser stehe „für Mut, für Standhaftigkeit und für eine Wahrheit, die oft bitter
ist“. Ihre international diskutierte Karikatur, die Ende 2024 für Aufsehen sorgte,
sei ein Beispiel dafür, „wie kritisch und schonungslos die Künstlerin
Machtverhältnisse offenlegt“.

Ann Telnaes bedankte sich für die Auszeichnung und zeigte sich bewegt von der
Verbundenheit mit der Tradition Thomas Nasts.
In ihren Worten klang aber auch die Sorge über die politische Entwicklung in ihrer Heimat an. Sie habe in den
zurückliegenden Jahren erlebt, wie in den USA demokratische Spielräume enger
würden und wie ein zunehmend aggressives politisches Klima die Arbeit von
Journalistinnen und Journalisten, Comedians und Karikaturistinnen und
Karikaturisten erschwere, so die Preisträgerin, die „die freie Presse in den USA in
Gefahr“ sieht. Während Donald Trumps erster Amtszeit habe der Präsident den
Medien zwar gedroht, dabei aber wenig bewirkt. Jetzt, in seiner zweiten
Amtszeit, brauche es diese Drohungen kaum noch, da viele Verlagshäuser lieber
ihre finanziellen Interessen schützten, als konsequent die Unabhängigkeit und
Freiheit der Presse zu verteidigen, so Telnaes.
Bildunterschriften:
1: Ann Telnaes ist kürzlich im Alten Kaufhaus in Landau mit dem Thomas-Nast-
Preis 2025 ausgezeichnet worden. (Quelle: Stadt Landau)
2: Beigeordnete Lena Dürphold (l.) und die Vorsitzende des Thomas-Nast-Vereins
Gudrun Stübinger-Kohls (M.) gratulieren Ann Telnaes zur Auszeichnung mit dem
Thomas-Nast-Preis. (Quelle: Stadt Landau)
3: Ann Telnaes hatte Anfang des Jahres die Zusammenarbeit mit der Washington
Post beendet, nachdem ihre Karikatur über das Verhältnis zwischen Jeff Bezos
und Donald Trump nicht veröffentlicht worden war. (Quelle: Stadt Landau)
Pressemitteilung der Stadt Landau in der Pfalz.
Zuletzt aktualisiert am 13. Dezember 2025, 12:29
































