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Ludwigshafen – Spielplan der Pfalzbau Bühnen für die kommende Saison enthält eine ganze Reihe von Höhepunkten

Ludwigshafen / Metropolregion Rhein-Neckar. Die Spielzeit 2024/25 – Der Spielplan der Pfalzbau Bühnen – In einer Pressekonferenz stellten Bürgermeisterin und Kulturdezernentin Prof. Dr. Cornelia Reifenberg und Intendant Tilman Gersch das Programm der Pfalzbau Bühnen in der kommenden Saison vor. Stattliche 141 Vorstellungen und 90 verschiedene Produktionen umfasst der neue Spielplan, der eine ganze Reihe von Höhepunkten beinhaltet.

Die Festspiele Ludwigshafen glänzen mit hochkarätigen Aufführungen in Schauspiel und Tanz. Eröffnet werden sie am 12. Oktober mit Rene Polleschs letzter Produktion an der Berliner Volksbühne ja nichts ist okay mit Fabian Hinrichs, gefolgt von der aus der vergangenen Spielzeit nachge¬holten Serebrennikov-Inszenierung Der schwarze Mönch nach Anton Tschechow vom Thalia Theater Hamburg. Tilman Gersch steuert als Eigenproduktion diesmal Carlo Goldonis Komö¬die Das Kaffeehaus bei. Andersens Erzählungen in einer bildkräftigen Aufführung des Resi¬denztheaters München, Lars Eidingers Lesung aus Brechts Hauspostille und der Theaterklas¬siker Der Raub der Sabinerinnen vom Burgtheater Wien runden das Schauspiel-Programm der Festspiele ab.

Im Tanz, der wieder von der BASF SE gefördert wird, gastieren ebenfalls große internationale Ensembles: Zum Auftakt der Festspiele zeigt das Ballet du Grand Théâtre de Genève Sidi Larbi Cherkaouis packendes Tanzstück Ukiyo-e, es folgen u.a. Aufführungen der italienischen Compagnia NaturalisLabor, Compagnie Käfig und Company Wayne McGregor. Das Ballett Zürich gastiert mit Cathy Marstons anrührender und sensibler tänzerischer Verarbeitung des Lebens der Cellistin Jaqueline du Pré The Cellist und als Kontrast dazu holt Intendant Tilman Gersch die zum Theatertreffen eingeladene Tanzperformance Ophelia‘s Got Talent von Florentina Holzinger nach Ludwigshafen. After-Show-Konzerte, Lesungen, die Reihe Wort und Wein und eine Podiumsdiskussion vervoll¬ständigen das Programm.

Nach den Festspielen geht das Programm nahtlos weiter. In der folgenden Spielzeit sind eine Reihe bunter und abwechslungsreicher Kindertheatervorstellungen geplant, darunter die Neuinterpretation des Brüder-Grimm-Klassikers Die Bremer Stadtmusikant*innen vom Hessi¬schen Landestheater Marburg, Anton das Mäusemusical der Württembergischen Landesbühne Esslingen und das Objekttheater Memories des Theaters Mummpitz aus Nürnberg. Im Musiktheater präsentiert das Pfalztheater Kaiserslautern nach dem Auftakt des Nationaltheaters Mannheim mit Mascagnis Cavalleria Rusticana Opernklassiker wie Mozarts Zauberflöte und Puccinis Madame Butterfly, aber auch zwei selten aufgeführte Werke von Kurt Weill. Der Theaterfrühling reicht in diesem Jahr mit ausgewählte Vorstellungen vom 15.02. bis zum 21.06. und wird vom Land Rheinland-Pfalz unterstützt. Im Schauspiel steht u.a. Elsa-Sophie Jachs Kleist-Bearbeitung Das Käthchen von Heilbronn mit Texten von Christa Wolf neben Antú Romero Nunes‘ fulminantem Baseler Sommernachtstraum sowie dem absoluten Highlight der Saison, Lina Beckmann in Laios vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Tanz und Ballett sind in der zweiten Spielzeithälfte ebenfalls stark vertreten. Hier seien beispielhaft die Gastspiele des Barcelona Flamenco Ballets mit Carmen, des Béjart Ballets Lausanne sowie des Nederlands Dans Theaters ge¬nannt. Im April und Mai gibt es wieder die Tanzwoche Tanz in den Mai – diesmal auch mit der Möglichkeit, bei zwei Konzert-Terminen selbst das Tanzbein zu schwingen.
Bürgermeisterin Prof. Reifenberg verwies in ihrem Grußwort stolz auf „eine lebendige und anregende Spielzeit 2024/25“ und Tilman Gersch zog das Fazit: „Die Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen präsentieren Erzählungen über die menschliche Existenz, farbig, heiter, ästhetisch oder provokant und immer mit großer Geste.“

Ausführliches Programm:

Tanz und Performance

Festspiele Ludwigshafen

Ukiyo-e
Sidi Larbi Cherkaoui, der das Ballet du Grand Théâtre de Genève seit der Spielzeit 2022/23 leitet, hat in Genf mit der Uraufführung von Ukiyo-e für eine fulminante Eröffnung gesorgt. Sein neues Werk ist eine Meditation über unsere Fähigkeit zur Widerstandsfähigkeit. Es ist nach den „Bildern der schwebenden Welt“ benannt, der berühmten künstlerischen Bewe-gung, die in Japan während der Edo-Zeit in den Halbwelten des städtischen Hedonismus ent¬standen ist. Ukiyo-e ist ein Plädoyer für ein inneres Gleichgewicht angesichts der Vergäng¬lichkeit. Das Bühnenbild Alexander Dodges zeigt ein Konstrukt von Treppen, in denen sich die Tänzer verlieren. Diese beweglichen, labyrinthischen Strukturen sollen sowohl an den Aufstieg als auch an den Abgrund erinnern. In den Bewegungsabfolgen sind die Körper auf¬gefordert, sich zu vereinen, in Dialog zu treten und sich gegenseitig zu infizieren. Die Auffüh¬rung am 18. und 19.10.24 wird live von Szymon Brzóskas neuen Kompositionen für Strei¬chertrio und Klavier und Alexandre Dai Castaings rhythmischen, perkussiven und elektroni¬schen Kreationen begleitet.

