Landkreise Germersheim / Südliche Weinstraße / Landau / Metropolregion Rhein-Neckar – Frauen mit Behinderungen sind überdurchschnittlich häufig von unterschiedlichen Formen von Gewalt betroffen – ob körperlich, psychisch, digital oder sexualisiert. Eine besonders schwerwiegende und oft kaum sichtbare Form ist die strukturelle Gewalt. Sie zeigt sich etwa in fehlender Barrierefreiheit, begrenzter Teilhabe, Abhängigkeiten in Assistenzsituationen oder sozialer Isolation.
Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen laden die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Landau sowie der Landkreise Südliche Weinstraße und Germersheim am Mittwoch, 3. Dezember, zu einem Fachvortrag in die Südpfalzwerkstatt nach Offenbach ein. Die Veranstaltung trägt den Titel „Gewalt. Behindert. Frauen mit Behinderungen erleben täglich strukturelle Gewalt“. Sie wird im Rahmen des STOPP-Arbeitskreises unter der Leitung von Isabelle Stähle (SÜW), Laura Hess (Landau) und Lisa-Marie Trog (GER) in Kooperation mit den Frauenbeauftragten der Südpfalzwerkstatt organisiert.
Die Referentinnen der Koordinations- und Beratungsstelle KOBRA geben Einblicke in die Lebenssituation von Frauen mit Behinderungen – sowohl aus persönlicher Perspektive als auch aus ihrer beruflichen Praxis in der Behindertenhilfe. Der Vortrag zeigt auf, wie gesellschaftliche Vorurteile und ungleiche Strukturen dazu führen können, dass Frauen mit Behinderungen ständig unter Rechtfertigungsdruck stehen, sei es im Arbeitsumfeld, im Alltag oder in Assistenzsystemen. Häufig bedeutet dies, eigene Bedürfnisse zurückzustellen, wodurch strukturelle Ungleichbehandlung nahezu unbemerkt Teil des Alltags wird. Ebenso werden aktuelle Herausforderungen wie angespannte Unterstützungssysteme, steigende Kosten oder der Fachkräftemangel thematisiert, die die Situation vieler Betroffener zusätzlich erschweren.
„Strukturelle Gewalt beginnt dort, wo Teilhabe endet“, betonen die drei Gleichstellungsbeauftragten. „Die Barrieren, mit denen Frauen mit Behinderungen konfrontiert sind, reichen weit über bauliche Hindernisse hinaus – sie betreffen Kommunikation, Zugang zu Angeboten und die gesellschaftliche Anerkennung ihrer Lebensrealitäten. Erst wenn diese Strukturen sichtbar werden, kann sich etwas verändern.“
Der hybride Vortrag richtet sich an Fachkräfte sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich mit Fragen zu Teilhabe, Selbstbestimmung und Gewaltschutz auseinandersetzen möchten.
Termin: Mittwoch, 3. Dezember 2025
Ort: Südpfalzwerkstatt, Jakobstraße 34, 76877 Offenbach (Mensa) oder online
Beginn: 10 Uhr, Dauer ca. zwei Stunden
Anmeldung: gsb@suedliche-weinstrasse.de
Quelle: Landkreise Germersheim / Südliche Weinstraße / Landau in der Pfalz.
Zuletzt aktualisiert am 18. November 2025, 16:16



































