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Diskussionen zur Glücksspiel Regulierung Steht der Glücksspielstaatsvertrag auf dem Prüfstand

Mannheim – Diskussionen zur Glücksspiel-Regulierung: Steht der Glücksspielstaatsvertrag auf dem Prüfstand?


Quelle: https://unsplash.com/de/fotos/spielautomat-NYpOl-PJDkM
Als er im Juni 2021 in Kraft trat, war der Glücksspielstaatsvertrag ein Hoffnungsträger auf dem Weg zum legalen und kontrollierten Glücksspiel in Deutschland. Einige Jahre sind seither vergangen und die Zufriedenheit ist merklich zurückgegangen. Die gesetzten Ziele wurden nicht einmal annähernd erreicht, der Schwarzmarktanteil ist bis heute viel zu hoch.
Auch die Kritik von Anbietern, Spielerverbänden und Experten reißt nicht ab. Regulierung ist wichtig und richtig, aber wo sollte die Einflussnahme des Staates enden? 2026 steht die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags ins Haus und hier könnte über zahlreiche mögliche Neuerungen gesprochen werden. Was dann am Ende dabei rauskommt, wird sich erst 2028 zeigen, denn bis dahin gilt der GlüStV in seiner jetzigen Form.

Die deutsche Lizenz als Spaßbremse in der Glücksspielbranche?

Für die Lizenzvergabe ist in Deutschland die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder zuständig. Eigentlich soll diese Lizenz für Sicherheit und Spielspaß stehen, aber sehen das auch die Spieler so? Zahlreiche Anbieter werden im Internet verglichen und empfohlen (vgl. https://casinobeats.com/de/online-casinos/ohne-deutsche-lizenz/), Bestnoten erzielen die GGL-Anbieter dabei fast nie. Das ist erstaunlich, denn dahinter stecken namhafte Betreiber, die oft sogar einen international guten Ruf haben.
Grund für den Ruf der Spaßbremse könnten die strikten Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags sein. Sie gelten auch als eine mögliche Ursache dafür, warum der Schwarzmarkt in Deutschland immer noch floriert.

Schätzungen des Deutschen Online Casinoverbands (DOCV) gehen davon aus, dass gerade einmal 20 bis 40 Prozent der Nutzer tatsächlich legale Angebote verwenden. Die Schwarzmarktrate ist folglich weiterhin hoch. Nicht ganz so drastisch gab das bereits eine Studie von 2023 zu erkennen. Hier ging man von rund 50 Prozent Schwarzmarktanteil aus.

Die strengsten Regeln des deutschen Glücksspielstaatsvertrags

Ziel der Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags war und ist es, Menschen eine sichere Umgebung für Glücksspiel zu bieten. Dabei darf das Angebot allerdings nicht an Attraktivität verlieren. Genau hier scheint es Probleme zu geben, denn einige Regelungen gelten als besonders streng.

Dazu gehören:
● Einzahlungsgrenze liegt bei 1.000 Euro pro Monat.
● Slot-Einsätze dürfen einen Euro pro Runde nicht überschreiten.
● Es gibt nur Slot-Angebote, Poker und Sportwetten, keine Casino-Spiele.
● Werbeverbote erschweren legalen Anbietern die Bekanntmachung ihres Angebots.
● Zwangspausen und Cool-Down-Phasen stören den Spielfluss.

Bezüglich der Einzahlungsgrenzen gibt es bereits Bewegung. Man hatte sich 2022 dafür ausgesprochen, eine Schufa-G-Auskunft als Basis für eine Höherstufung der erlaubten Einsätze zu nutzen. Nachdem durch das Oberverwaltungsgericht in Sachsen Anhalt ein Veto eingelegt wurde, kam es zu Diskussionen.
Mittlerweile beschäftigen sich die Landesregierungen mit der Frage, ob eine solche Schufa-G-Auskunft geeignet sei, die finanziellen Möglichkeiten des Antragstellers nachzuweisen. Auch die GGL scheint diesbezüglich noch einmal nachzuprüfen, ob die Option ausreicht. Aktuell ist den FAQ der Glücksspielbehörde zu entnehmen, dass ein höheres Einzahlungslimit möglich ist. Hierfür muss der Spieler nachweisen, dass er wirtschaftlich leistungsfähig und nicht spielsuchtgefährdet ist.
Dem Text ist (noch) explizit zu entnehmen, dass die Schufa-G-Abfrage als Verfahren zugelassen wird. Alternativ werden auch Bankauszüge und Einkommensnachweise genannt. Man verweist darauf, dass die Selbstauskunft eines Spielers nicht ausreiche. Die GGL setzt auf Transparenz und weist in ihren FAQ darauf hin, dass die G-Abfrage bei der Schufa unter Kritik steht.
Unabhängig vom Verfahren ist es fraglich, ob die Einräumung einer Einzahlungserhöhung die Attraktivität des deutschen Angebots stärken kann. Deutlich prägnanter scheint hier das Casino-Spiel seine Wirkung zu entfalten.