Othello Tango
Nach dem durchschlagenden Erfolg des Tanzstücks Romeo y Julieta Tango widmet sich das Ensemble Compagnia NaturalisLabor in der Sprache des Tanzes und des Tangos einem der bekanntesten Shakespeare-Texte.
Inspiriert von der Shakespeare-Tragödie Othello spürt Choreograph Luciano Padovani am 22.10.24 dem emotionalen Subtext der dramatischen Handlung nach und zieht die Zu-schauer in den Strudel der verzerrten Realitätswahrnehmung der Titelfigur, der Projektion seiner überbordenden, alles verzehrenden Eifersucht. Das Drama entwickelt sich kreisför-mig: Innerhalb eines liturgischen Rahmens zu Beginn und am Ende dekliniert der faszinie-rende Tanzabend die Liebe in all ihren Nuancen, von der zärtlichen und erotischen Entde-ckung der Anfänge über die gelebte Leidenschaft, die ständig zunimmt, an Kraft gewinnt und

schließlich ihre zerstörerische Kraft entfaltet. Der verborgene Dirigent der Ereignisse ist Jago, ein ebenso brillanter wie neidischer Strippenzieher, der die Realität auf subtile und trügeri-sche Weise manipuliert.

Zéphyr
Nach seiner Kreation Vertikal, die den Hip-Hop in die Lüfte katapultierte, setzt Mourad Merzouki in Zéphyr das Spiel mit Naturkräften fort: Von der Schwerelosigkeit zum Wind-hauch, von der Vertikalen zur Horizontalen führt er eine 90-Grad-Drehung durch und imagi-niert eine neue Poetik des Raums, in der ein sanfter, leichter Wind weht, der Zéphyr.
Mit der Vision, einen unbekannten Archipel zu erkunden, lässt Mourad Merzouki seine Tän-zerinnen und Tänzer am 26.10.24 gegen den Wind antanzen. Den Ausgangspunkt der Expedi¬tion verortet er in der Vendée im Westen Frankreichs, benannt nach dem gleichnamigen Fluss. Die Geschichte der Region, die sich 1793 zum Aufstand gegen die Französische Revolu¬tion aufschwang, faszinierte Mourad Merzouki und beflügelte seine Phantasie. Er fühlte sich in seinem eigenen Streben nach Freiheit darin bestätigt, mit seinen Träumen und Entschlos¬senheit im Gepäck. Mit Zéphyr erfüllte er sich den Wunsch, sich gemeinsam mit seinen Tän¬zerinnen und Tänzern auf ein einzigartiges Abenteuer einzulassen: im Nahkampf mit dem Wind, der in einer atemberaubenden Bewegungschoreographie zu spüren ist.

Deepstaria und UniVerse: A Dark Crystal Odyssey
Der britische Choreograph Wayne McGregor hat den Tanz durch seine ungewöhnlichen Sichtweisen radikal neu definiert und wurde hierfür mehrfach ausgezeichnet. Angetrieben von einer unstillbaren Neugier auf vielfältige Kunstformen, wissenschaftliche Disziplinen und technologische Interventionen brachte er verblüffende und multidimensionale Werke her¬vor. Durch seine Arbeitsweise hat er sich seine Position an der Spitze der zeitgenössischen Künste für über fünfundzwanzig Jahre gesichert.
Die am 7.11.24 erstmals in Deutschland aufgeführte neue Kreation Deepstaria stützt sich auf die neuesten Erkenntnisse der KI, der Akustikforschung und der räumlichen Datenverarbei-tung. Es steht in permanentem Dialog mit sich selbst und befindet sich in beständigem Wan-del, indem es mehrere Erfahrungsdimensionen miteinander verbindet.
UniVerse: A Dark Crystal Odyssey zieht wie eine bewegende und aufrüttelnde Meditation über die Klimakrise in den Bann. Inspiriert von Jim Hensons Kultklassiker Der dunkle Kristall

über einen kranken Planeten und eine gespaltene Rasse, zeigt UniVerse eine von Extremen zerrissene Erde, die dringend der Heilung bedarf. Ein atemberaubendes digitales Setting und hochmoderne Kostüme schaffen eine verblüffende Mischung aus Fantasie und Dokumentar¬film. McGregors spannende Choreographie geht einen Dialog ein mit eingesprochenen Tex¬ten, die die Untrennbarkeit von Mensch und Natur thematisieren. Die außergewöhnlichen Tänzer der Wayne McGregor Company bringen diesen modernen Öko-Mythos eindrucksvoll zum Ausdruck und werfen am 9.11.24 die Frage auf, wie wir zusammenkommen können, um wieder ein Ganzes zu sein.

The Cellist
Cathy Marstons Ballett The Cellist wurde für das Londoner Royal Ballet kreiert und folgt der Lebensgeschichte der englischen Cellistin Jacqueline du Pré. Für eine kurze Zeit erhellte ihr Stern den Musikhimmel, bis er von jetzt auf gleich erlosch. Heute sind du Prés Musikalität, ihre unmittelbare Natürlichkeit und Präsenz Legende. Als Instrumentalistin, aber auch als Frau ist Jacqueline du Pré eine Ausnahmeerscheinung. Sie dringt nicht nur in eine Männer-domäne vor, sondern geht konsequent ihren eigenen Weg. Als sie den jungen Dirigenten Daniel Barenboim kennenlernt, scheint das Glück vollkommen, bis die Diagnose Multiple Sklerose Jacqueline du Prés Karriere beendet. 1987 stirbt sie in London. Bis heute hat ihr Spiel Generationen von Cellistinnen und Cellisten beeinflusst.
Cathy Marston stellt Jacqueline du Prés geradezu symbiotische Beziehung zu ihrem Instru-ment in den Mittelpunkt ihres Balletts. In innigen, verzweifelten, existenziellen Pas de deux verleiht sie dem Violoncello tänzerische Kontur und erzählt vom Seelentanz einer Jahrhun-dertkünstlerin. Das Ballett Zürich ist mit The Cellist am 21. und 22.11.24 auf den Pfalzbau Bühnen zu Gast.

Made of Space
Mit ihrer jüngsten Arbeit Made of Space schließt das libanesisch-spanische Choreograph*in-nen-Gespann Guy Nader und Maria Campos und ihre Compagnie GN/MC aus Barcelona nach Time Takes The Time Time Takes (2015) und Set of Sets (2018) ihre Trilogie rund um die The¬men Rhythmus, Zeit, Raum und Vergänglichkeit ab. Nader und Campos kreieren hier Bewe¬gungsmaterial, das präzise und filigran wie ein Uhrwerk ineinandergreift und Tänzer*innen wie Publikum in Atem hält. Hochdynamische Schrittkombinationen kulminieren in Sprüngen,

Würfen und Drehungen, die am 26.11.24 in einem rauschhaften Tempo den reinen Tanz feiern. Die treibende Kraft für den unaufhaltsamen Bewegungsfluss ist die facettenreiche Live-Musik der beiden Schlagwerk-Virtuosen Daniel Munarriz und Joan Pérez-Villegas, kom-poniert von Miguel Marin. Besetzt mit sieben Tänzer*innen verspricht Made of Space ein furioses Finale der bewegten Metaphern für Lebenszyklen aus Entstehen und Vergehen. Das Choreographen-Duo GN/MC genießt Kultstatus wegen ihrer fließend dahingleitenden Arbei-ten, die mit technischen Bravoureinlagen gespickt sind.

