Mannheim / Mannheim-Neckarstadt / Metropolregion Rhein-Neckar. Melanchthonkirche: Pfarrer Peter Geißert und Pfarrerin Laura-Maria Knittel werden am 21. Dezember, 15 Uhr in einem festlichen Gottesdienst verabschiedet
Am 4. Advent, dem 21. Dezember, wird in der Melanchthonkirche (Neckarstadt) um 15 Uhr ein Gottesdienst zur Verabschiedung von Pfarrer Peter Geißert und Pfarrerin Laura-Maria Knittel gefeiert. Beide wechseln die Stelle: Pfarrer Geißert wirkt ab 1. Februar 2026 in der Klinikseelsorge im Städtischen Klinikum Karlsruhe, mit jeweils einem halben Deputat an der somatischen und an der psychiatrischen Klinik. Pfarrerin Knittel ist bereits seit 1. November 2025 für die badische Landeskirche im Bereich „Nachwuchsgewinnung und kirchliche Studienbegleitung“ tätig. Die in der Neckarstadtgemeinde frei werdenden 1,5 Pfarrstellen werden wiederbesetzt.
Pfarrer Geißert: „entdecken, wie Glaube der Seele guttut“
In seinen 27 Jahre in Mannheim hat sich Pfarrer Peter Geißert in ganz unterschiedlichen Gemeindestrukturen eingebracht: Auf der Vogelstang (ab 1998) und auf dem Waldhof (ab 2000), in der Petrusgemeinde in Wallstadt (ab 2002) und seit zehn Jahren in der Neckarstadtgemeinde. An Mannheim, wovon ihm der Abschied nicht leicht fällt, mag er „die lebendige Vielfalt der Quartiere, der Menschen und Lebensentwürfe“. Spannend ist für ihn „wie Kirche in unterschiedlichen Kontexten Sprache findet und welche Formen von Spiritualität den Menschen helfen“, so Pfarrer Geißert. Gerne geht er dabei an Grenzbereiche, „wo Kirche nicht selbstverständlich ist“. So brachte er sich als Seelsorger an der Diakoniekirche Luther ein und gab Religionsunterricht zuletzt nicht in der Schule, sondern in der Justizvollzugsanstalt.
Zehn Jahre Neckarstadt, zwei Amtsperioden im Stadtkirchenrat
Mit dem Blick über den Tellerrand hinaus hat sich Geißert in der Kooperationsregion und in zwei Amtsperioden im Stadtkirchenrat eingebracht. In dieser Phase waren Strukturveränderungen im Bezirk und in der Gemeinde prägend: Auf gemeindlicher Ebene begleitete Geißert im multiprofessionellen Team mit Pfarrpersonen, Diakonin, Kirchenmusikerin, Verwaltungsassistentin sowie Ehrenamtlichen die Gemeindezusammenschlüsse innerhalb der aktuellen Region Neckarstadt und gestaltete als geschäftsführender Pfarrer der fusionierten Neckarstadt auch die Gebäudeprozesse mit. Dazu gehörten zuletzt die Planungen für den anstehenden Umbau der Melanchthonkirche. Auch das Pilotprojekt der Verwaltungsassistenz, die die Pfarrer:innen von Verwaltungsaufgaben entlastet, ist mit Geißerts Wirken eng verbunden. Was in der Neckarstadtgemeinde erprobt wurde, soll sukzessiv in allen ab Januar 2026 sieben Pfarrgemeinden Mannheims eingesetzt werden.
Nach-vorne-Denken
In Mannheim, so Pfarrer Geißert, sei das „Nach-vorne-Denken aufgrund der besonderen großstädtischen Dynamik unvermeidlich“. Das gelte auch für den Gebäudeprozess bei der Verabschiedung von Kirchgebäuden. Es sei wichtig, „ein Denken einzuüben, bei dem es nicht mehr darum geht, was man sich alles wünscht, sondern was es für kirchliche Arbeit wirklich braucht.“ Er sei überzeugt, dass eine Kirche, die sich auf weniges Wesentliches reduziere, aus ihrem Kern heraus umso mehr Stärke entfalten könne.
Seelsorge
Sein Herz, sagt Pfarrer Geißert, schlage für die Seelsorge, die für ihn eine Grunddimension seines Arbeitens sei: in Gesprächen und Gottesdiensten, im Schulunterricht, der Konfi-Arbeit und den Kasualien. Immer gehe s darum zu „entdecken, wie Glaube der Seele guttut, wie Spiritualität Menschen aufbaut, stärkt, orientiert, Zuversicht weckt und Gemeinschaft fördert.“ Mit dem Wechsel in die Klinikseelsorge widme er sich noch einmal ganz dem, was der Pfarrberuf für ihn „ausmacht: individuelle Seelsorge und Begleitung, ganzheitliche Spiritualität und die Kontextualität des christlichen Glaubens, der nur situationsbezogen heilsam und wahr ist“.
Pfarrerin Knittel: sich stark machen für „Himmlische Berufe“
Pfarrerin Knittel widmet sich seit 1. November mit dem Slogan „Sinn, Lebensglück Zukunft“ den „Himmlischen Berufen“: Gerade weil sie aus vollem Herzen Gemeindepfarrerin sei, so Knittel, sei es ihr ein großes Anliegen, „junge Menschen für den Pfarrberuf, als Diakon:innen und Religionslehrkräfte zu begeistern“. Deshalb hat sie sich auf die neu eingerichtete landeskirchliche Stelle beworben, bei der Studierende durch ihr Studium begleitet werden: mit Seelsorge, mit Praktikumsbegleitung und mit Tagungen, die die Kluft zwischen dem wissenschaftlichen Studienalltag und dem späteren praktischen Berufsleben überbrücken sollen. Die landeskirchliche Nachwuchsgewinnung hatte sie bereits während ihrer Mannheimer Zeit mit einem Dienstanteil unterstützt.
Um die vielfältigen Erfahrungen, die sie seit 2020 als Gemeindepfarrerin in der Neckarstadt sammeln konnte, sei sie „unendlich dankbar“, sagt Laura-Maria Knittel. Insbesondere das Arbeiten im Kontext Kasualien, Kinderchor und Konfirmand:innen, das helfende Begleiten von Geflüchteten und ihr Wirken als „Bezirksbeauftragte für Ökumene und Kirche weltweit“ haben ihre Mannheimer Zeit geprägt. Die Konfirmand:innen-Gruppe wird sie bis zur Konfirmation begleiten.
An den Verabschiedungsgottesdienst am 21. Dezember, 15 Uhr, in der Melanchthonkirche schließt sich ein Beisammensein bei Musik, mit Sekt und Gesprächen an. Die Feier gestalten Pfarrer Geißert und Pfarrerin Knittel und Dekanstellvertreterin Anne Ressel. Angesichts der unbesetzten Pfarrstellen in der größten Gemeinde der Evangelischen Kirche Mannheim wird dort vom 15. Dezember bis auf weiteres Pfarrerin im Probedienst Dr. Johanna Falkenhahn eingesetzt. (dv)
BU: Pfarrer Peter Geißert und Pfarrerin Laura-Maria Knittel in der Melanchthonkirche, wo sie am 4. Advent in einem Gottesdienst verabschiedet werden. Foto: de Vos
Quelle:
Evangelische Kirche in Mannheim
Zuletzt aktualisiert am 9. Dezember 2025, 10:26

































