Stuttgart / Mannheim / Metropolregion Rhein-Neckar – Angesichts hoher und steigender Zahlen von Gewalt gegen Frauen in Deutschland fordern die SPD Frauen Baden-Württemberg deutlich mehr gesamtgesellschaftliche Anstrengungen für ein konsequent gewaltfreies und konsensuelles Geschlechterverhältnis. Zur Prävention geschlechtsbezogener Gewalt ist es fundamental, Kinder bereits frühzeitig gleichstellungsorientiert zu erziehen und die Präventionsarbeit dazu an Schulen auszubauen und die Öffentlichkeit für Gewalt gegen Frauen zu sensibilisieren. Die SPD Frauen setzen sich deshalb auch für eine flächendeckende Medienbildung für Jugendliche zu Geschlechterstereotypen und zu Gewaltdarstellungen in der Internetpornographie ein, für Aufklärung zur Loverboy-Methode, für die Einführung des Grundsatzes „nur Ja heißt Ja“ im Sexualstrafrecht, sowie für einen Kurswechsel in der Prostitutionspolitik mit einem Verbot, Frauen gegen Geld sexuell zu benutzen. Denn solange irgendeine Form von Gewalt gegen Frauen gesellschaftlich toleriert wird, fördert dies die Gewalt gegen alle Frauen, fördert und verhindert Gleichstellung.
Für Gewaltbetroffene fordern die SPD Frauen Baden-Württemberg die zügige Umsetzung des Gewalthilfegesetzes zum flächendeckenden Ausbau von Frauenhausplätzen und deren solideren Finanzierung auch in Zeiten knapper Kassen. Auch die Zahl der Beratungsstellen und der Gewaltambulanzen muss in diesem Zuge erhöht und mit einer langfristigen und soliden Finanzierung versehen werden, wie im Programm der SPD für die Landtagswahl 2026 beschrieben.
Auch im Jahr 2025 ist es für viele Frauen in Deutschland immer noch nicht selbstverständlich, ein Leben ohne Gewalt und Belästigung zu führen. Frauen und Mädchen werden in vielerlei Hinsicht Opfer von Straftaten und Gewalt, weil sie Frauen und Mädchen sind. Alle drei Minuten erlebt eine Frau oder ein Mädchen in Deutschland häusliche Gewalt. Jeden Tag werden mehr als 140 Frauen und Mädchen in Deutschland Opfer einer Sexualstraftat. Und fast jeden Tag gibt es einen Femizid in Deutschland laut dem Lagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ des Bundeskriminalamts. Angesichts dieser Pandemie der Gewalt gegen Frauen brauchen wir deutlich mehr gesamtgesellschaftliche Anstrengungen für ein Miteinander der Geschlechter, das konsequent gewaltfrei und von Konsens geprägt ist.
„Unser oberstes Ziel muss es sein zu verhindern, dass so viele Frauen Opfer von Gewalt werden und dadurch häufig massiv und teilweise lebenslang beeinträchtigt sind“, betont Dr. Brigitte Schmid-Hagenmeyer, Co-Landesvorsitzende der SPD Frauen. Um Femizide zu verhindern, empfehlen ExpertInnen vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen, Kinder bereits frühzeitig gleichstellungsorientiert zu erziehen. Dazu muss auch die Präventionsarbeit in der schulischen Bildung verstärkt werden, um der Normalisierung von Geschlechterrollenstereotypen und von Gewalt gegen Frauen in der Internetpornographie und Social Media entgegenzuwirken. Wie eine moderne Politik der Null-Toleranz bei Gewalt gegen Frauen aussehen kann, zeigt Frankreich der Einführung des Grundsatzes „nur Ja heißt Ja“ im Sexualstrafrecht sowie dem Verbot, Frauen* in der Prostitution gegen Geld sexuell zu benutzen.
Für Gewaltbetroffene sind niedrigschwellige und flächendeckende Unterstützungsangebote von großer Bedeutung. Deshalb muss das Gewalthilfegesetz trotz knapper Kassen in Baden-Württemberg zügig umgesetzt werden um flächendeckend ausreichend Frauenhausplätze und Beratung zur Verfügung zu haben.
Quelle: SPD BW
Zuletzt aktualisiert am 24. November 2025, 09:54






