Ophelia’s Got Talent
Florentina Holzinger ist eine der prägendsten Choreographinnen und Performerinnen der Gegenwart. In ihren multidisziplinären Bühnenshows spielt sie mit der Dekonstruktion künst¬lerischer Stile, um sie aus weiblicher Perspektive neu zu deuten und beherrschbar zu ma¬chen. Tabuüberschreitungen werden dabei als Mittel der Befreiung und Selbstermächtigung wahrgenommen. Seit 2019 gehört Florentina Holzinger zum festen Stab der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Ophelia’s Got Talent hatte dort im September 2022 Premie¬re und ist seither regelmäßig ausverkauft. Eine Talentshow entwickelt sich zum Parcours der Mutproben, und nackt sein ist dabei noch die geringste Herausforderung. Florentina Holzinger motiviert ihr Ensemble zu Höchstleistungen unter und über der Wasseroberfläche. Wie immer geizt sie nicht mit Effekten, der Nervenkitzel ist ihr Prinzip und Markenzeichen. Ein durchweg gut aufgelegtes Frauenensemble feiert sich in einem Akt der Entgrenzung, einem Ritt durch die verschiedensten Genres, einer unterhaltsamen Revue der persiflierten Männerfantasien.
Auf den Pfalzbau Bühnen waren bereits ihre Inszenierungen Tanz und A Divine Comedy zu sehen. Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2023 und laut Kritikerumfrage von Theater heute als „Inszenierung des Jahres“ ausgezeichnet, folgt nun am 6. und 7.12.24 Ophelia’s Got Talent.

Carcaça
Marco da Silva Ferreira ist zweifellos einer der einfallsreichsten Choreographen seiner Generation. Er kam als Autodidakt zum Tanz und wurde von Hofesh Shechter entdeckt, bald schon widmete er sich auch erfolgreich der Choreographie. Es dauerte nicht lange, bis die Fachwelt auf ihn aufmerksam wurde und seine Karriere an Fahrt gewann. Der Stücktitel

Carcaça bedeutet so viel wie „Gerippe“ oder „Kadaver“. Für Marco da Silva Ferreira ist Carcaça ein Sinnbild für die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, mit dem, was davon übriggeblieben ist. In einer Bewegungsexplosion entfaltet sich ein aus vielfältigen Elementen gewebter Tanz, roh und gleichzeitig bewundernswert durchkomponiert. Poetisch und poli¬tisch zugleich, verleiht die Choreographie den Reizen der Jugend Gestalt, changierend zwi¬schen Hoffnung und Enttäuschung, Wut und Wohlwollen. Wenn das Lied einer Arbeiterin eingespielt wird, singen die Tänzerinnen und Tänzer inbrünstig mit. Hunger und Ausbeutung werden darin beklagt. Letztlich stellt Ferreira die Frage, wie Gemeinschaft entsteht, wie sie aus der Vergangenheit schöpft und Neues entstehen lässt – zu sehen am 10.12.24.

L’Oiseau de feu & Boléro
Maurice Ravel schuf mit dem Boléro ein musikalisches Monument und stellte die Zeit in den Mittelpunkt des Stücks. Das was die Struktur des Boléro an Gegensätzlichem, Zerstückeltem und Spannungsreichem mit sich bringt, wollte Koubi zu einer Begegnung jenseits der Ge-schlechter und jeglicher Zugehörigkeit führen und so das, was uns zusammenbringt, kulti-vieren. In der musikalischen Aufwärtsspirale hat sich ihm das Bild eines Propellers aufge-drängt, und jeder einzelne Flügel des Propellers ist Bestandteil ein und derselben Gruppe.
Das zweite Stück, das das Ballet de l’Opéra Grand Avignon am 21. und 22.12.24 auf den Pfalzbau Bühnen präsentiert, ist L’Oiseau de Feu / Der Feuervogel, 1910 von den Ballets Russes zur Musik Igor Strawinskys an der Pariser Oper uraufgeführt. Edouard Hue hat das berühmte Werk nun mit seiner kraftvollen Bewegungssprache an den Zeitgeist angepasst, wobei er jeder Rolle ihre eigene Dimension verliehen und brillante Bilder geschaffen hat. Sein grafisch ausgerichteter Choreographie-Stil entwickelt bei aller Präzision eine Intensität und Wucht, die von der Virtuosität der Tänzerinnen und Tänzer getragen wird.

Carmen
Das 2017 von dem katalanischen Tänzer und Choreographen David Gutiérrez gegründete Barcelona Flamenco Ballett, kurz BFB, wird von der Presse und internationalen Institutionen als Aushängeschild der Stadt angesehen, das die große Flamenco-Tradition pflegt, die in Katalonien seit jeher blüht. Am 26.12.24 präsentiert das BFB ein neues Konzept des Fla-menco. Es bewahrt die Wurzeln des traditionellen Flamenco und rekonstruiert ihn aus ver-schiedenen Tanz- und Musikstilen. Sein innovativer Charakter verleiht ihm einen unverwech-¬

selbaren Stempel. Das Ergebnis ist eine neue, frische und originelle Kunst, die das Publikum aus allen Ländern und Kulturen in ihren Bann zieht.
In seinem neuen Projekt widmet sich das BFB dem allgegenwärtigen Mythos Carmen auf Grundlage von Prosper Mérimées Erzählung der Liebesbeziehung zwischen der Zigeunerin Carmen und dem Stierkämpfer Escamillo. Die Choreographie integriert bisher unbekannte Elemente des Flamenco und passt das Stück so an die Realität der zeitgenössischen Gesell-schaft an. Carmen erscheint hier als Frau von heute, im Zusammenspiel mit Tanz und Musik präsentiert sich der universelle Mythos als Flamenco des 21. Jahrhunderts auf der Höhe unserer Zeit.
Die Aufführung mischt aktuellen Flamenco-Gesang mit der Originalmusik. Die traditionellen Klänge von Bizets Musik, gespielt von einem Sinfonieorchester mit Operngesang, und die innovativen Anklänge an Jazz und Flamenco-Gesang gehen eine reizvolle Mischung ein.

