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Pri25 07 22 140. Vollversammlung tagte

Mannheim-Rhein-Neckar-Odenwald – 140. Vollversammlung tagte: Beschlüsse und Informationen zu vielen Zahlenpaketen


Mannheim-Rhein-Neckar-Odenwald/Metropolregion Rhein-Neckar – Jahresabschluss 2024 festgestellt – Ministerium
sichert weitere Unterstützung bei anstehenden Aufgaben zu – Betriebsentwicklung rückläufig

Mit dem Jahresabschluss 2024 lag der Vollversammlung der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald in ihrer 140. Sitzung am Donnerstag ein wichtiges Zahlenwerk vor. Jeweils einstimmig erfolgte der
Beschluss zur Rücklagenbildung 2024, zur Feststellung des Jahresabschlusses
und zur Entlastung von Präsidium, Vorstand, Geschäftsführung und
Wirtschaftsführung.

Von der Aufsichtsbehörde, dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und
Tourismus Baden-Württemberg, war die Leitende Ministerialrätin Martina
Oschmann zur Sitzung der Vollversammlung nach Mannheim gekommen. Sie
machte Mut mit der Botschaft, dass es nach fast drei Jahren Rezession und
einer langen Investitionszurückhaltung bei den Unternehmen, nun Licht am
Ende des Tunnels gebe. Auch für das Handwerk könne es Anlass zum
Aufatmen geben. Martina Oschmann nahm hierbei Bezug auf den aktuellen
Konjunkturbericht von Handwerk BW, dem zufolge sich die Handwerker im
Land im Großen und Ganzen zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage
zeigten. „Gerade auch im Bauhauptgewerbe könnte sich eine Erholung
abzeichnen“, so die Leitende Ministerialrätin. „Die landesweiten
Verbesserungen bei den Aufträgen und Umsätzen sprechen jedenfalls dafür –
auch wenn mir die Rückgänge bei der Auslastung im Bau-Handwerk in Ihrem
Kammerbezirk bewusst sind. Dennoch geben einige Indikatoren Hoffnung auf
eine Stabilisierung in den kommenden Monaten.“

Unterstützung vom Land
Martina Oschmann bestätigte das Handwerk als einen sicheren Arbeitgeber
und Stabilitätsanker für die baden-württembergische Wirtschaft, was nicht
selbstverständlich sei. Das Wirtschaftsministerium wolle auch in Zukunft nach
Kräften unterstützen. „Konkret werden allein im Doppelhaushalt 2025/2026
rund 60 Millionen Euro Landesmittel für das Handwerk bereitgestellt“, sagte
die Leitende Ministerialrätin.

Damit profitiere das Handwerk „überdurchschnittlich“ von den zahlreichen Maßnahmen auf Grundlage des
Mittelstandsförderungsgesetzes, auch im Bereich Existenzgründungen und
Unternehmensnachfolgen. Die Ministerialrätin verwies auch auf die
Meisterprämie und Meistergründungsprämie, die es nur für Jungmeister des
Handwerks gebe, oder die Förderung der überbetrieblichen
Berufsbildungsstätten.

Weniger Meisterbetriebe
„Gerne weiter so und gerne auch ein bisschen mehr“, griff Präsident Klaus
Hofmann das Unterstützungsangebot aus Stuttgart mit Blick auf den
Investitionsbedarf der hiesigen Bildungsakademie auf. In seinem Bericht ging
der Präsident unter anderem auf die Betriebsentwicklung im Kammergebiet
bis zur Jahresmitte ein. „Wir sehen eine Entwicklung, die uns alle
nachdenklich stimmen muss“, sagte er. So habe man im ersten Halbjahr 233
Betriebe verloren, wobei die rückläufige Entwicklung insbesondere im
meisterpflichtigen Handwerk unverändert sei. Die Zahl der Mitgliedsbetriebe
im A-Handwerk ging um 158 auf 8.977 (mit Stand zum 30. Juni 2025) zurück.

Dabei gebe insbesondere die Entwicklung, in den vergangenen zwölf Monate
betrachtet, Anlass zur Sorge. Während bis zum 30. Juni 2024 durchschnittlich
sechs meisterpflichtige Betriebe pro Monat weniger zu verzeichnen waren,
stieg der durchschnittliche Rückgang pro Monat zum Jahresabschluss 2024
auf knapp zehn Betriebe und betrage aktuell 26 Betriebe. „Dieser
Abwärtstrend ist Resultat eines knapp 14-prozentigen Rückgangs der
Eintragungen bei gleichzeitigem Anstieg der Löschungen von fast 17 Prozent“,
so Präsident Klaus Hofmann.

Attraktivität wahren
Vizepräsidentin Jutta Knapp ging in ihrem Bericht auf die gemeinsame
Erklärung der Arbeitnehmervizepräsidenten der Handwerkskammern
anlässlich der Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene ein. „Bereits heute
fehlen dem Handwerk 113.000 bis 250.000 Fachkräfte“, sagte sie. „Öffentlich
geführte Diskussionen und Forderungen aus dem Handwerk zur Höhe des
Mindestlohns und zur Senkung von Arbeitszeit- und Arbeitsschutzstandards
und faktische Rentenkürzungen sind hier das falsche Signal.“

Stattdessen seien attraktive Arbeitsbedingungen und Entwicklungsperspektiven für die
Beschäftigten wichtig für die Zukunft des Handwerks. Auch bezahlbarer
Wohnraum gehöre dazu, um Nachwuchs und Fachkräfte fürs Handwerk zu
gewinnen. Die Vizepräsidentin lobte den regionalen Auftritt des Handwerks
auf der Jobs for Future oder beim Maimarkt und unterstrich, wie wertvoll es
sei, die Berufe zum Anfassen und Ausprobieren zu präsentieren.

Beschluss zur Validierung
Den Beschlussvorlagen aus dem Berufsbildungsausschuss stimmte das
Gremium einstimmig zu. Darunter auch zwei Punkten zum
Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz, zu dem Vizepräsident
Steffen Haug Erläuterungen gab. So sollen durch die Validierung langjährige
Berufserfahrungen durch ein geregeltes Verfahren ,,sichtbar“ gemacht und
festgestellt werden, ob die berufliche Handlungskompetenz einer
ungelernten Person mit der Kompetenz einer ausgelernten Fachkraft
vergleichbar sei. „Auch eine vollständige Validierung führt lediglich zu einer
Bescheinigung, nicht aber zu einem Gesellenbrief“, informierte Steffen Haug.

Er wies darauf hin, dass die Handwerkskammern aktuell kaum Interesse am
Validierungsverfahren feststellten. In Mannheim sei aktuell noch kein einziger
Antrag eingegangen. Zuständig ist die hiesige Kammer für acht Berufe,
nämlich Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Bäcker,
Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk im Fachbereich Bäcker,
Fahrzeuglackierer, Friseur, Maler und Lackierer, Tischler sowie Zahntechniker.

Bildtext: Die Leitende Ministerialrätin Martina Oschmann sicherte bei der
Sitzung der Vollversammlung in Mannheim auch künftig die Unterstützung
des Landes zu.
Foto: Handwerkskammer

Quelle: Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald

Zuletzt aktualisiert am 22. Juli 2025, 22:25

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