Casino-Spiele als Zugpferd erfolgreicher Online-Casinos?

Glücksspiel lässt sich in verschiedene Kategorien einteilen. Automatenspiele sind in Deutschland online wie offline erlaubt. Bei den Casinospielen ist lediglich Poker ein Sonderstatus eingeräumt worden. Das Spiel vereint Geschicklichkeit mit Glück und ist daher (unter Einhaltung des GlüStV) auch online erlaubt.
Was fehlt sind Spiele wie Baccarat, Roulette, Blackjack, Würfelspiele und andere Angebote, die in Spielbanken zu finden sind. Genau diese Angebote dürfen Betreiber mit EU-Lizenz ihren Spielern unterbreiten und genau da beginnt der Konkurrenzdruck.
Wer als deutscher Spieler Roulette zocken möchte, ist gezwungen, eine Spielbank aufzusuchen oder sich dem Schwarzmarkt zuzuwenden. Es ist also durchaus denkbar, dass diese Regelung bei der Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags genauer unter die Lupe genommen wird.
Sonderwege gibt es bereits. Die Spielbanken Bayern haben als staatlicher Anbieter ein Online-Casino in ihr Angebot aufgenommen. Hier haben Spieler mit Wohnsitz in Bayern die Möglichkeit, auch Roulette und andere Tischspiele per Handy oder Computer aufzurufen.
Noch weiter geht Schleswig-Holstein. Das Bundesland war schon vor dem Glücksspielstaatsvertrag für seine Sonderwege bekannt. Es war das einzige deutsche Bundesland, das Lizenzen an Glücksspielbetreiber vergab und damit Online-Casinos ermöglichte. Auch jetzt geht SH wieder einen eigenen Weg und hat vier Lizenzen an Glücksspielbetreiber vergeben, die Online-Casino-Spiele im Angebot haben. Zugängig sind die vier Plattformen nur für Spieler mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein. Die Nachfrage ist groß, durch den GlüStV ist dieser Sonderweg gedeckt.

Lediglich die GGL vergibt keine Lizenzen fürs Tischspiel.

Das könnte sich mit der Evaluierung und Neufassung des GlüStV ändern, denn das Verbot könnte einer der Treiber sein, der Spieler auf den Schwarzmarkt lockt. Wenn es dann auch noch flickenteppichähnliche Sonderregelungen von Bundesland zu Bundesland gibt, ist Chaos vorprogrammiert. Es wird im Interesse der Verbände und Experten, aber auch der Politik sein, eine einheitliche Ebene für Anbieter aus dem ganzen Land zu schaffen.

Was kommt auf den deutschen Glücksspielmarkt zu?

Das Bundesland Hessen hatte 2024 angekündigt, den Glücksspielstaatsvertrag notfalls allein weiterzuentwickeln. Wenn sich noch mehr Bundesländer für Sonderwege entscheiden, könnte das zurück zu unklaren Regeln und Schwierigkeiten bei den Spielern führen. Eigentlich war der Glücksspielstaatsvertrag dazu gemacht, den Markt zu vereinheitlichen, Steuergelder zu generieren und Spieler vor Gefahren eines unregulierten Markts zu schützen. Das funktioniert zumindest nach bisherigen Erkenntnissen und mit den bisherigen Regelungen nicht.
2026 dürfte für die gesamte Branche interessant werden. Bis dahin liegen vermutlich Zahlen aus Schleswig-Holstein zum Sonderweg vor und es wird sich zeigen, welche Bundesländer den Weg mitgehen und sich ebenfalls neu aufstellen. Nachdem sich auch die GroKo klar dafür ausgesprochen hat, illegalen Spielanbietern den Garaus zu machen und sie zu bekämpfen, dürfte die Politik großes Interesse am Thema haben.
Es würde in der Branche für Verwunderung sorgen, wenn alles so bleibt wie es ist. Die GGL als Institution ist keine schlechte Idee, allerdings bringt eine Überregulierung mehr Risiken als Vorteile. Ziel sollte daher sein, die Evaluierung für die ehrliche Frage zu nutzen, was der Glücksspielstaatsvertrag bis jetzt ins Positive verändert hat. Wenn die Antworten dürftig auffallen, könnte 2028 der richtige Zeitpunkt für tiefgreifende Veränderungen sein.

Zuletzt aktualisiert am 12. Juni 2025, 09:36

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