Casse-Noisette
Das klassische Ballett Der Nussknacker, auf Französisch Casse-Noisette in der Fassung der Uraufführung von Marius Petipa und Lev Ivanov hat Choreographen wie Balanchine, Nurejew oder Béjart zu eigenen Interpretationen inspiriert. Die Hip-Hop-Version der spa-nischen Choreographin Blanca Li und ihrer acht quirligen Tänzerinnen und Tänzer aus Madrid passt erstaunlich gut zur Geschichte des Nussknackers. Mit humorvoller Poesie und einem energiegeladenen Ensemble gelingt es Blanca Li am 7.1.25, dem Weihnachtsmärchen eine neue Dynamik zu verleihen. Tao Gutierrez hat die Musik Tschaikowskys durch Soul-, Funk- und andere Old-School-Hits ergänzt und die russische Seele mit spanischem Feuer entfacht. In Blanca Lis ausgelassener Weihnachtsparty geben die technisch virtuosen Tänzerinnen und Tänzer alles zum Besten, was Breakdance und Popping, Boogaloo oder Locking zu bieten haben.

Initium
Bis vor kurzem waren Alexander Abdukarimov, Arshak Ghalumyan und Oleksandr Shpak Stars des Berliner Staatsballetts. Im vergangenen Jahr gründeten sie ein eigenes Ensemble: Die Berlin Ballet Company. Die meisten der zurzeit 13 Tänzerinnen und Tänzer haben be-achtliche Karrieren absolviert, einige davon ebenfalls beim Staatsballett, andere sind hoff-nungsvolle Newcomer. Der vierteilige Abend Initium zeigt am 15.2.25 die künstlerische DNA

der Company und die charakteristische Handschrift der beiden Hauschoreographen Arshak Ghalumyan und Alexander Abdukarimov. Die dynamische Energie der jungen Tänzer*innen, kombiniert mit der künstlerischen Reife der erfahrenen Ensemblemitglieder, generieren eine Synergie, welche den Besuch der Vorstellung zu einem ganz besonderen Erlebnis macht.

Béjart Ballet Lausanne
Seit Maurice Béjarts Tod im Jahr 2007 bewahrt das Béjart Ballet sein künstlerisches Erbe. 1960 gründete er in Brüssel Le Ballet du XXe Siècle, mit dem er legendäre Kreationen wie Boléro, Messe pour le temps présent und L’Oiseau de Feu entwickelte. Infolge eines Orts-wechsels in die „Olympische Hauptstadt“ wurde Le Ballet du XXe Siècle 1987 in Béjart Ballet Lausanne umbenannt.
Beim Gastspiel in Ludwigshafen am 14. und 15.3.25 präsentiert die Compagnie eine bunte Mischung aus Choreographien Béjarts, darunter Bhakti, Dibbouk und 7 danses grecques.

Makom
Eine immerwährende Suche nach der Rückkehr zu dem Ort, der uns uns selbst näherbringt – so umschreibt die Choreographin Noa Wertheim ihre neue Produktion, die am 29.03.25 in Ludwigshafen gezeigt wird. „Makom“ bedeutet im Hebräischen “Ort” – dieser kann real oder imaginär sein. Makom kann aber auch ein spiritueller Zufluchtsort sein, ein Zuhause, wo auch immer. Noa Wertheims neue Kreation Makom handelt von einer Welt, die aus dem Gleichgewicht geraten ist, und entfaltet daher eine Bewegungssprache, die vom Zentrum nach außen, zu den Extremitäten strebt. Sie beschreibt eine immerwährende Suche nach der Wiederherstellung des Gleichgewichts.
Die 1992 von Adi Sha’al und Noa Wertheim gegründete Vertigo Dance Company nimmt weltweit eine einzigartige Position in der zeitgenössischen Tanzszene ein. Seit der Gründung der Vertigo Dance Company schufen Sha’al und Wertheim jedes Jahr eine neue Produktion, von Originaltanzstücken bis hin zu verschiedenen Gemeinschaftsprojekten – und jedes Mal luden sie das Publikum auf eine einzigartige und bezaubernde Reise ein.

Tanz in den Mai
Tanz in den Mai heißt die Tanzwoche, die im Mai unterschiedliche Ensembles auf den Pfalzbau Bühnen versammelt. Erstmals darf hier auch selbst getanzt werden: bei den

Konzerten des Skazka –Orchestra am 26.4. und von Pax Nixcolas and the Ridimtaksi am 30.4.25 können die Besucher und Besucherinnen die Tanzfläche selbst erobern.

Roommates
Die Aufführung Roommates führt am 26.04.25 durch sechs Stücke für zwei bis neun Tän-zer*innen des Ballet national de Marseille, die Hyper-Realismus und Minimalismus mitein-ander verbinden und eine Vielzahl zeitgenössischer Schreibweisen aufeinanderprallen las-sen. Die Compagnie beschreibt ihr Projekt folgendermaßen:
“Wir haben uns dieses Programm ausgedacht, um gemeinsam mit anderen eine Geschichte zu erzählen, die uns ähnelt, und um die vielfältigen Handschriften von Choreographen zu feiern, die unseren Blick geschult haben, uns unsere ersten Emotionen vermittelten und uns bis heute begleiten. Es erscheint uns wichtiger denn je, sie mit diesem Projekt zu ehren”. (LA)HORDE

Simple
In ihrem Tanzstück Simple schickt die belgische Choreographin Ayelen Parolin am 29. und 30.04.25 ihre drei Darsteller in ein erstaunliches Spiel aus Rhythmus und Konstruktion, das gleichzeitig repetitiv und immer in Bewegung ist. Ein musikalisches Spiel – ohne Musik. Denn in Simple hat die Choreographin auf einen ihrer wichtigsten Spielpartner verzichtet. Und da es keine Musik gibt, müssen die Körper, die sie auf die Bühne bringt, sie erfinden, sich vor¬stellen, sie spielen. Zu dritt, in Komplizenschaft, im Einverständnis. Mit der Kraft und der zu¬tiefst menschlichen Aufrichtigkeit des Narren, des Naiven, des Kindes – dort, wo alles (noch) möglich ist, vom Unsinnigen bis zum Traumhaften.

