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Heidelberg – Gänse, verlorene Küken, Frischling Fred: Wildtierbeauftragte zieht erste Bilanz – Jahresbericht über Wildtiere in der Stadt

LFrischling Fred trank Ferkelaufzuchtmilch, nachdem er allein gefunden worden war.
Foto: Stadt Heidelberg
Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Im Januar 2023 wurden in Heidelberg erstmals die Stellen der Wildtierbeauftragten und des Stadtjägers beim Landschafts- und Forstamt besetzt. Ihre Aufgaben bestehen darin, Beratungsangebote zu machen, um Konfliktsituationen zwischen Menschen und Wildtieren zu entschärfen. Im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität am 12. Juni 2024 stellte Wildtierbeauftragte Luisa Krauß ihren ersten Jahresbericht vor.

„2023 erreichten uns 194 Anrufe oder E-Mails mit Beratungs- oder Handlungsbedarf in Sachen Wildtiere“, resümierte die Wildtierbeauftragte. Für die Bearbeitung wurde ein Ampelsystem implementiert: Notfall, grün, gelb und rot. 44 Prozent der Anrufe fielen in die grüne Kategorie. Sie konnten durch ein Fachberatungsgespräch oder die Weiterleitung an zuständige Stellen (Umweltverbände, Jäger, Ämter oder Berufstierrettung) geklärt werden. Fast jeder fünfte Anruf hatte ein Vor-Ort-Termin zufolge, bei dem die Situation begutachtet wurde. Sie fallen in die gelbe Rubrik. Immerhin in 34 Prozent der Fälle herrschte sofortiger Handlungsbedarf, etwa wenn ein Tier verletzt war oder sich in einer Notlage befand. Meist kümmerten sich der bisherige Stadtjäger Tim Wissutschek und Luisa Krauß bei diesen Notfällen um Feldhasen, Wildschweine oder Marder. Peter Stephan hat im Mai 2024 die Stelle des Stadtjägers übernommen.

Notfalleinsätze in 2023

Am Campingplatz Schlierbach wurde ein Schwanenküken gefunden, das den Anschluss zu seiner Familie verloren hatte. Da klar war, dass sich das Elternpaar zwischen den Schleusen Karlstor und Schlierbach befinden musste, sammelte Stadtjäger Wissutschek das Küken ein und fuhr am Neckar, bis er die Schwäne ausfindig machte. Die anschließende Familienzusammenführung verlief problemlos. Verwaiste Stockentenküken beschäftigten Wildtierbeauftragte Luisa Krauß in einem anderen Fall: Sie wurden im Stadtgebiet entdeckt, von der Entenmutter fehlte jede Spur. Krauß nahm die Küken mit und versorgte sie vorübergehend zuhause. Tage später wurden Wildtierbeauftragte und Stadtjäger in einen Hausgarten gerufen, wo eine andere Stockente ihre Küken ausbrütete. Nachdem Ente und Küken eingefangen wurden, adoptierte die Mutter kurzerhand die verwaisten Küken. Alle zusammen konnten im Neckar ausgesetzt werden.

Weniger glücklich endete ein Einsatz für Stadtjäger Wissutschek in einem Garten. Dort hatte eine Familie ein verletztes Reh gemeldet. Das Tier war auf einem Auge blind und hatte Tage zuvor wohl einen Unfall gehabt. Es hatte eine offene Wunde am Hinterlauf, die bereits von Fliegen besetzt war. Der Stadtjäger musste das Reh von seinem Leid erlösen. Der Fall eines Frischlings fand hingegen ein glückliches Ende: Der Frischling – genannt Fred – hatte sich im Juni in das Wohngebiet im Bereich der Thoraxklinik verirrt. Nach dem Einfangen organisierten Wildtierbeauftragte und Stadtjäger Ferkelaufzuchtmilch und fanden schnell auch ein neues Zuhause für den kleinen Keiler. Mittlerweile lebt Fred glücklich auf einem Hof bei Pforzheim.

Ein Thema auf der Neuenheimer Neckarwiese sind immer wieder Gänse und ihre Hinterlassenschaften: Im Stadtgebiet gibt es vier Gänsearten: Nilgans, Kanadagans, Schwanengans und Kurzschnabelgans. Um die Bestände bei den invasiven Nilgänsen und den Kanadagänsen gering zu halten, werden diese in Jagdrevieren verstärkt bejagt. Auf der Neckarwiese gilt ein Fütterungsverbot für alle Gänsearten. Zudem werden Eier in Gelegen gezielt unfruchtbar gemacht. Bei einer Absuche des Naturschutzgebiets „Unterer Neckar“ mit einer Wärmebilddrohne wurden im Frühjahr 2023 kaum Gelege gefunden. Ein beliebter Nistort für Gänse ist die „Liebesinsel“ am Iqbalufer. Dort wurden Nilganseier und – mit Ausnahmegenehmigung – auch Schwanenganseier unfruchtbar gemacht. Im Vergleich zu den Vorjahren gehen die Zahlen der gefundenen Eier zurück.

Fachberatung und Wildtier-Monitoring

Ein wichtiger Aspekt der Arbeit der Wildtierbeauftragten und des Stadtjägers ist die Fachberatung. „Die meisten Anrufe bezogen sich auf Füchse oder Waschbären“, sagte Krauß. Als „Kulturfolger“ besetzen diese beiden Wildarten den Siedlungsbereich in der Nähe von Menschen, da sie dort günstige Lebensbedingungen finden. Dort kann es vorkommen, dass die Tiere Isolationen beschädigen oder Kot hinterlassen. Um wirtschaftliche Schäden an Gebäuden zu verhindern, eignen sich Präventionsmaßnahmen wie das Entfernen von Futterquellen, das unzugänglich machen von Häusern oder unterschiedliche „Vergrämungsgeräte“. Daneben beteiligen sich Wildtierbeauftragte und Stadtjäger an Wildtier-Monitoring-Projekten. 2023 untersuchte der BUND ein Gebiet östlich von Heidelberg mit Lockstöcken auf Wildkatzen, Zwei dieser Lockstöcke standen auf Heidelberger Gemarkung und wurden wöchentlich kontrolliert. Eine Wildkatze konnte in Heidelberg nicht nachgewiesen werden. Einen Nachweis ergab das Monitoring hingegen bei Wildschnepfen. 2023 gelang es, 16 Waldschnepfen zu beobachten, in den drei Jahren zuvor waren es insgesamt 27 Waldschnepfen.

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