Ultras
Der Münchner Choreograph Moritz Ostruschnjak lässt sich am 03.05.25 in seinem Tanzstück Ultras von Fußball-Fangruppen inspirieren, die während des Arabischen Frühlings 2010-2012 eine zentrale Rolle bei einer Reihe von Volksaufständen in Nordafrika und dem Nahen Osten spielten. Bei Protestmärschen wurden Fahnen in den Farben der Vereine gezeigt, die Cho-reographien und Gesänge drangen bis auf öffentliche Plätze vor. Die hier freigesetzten Ener-gien wurden jetzt genutzt, um Regierungen zu stürzen. Die Gruppen selbst bezeichneten sich

als “Ultras”, also jene besondere Organisationsform fanatischer Anhänger einer Fußball-mannschaft, die sich als Kern der jeweiligen Fanschar fühlt.
Der Fußball in Ägypten entwickelte sich so zur Heimat revolutionärer pro-demokratischer Kräfte und stellte auch Rollenbilder in Frage. Die Aufführung greift auf die Ästhetik im Rah-men sogenannter Fanchoreos zurück und verbindet sie mit Elementen des Objekttheaters und Live-Musik. Das Ergebnis ist ein faszinierendes Zusammenwirken von farbigen Flächen, Gegenständen, Text, Bildern, Licht, Rauch, Bewegung und Musik.

Feu / IMA
Dieser Abend vereint am 09. und 10.05.25 zwei höchst unterschiedliche Produktionen. Fanny Alvarez und ihre Performer entdecken in Feu, dass eine ausgeprägte Neugier, ein ähnliches Misstrauen gegenüber vorgegebenen Rahmenbedingungen und eine tiefe Begeisterungs¬fähigkeit sie eint. Feu ist ein raues Theatererlebnis voller überbordender Energie, ein Ritual der äußersten Erregung, um die Körperimpulse zu feiern. Mit dieser Performance will die Choreographin Fanny Alvarez den Funken überspringen lassen.
Sofia Nappis Stück IMA irritiert durch den Gegensatz zwischen den runzelig-gütigen Gesich-tern und der erstaunlichen Beweglichkeit ihrer Träger. Warum fühlen wir uns manchmal wie Puppen in unserem eigenen Leben? In IMA geht es um die Masken, hinter denen unsere Ge-fühle verkümmern, es geht um das Gepäck, das wir mit uns herumschleppen, das wir wie in einem Ritual immer wieder aufs Neue auspacken und sortieren.
Bereits mit ihren ersten Arbeiten gewann Sofia Nappi mehrere Auszeichnungen, zuletzt 2021 den ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb für Choreographie in Hannover. IMA wurde 2020 von Marie Chouinard als Tanzdirektorin der Biennale von Venedig in Auftrag gegeben, die Uraufführung der abendfüllenden Version fand 2022 beim Colours International Dance Festival in Stuttgart statt.

Thisispain
In seinem extravaganten Duo mit der Flamenco-Tänzerin Mijal Natan Thisispain stellt Hillel Kogan am 14.05.25 geografische Identitäten spöttisch-humorvoll in Frage und führt sie ad absurdum. Zunächst alleine auf der Bühne, lässt Mijal Natan ihre Absätze klappern und ent-faltet mit der Kraft des Flamenco dessen Anmut und Sinnlichkeit. Hillel Kogan hat in Thisispain eine Szenenabfolge entwickelt, die von humorvollen, manchmal politischen Tex-¬

ten durchzogen sind. Seine Bewegungssprache ist zeitgenössisch, während Mijal Natan aus dem Flamenco schöpft. Die persönlich geprägten Universen der beiden Interpreten ergänzen und vereinigen sich in all ihrer Unterschiedlichkeit.

my body of coming forth by day
Zwölf Jahre nach seiner ersten eigenen Choreographie kreiert Olivier Dubois am 16. und 17.05.25 mit my body of coming forth by day ein intimes Solo , das die Tiefen des Körperge-dächtnisses und seine Fähigkeit, uns die (Hoch-)Geschichte seiner Kunst zu erzählen, aus-lotet. Dubois, der 2011 zu den 25 besten Tänzern weltweit gezählt wurde, stand mit den Ersten seines Faches auf der Bühne und zeigte seine Werke in den größten Theatern der Welt.
Bei seiner neuen Kreation steht er alleine auf der Bühne. Indem er mit allen Tricks und Sicherheitsvorkehrungen arbeitet, ist er das willige Opfer eines Spiels, das abwechselnd an eine Gerichtsverhandlung, eine Peepshow und eine Vivisektion erinnert.

Relative World
Die Compagnie B21 wurde im September 2016 von Manon Contrino und Toufik Maadi gegründet und hat ihren Sitz in Saint-Etienne. Die Bewegungssprache der beiden jungen Choreographen ist vom Hip-Hop und zeitgenössischer Technik geprägt. Beide legen großen Wert auf Authentizität. In Relative World erzählen sie am 23. und 24.05.25 die Geschichte einer Liebe jenseits des Todes. Ein Paar wird durch den Tod getrennt, doch sie, die gestorben ist, weigert sich, den, den sie liebt, für immer zu verlassen. Und auch er möchte die Frau, die er liebt, wieder zum Leben erwecken. In der Weigerung, die Trennung anzuerkennen, versu¬chen sie, sich über das Verschwinden hinaus zu finden. Im Tanz begegnen sich zwei Seelen, die durch ein Herz geeint sind. Contrino und Maadi führen in ihrer Choreographie die Ver¬letzlichkeit des Körpers vor Augen und seine Mittel, der Realität zu begegnen: entweder indem er ihr entflieht oder indem er ihr Widerstand leistet.

Peer Gynt
Das Ballett des slowenischen Nationaltheaters (Ballett Maribor) gilt als eine der führenden Compagnien Europas mit einem ausgewogenen Programm an klassischen, neoklassischen und zeitgenössischen Darbietungen, zusammengestellt unter der Leitung des legendären rumänischen Tänzers und Choreographen Edward Clug.

Edward Clug erzählt am 30. und 31.05.25 die Geschichte des Draufgängers Peer, der im Konflikt zwischen individualistischen Träumereien und etablierten sozialen Codes stets ein anderer sein möchte. Aus Henrik Ibsens weltberühmtem Drama schuf der langjährige Bal-lettdirektor des Slowenischen Nationalballetts 2015 sein erstes abendfüllendes Ballett für „seine“ Company. Clug erzählt die Abenteuer Peer Gynts zum Bergkönig, seine Reisen und die Rückkehr zu einer wartenden Solveig als Parabel über Leben und Tod. Die bekannte Schauspielmusik von Edvard Grieg wurde dafür um weitere Werke des norwegischen Komponisten ergänzt.

Nederlands Dans Theater (NDT 2)
Das Nederlands Dans Theater (NDT) ist eine der weltweit führenden zeitgenössischen Tanz-compagnien, die seit der Spielzeit 2020-2021 von Emily Molnar geleitet wird. Das Ensemble hat seinen Sitz in Den Haag und begeistert weltweit ein internationales Publikum in Europa, Amerika, Asien und Australien. Im Laufe der Zeit hat die Compagnie ein reichhaltiges Reper-toire aufgebaut, das mehr als 620 Ballette von namhaften Choreographen umfasst.
Beim Gastspiel in Ludwigshafen präsentiert das NDT 2, das jungen, aufstrebende Tänzer mit etablierten Tanzschaffenden zusammenbringt, am 20. und 21.06.25 das Stück Folkå, das in der besonderen Ästhetik Marcos Moraus eine eindrucksvolle Geschichte über Gemeinschaft und ihre Bräuche und Traditionen erzählt. Der Spanier Morau wurde 2023 von der Zeitschrift Tanz zum Choreographen des Jahres gewählt. Im Mittelpunkt des ausdrucksstarken neuen Werks des britischen Choreographen Botis Seva steht das Unbewusste. Als neue Stimme des NDT ist Seva in Hip-Hop, physical theatre und zeitgenössischem Tanz zu Hause. Er spielt mit Form, Struktur und Theatralik und zeichnet sich durch eine emotionale Bewegungssprache aus. Eine dritte Choreographie rundet den Abend ab.

Schauspiel

Das Schauspiel bei den Festspielen Ludwigshafen

ja nichts ist ok
Von Pollesch/Hinrichs
Die Festspiele Ludwigshafen eröffnen am 12. und 13.10.24 das Schauspiel mit dem letzten Stück des im Februar verstorbenen Dramatikers und Intendanten René Pollesch. Ja nichts ist ok: Das klingt wie eine Antwort auf das fabelhafte Pollesch/Hinrichs-Stück Geht es dir gut?, mit dem die Volks¬bühne bei den vergangenen Festspielen gastierte. Noch immer treibt Fabian Hinrichs haltlos durchs Universum der aktuellen Diskurse, diesmal gleich als ganze WG. Claudia, Stefan und Paul teilen ihren Alltag, ihre Gedanken und ihren Darsteller. Hinrichs verwandelt sich in alle drei Figuren und entwickelt ein Kabinettstück der Schau-spielkunst, stets im Spannungsfeld zwischen Boulevard und Melancholie. Immer aberwitziger wird der Wechsel der Kostüme und Befindlichkeiten. Der Abend gibt Anlass zur Heiterkeit und kann doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass eben nichts wirklich ok ist.

Das Kaffeehaus
Von Carlo Goldoni
Die neue Eigenproduktion der Pfalzbau Bühnen spielt auf einem Platz im Zentrum einer mittelgroßen Stadt. Besonders schön ist er nicht, dafür aber lebendig. Ridolfo hat hier vor kurzem eine Kaffeebar eröffnet. ‚Sauber bleiben‘ ist seine Devise. Er will durch zuverlässige Qualität überzeugen, der Kunde soll sich wohl und sicher fühlen. Ein ambitioniertes Vorhaben, denn gleich nebenan befindet sich eine Spielhalle. Dort wird rund um die Uhr gezockt, so mancher hat schon sein Vermögen verspielt und geahnt, dass das nicht mit rechten Dingen zugehen konnte. Ridolfos Café wird zum Anziehungspunkt für Menschen mit Abgründen. Er, der es mit allen gut meint, gerät in die Rolle des Mediators und damit in Dauerstress. Goldoni trifft auf Ludwigshafen, es inszeniert Tilman Gersch, die Premiere findet am 01.11.24 statt.

Der schwarze Mönch
Von Kirill Serebrennikov
Nach Anton Tschechow
In immer neuen, überraschenden Varianten behandelt der russische Regisseur Kirill Serebrennikov die Frage nach der menschlichen Freiheit. Auch hier, in seiner Adaption einer Tschechow‘schen Novelle, geht es um Entgrenzung, um die Sehnsucht nach Genialität und Erlösung. Serebrennikovs Inszenierungen sind sinnliche Gesamtkunstwerke mit einer über-wältigenden Bildersprache. Der schwarze Mönch eröffnete das Festival d’Avignon 2022 und wird seither mit großem Erfolg am Thalia Theater Hamburg gezeigt. Im Mittelpunkt steht der Wissenschaftler Andrei Wassiljewitsch Kowrin. In einer Phase der Erschöpfung und Labilität erscheint ihm ein schwarzer Mönch, der ihm Einzigartigkeit und Größe bescheinigt. Kowrin fühlt sich bestärkt und gewinnt Selbstbewusstsein. Seine neue Lebensfreude strahlt aus, er ist beliebt und kann sich endlich verheiraten. Seine Frau aber akzeptiert seine Phantasien nicht, für sie sind es bloße Wahnvorstellungen. Kowrin verabschiedet sich vom schwarzen Mönch und verliert alles – in Ludwigshafen zu sehen am 15. und 16.11.24.

Hauspostille: Lars Eidinger liest, singt und spielt Bertolt Brecht
Der Schauspieler Lars Eidinger hat ein besonderes Verhältnis zu Bertolt Brecht. In Joachim Langs Spielfilm Brechts Dreigroschenfilm verkörperte er ihn bereits persönlich. In Ludwigs-hafen wird er am 24.11.24 aus dessen Gedichtsammlung Hauspostille lesen, singen und spielen. Ein wilder Brecht arbeitet sich hier an den Rändern des Asozialen ab. Er feiert die Verfluchten und säuft mit den Geächteten. Verführte, ertrunkene Mädchen in „seichten, braunver¬sumpften Teichen“, Mordlust, Geilheit, Gier und rohe Gewalt, kurz alles Abgründige, Schmutzige, das die brave Elterngeneration verschämt hinter blütenweißen Gardinen ver¬steckt, zerrt Brecht tabulos ans Licht und entlarvt dabei lustvoll Scheinheiligkeit und Doppel¬moral. Lars Eidinger hat als Schauspieler ein Faible für Figuren, die etwas zu verbergen haben. Er nimmt einen tiefen Atemzug vom wilden Brecht und bringt dessen Lyrik mit der musikalischen Begleitung von Hans Jörn Brandenburg als radikal funkelndes Gesamtkunst¬werk auf die Bühne.


Andersens Erzählungen
Musiktheaterstück von Jherek Bischoff, Jan Dvořák und Philipp Stölzl
Der dänische Schriftsteller Hans Christian Andersen beglückt seit Generationen die Kinder
und auch die Erwachsenen mit Märchenfiguren wie der Kleinen Meerjungfrau oder dem hässlichen Entlein. Sein eigenes Leben war weniger glücklich, und ganz besonders litt er unter der unerfüllbaren Liebe zu seinem Freund Edvard Collin. Den Regisseur Philipp Stölzl hat das am Münchner Residenztheater zu einem zauberhaft schönen und melancholischen Musiktheaterstück inspiriert. Der Braut des verehrten Freundes erzählt Andersen die Ge-schichte der kleinen Meerjungfrau. Ein nüchternes biedermeierliches Zimmer verwandelt sich in eine schillernde Unterwasserlandschaft und in überirdisch schöne Schlösser, Figuren aus Andersens bekannten Märchen nehmen die Bühne in Besitz. Musik, Tanz und Schauspiel verweben sich am 29. und 30.11.24 zu einem tief berührenden Theaterabend voller Sinnlich¬keit und Phantasie.

Der Raub der Sabinerinnen
Schwank von Franz und Paul von Schönthan
In einer Fassung von Svenja Viola Bungarten und Anita Vulesica
Franz und Paul von Schönthan schufen 1883 mit der Komödie Der Raub der Sabinerinnen ein Theaterdenkmal, das in die Geschichte einging. Der in allen Situationen schlagfertige Schmie¬rentheaterdirektor Striese wurde von vielen berühmten Film- und Theaterschauspieler*in¬nen wie Albert Bassermann, Rudolf Platte, Gustav Knuth, Gert Fröbe, Willy Millowitsch, Katharina Thalbach oder Fritz Muliar verkörpert. In dieser Inszenierung des Wiener Burg¬theaters, zu Gast am 13. und 14.12.24, spielt ihn die Ausnahmeschauspielerin Birgit Minichmayr. Mit pointierten Missver¬ständnissen und vielen Verwechslungen gilt Der Raub der Sabinerinnen bis heute als bedin¬gungslose Liebeserklärung an das Theater.

Das Schauspiel in der zweiten Spielzeithälfte

Don’t Worry Be Yoncé
Von Stephanie van Batum
Mit einer wilden Mischung aus Schauspiel, Comedy, Konzert und Lifecoach-Seminar zeigen drei Spielerinnen am 17. und 18.01.25 den unglaublichen Facettenreichtum des Weltstars Beyoncé. In Form eines Tutorials erfahren die Zuschauer*innen in wenigen Schritten, was nötig ist, um SIE zu sein – how to be Bey. Und das ist mehr als singen, tanzen und performen, mindestens: Diva, Queen, Sexbombe, Mutter, Geschäftsfrau, Ehefrau, Feministin. Mit ihrer praktischen Anleitung, um der phänomenalen Pop- und R’n’B-Sängerin näher zu kommen, sorgte die Regis¬seurin Stephanie van Batum für Begeisterungsstürme. Ob es wirklich so ein-fach ist, Beyoncé zu sein, sei dahingestellt. Das Stück hat jedenfalls so viel Erfolg, dass es seit Jahren zum Repertoire des Schauspielhauses gehört.

Philoktet Antigone
Von Sophokles
Der Sophokles-Doppelabend Philoktet Antigone eröffnete das Schauspiel bei den Festspielen 2023 und wird wegen der großen Nachfrage am 07. und 08.02.25 noch einmal gezeigt. Die Inszenierung von Til¬man Gersch erzählt über Menschen, die das Staatswesen auf eine exis¬tentielle Probe stellen. Der einst gefeierte und dann geschmähte Feldherr Philoktet wurde durch einen Seherspruch zum Retter Griechenlands bestimmt. Er soll vor Troja für die käm¬pfen, die ihn verrieten. Philoktet weigert sich. Keine List, keine Drohung kann ihn bewegen, Odysseus nach Troja zu folgen. Und auch Antigone ist nicht bereit, ihre Überzeugungen dem öffentlichen Interesse zu opfern. Ihre Brüder erschlugen sich gegenseitig im Kampf um Theben. Der neue Herrscher Kreon verbietet die Bestattung des Aggressors Polyneikes. Vor der Stadt soll er verrotten, als abschreckendes Beispiel für alle, die den Aufstand wagen. Antigone widersetzt sich dieser grausamen Anordnung und bezahlt mit dem Leben.


Das Käthchen von Heilbronn
Von Heinrich von Kleist in einer Fassung von Elsa-Sophie Jach
Mit Texten aus Kein Ort. Nirgends von Christa Wolf
Heinrich von Kleists Ritterstück Das Käthchen von Heilbronn beginnt mit einem mittelalter-lichen Femegericht. Graf Wetter vom Strahl muss sich gegen Vorwürfe verteidigen, er habe das Käthchen manipuliert und gefügig gemacht. Die Inszenierung von Elsa-Sophie Jach zeigt zum Auftakt eine Teegesellschaft, in der sich der zeitlebens umstrittene Dichter für sein Werk rechtfertigt. Die so rätselhafte Käthchen-Figur, in der Inszenierung des Münchner Residenztheaters vom Ausnahmeschauspieler Vincent zur Linden dargestellt, wird konkret und fassbar. Sie steht für Kleists unbeirrbaren Weg zum Schriftsteller, auf dem er sich gegen unzählige Hürden und Widerstände zu wappnen hatte.
Wie Vincent zur Linden mit größter Zartheit den Dichter in seiner Figur aufgehen lässt, ist ein Beispiel her¬vorragender Schauspielkunst. Mit großer Lust bedient die Inszenierung außer-dem die mär¬chenhaften Komponenten des Stücks. So entsteht am 21. und 22.02.25 ein fesselnder Theaterabend, der gleich¬zeitig fordert und verzaubert.

Frieden Frauen Volksversammlung
Nach Komödien von Aristophanes
Die Götter haben den Olymp verlassen. Keinen Tag länger wollten sie zuschauen, wie die Menschen sich gegenseitig vernichten, wie sie miteinander zanken, wie alle nur auf den eigenen Vorteil aus sind. Die Menschen selbst kümmert das wenig. Sie gehen ihren Geschäf-ten nach, machen schlechte Politik, betreiben lukrativen Waffenhandel und leben in steti-gem Unfrieden. Den Mut zum Handeln hat, wie immer, nur eine Handvoll Unerschrockener. Das Ensemble der Pfalzbau Bürger Bühne erforscht am 27. und 28.02.25 mit einer Farce von vier Aristophanes-Komödien, welchen Handlungsspielraum jeder Einzelne im politischen Gefüge hat und ob das Lachen als Mittel der Bewältigung taugt – auch dann, wenn die Realität das kaum noch herzugeben scheint. Bei dieser Inszenierung werden sie von Sänge-rinnen des Ludwigsha¬fener Beethovenchors begleitet, der 2024 sein 100. Jubiläum feiert.


Mach es gut!
Geschichte eines Arbeitslebens
Schauspiel von Sylvia Sobottka
Maja, eine junge Frau in Polen, verliebt sich in einen Mann, der aus finanziellen Gründen nach Deutschland geht. Entschlossen folgt sie ihm und findet Arbeit als Putzkraft. Das Ar-beitsverhältnis zu den Menschen, für die sie arbeitet, ist geprägt von Nähe, Intimität und Ausbeutung. Mit der Zeit übernimmt sie immer mehr Verantwortung, beginnend mit einfa-chen Aufgaben wie dem Einkauf bis hin zur Pflege. Doch wer sorgt für sie selbst? Diese Frage steht am 07. und 08.03.25 im Zentrum des Theaterstücks, das Regisseurin Sylvia Sobottka am Theater Bremen basierend auf ihrer Herkunft und intensiven Recherchen entwickelt hat. Die Inszenierung wirft einen persönlichen und humorvollen, aber auch bitteren Blick auf die Menschen im Reinigungs- und Pflegesektor, die oft nicht die ihnen gebührende Wert-schätzung erhalten.

Ein Sommernachtstraum
Schauspiel von William Shakespeare
Liebe und Eifersucht, Witz, Magie und Poesie, das alles ist in William Shakespeares Komödie Ein Sommernachtstraum zu finden. Es ist schwer vorstellbar, dass man den unzähligen Insze-nierungen dieses Erfolgsstücks noch eine überraschende Lesart hinzufügen könnte. Dem Theater Basel aber ist genau das gelungen. Antú Romero Nunes verlegt die Handlung in eine Schulaula, in der ein ambitioniertes Kollegium sich um die Einstudierung des bei Lehrern beliebten Textes bemüht. Mit naivem Eifer nähert sich die vermeintliche Laienspiel¬gruppe der verschlungenen Handlung. Liegt der Fokus zunächst noch auf den typischen Ei¬genheiten und Empfindlichkeiten des Lehrpersonals, entwickeln sich dann doch die bekann¬ten Theater¬figuren und das selbstverständlich professionelle Ensemble des Baseler Theaters findet am 10. und 11.04.25 eine so skurrile wie ernsthafte Spielweise, die Shakespeare überzeugend ins Heute holt. Die Inszenierung wurde 2023 mit einer Einladung zum Berliner Theatertreffen ausge¬zeichnet.


Laios
ANTHROPOLIS II
Von Roland Schimmelpfennig
In einem hochpoetischen und multiperspektivischen Monolog, der die verschiedenen Cha-raktere und Mythenvarianten über den Vater des Ödipus zu Wort kommen lässt, geht Roland Schimmelpfennig der Frage nach, was das Paar Laios und Iokaste trotz des religiösen Verbotes dazu bewogen haben könnte, einen Nachkommen zu zeugen. Wie viel Verantwor-tung tragen die Eltern am Schicksal ihres Kindes Ödipus, das sie gleich nach der Geburt im Gebirge verschwinden lassen wollten? Wie viel Schuld wird von Generation zu Generation weitervererbt und wie viel Freiheit bleibt dem einzelnen, sich daraus wieder zu befreien?
Laios ist ein Teil des Antikenzyklus ANTHROPOLIS, den Karin Beier am Deutschen SchauSpiel-Haus Hamburg herausgebracht hat. Auch aufgrund der eindrucksvollen Darstellung durch die großartige Schauspielerin Lina Beckmann wurde die Inszenierung zum diesjährigen Berliner Theatertreffen eingeladen, in Ludwigshafen zu sehen am 13. und 14.06.25.

Kinder- und Jugendtheater

Spiel im Spiel
Wenn Kinder spielen, ist alles möglich: Der Boden könnte aus Lava sein, Objekte fliegen durch die Luft und alltägliche Gegenstände bekommen eine ganz neue Bedeutung. Im Kör-pertheater von Ceren Oran und Moving Borders für Kinder ab 3 Jahren entstehen spielerisch Welten mit eigenen Regelwerken, die immer wieder verändert, erweitert oder verworfen werden können. Drei Tänzer*innen lassen sich am 15. und 16.09.24 ein auf das Spiel im Spiel und probieren aus, welche Aktion zur nächsten führt. Wer bestimmt darüber, wie es weiter-geht und wie trifft man die beste Entscheidung? Alles ist möglich, auch die eben aufgebaute Welt wieder einzureißen, wenn die Karten durch einen neuen Impuls neu gemischt werden. Spiel im Spiel ist eine tänzerische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des kindlichen Spiels und eine Einladung dazu, diese zu gestalten.

Jazz für Räuber
Das Theater Mummpitz aus Nürnberg hat am 22.09.24 zeitloses Kasperltheater im Gepäck, bei dem ein gehöriges Maß an Anarchie auf die Klassiker des Jazz trifft: Seine Majestät König Semmelwurst der I. lädt ein zur Aufführung seiner berühmt berüchtigten Räubergeschichte: Die Geschichte über den gefährlichsten Räuber aller Zeiten!
Kasper, Seppl und Gretel brennen darauf, in dem Stück mitzuspielen. Alle Musiker sind auf ihren Plätzen, die Musik beginnt. Doch angeblich ist für Gretel in der Geschichte kein Platz. Sie spielt schlichtweg keine Rolle und soll einfach nur zuschauen. Unverschämtheit! Das lässt Gretel nicht auf sich sitzen! Sie verschafft sich kurzerhand ihre Rolle selbst und schon ent¬spinnt sich ein spannender Road-Trip durch die Welt des Jazz rund um die berühmteste und gefährlichste Räuberin aller Zeiten: Gretel Bandita Furiosa. Höchstes Vergnügen für Jung und Älter vorprogrammiert!

Geknitter – Gewitter
Papp und Pia machen ihren Namen alle Ehre und verwandeln alte Zeitungen, Pappkartons,
Papierrollen, Pergament in Spiel-Objekte. Keine möchte gerne alleine sein, immer wieder kommt die Sorge auf, die neu gefundene Freundin zu verlieren.
Ein kleines Missverständnis, ein kurzer Streit, ein lauter Knall kann so erschrecken, dass man die Hilfe der anderen sucht: spielend, tanzend, musizierend überwinden Papp und Pia scheinbare Probleme und ziehen mit ihrer Phantasie und Spiellaune das Publikum in ihren Bann. Das neuste Stück des Hof-Theaters-Tromm wurde für junges Publikum im Kinder-garten- und Grundschulalter entwickelt. Am 15. und 16.12.24 haben auch die Erwachsenen ihre Freude am lustvollen, artistischen Spiel.

Die Bremer Stadtmusikant*innen
Am 17. und 18.12.24 lädt das Hessische Landestheater Marburg mit dem Märchenklassiker der Brüder Grimm zum win¬terlichen Familienvergnügen ein.
Mit der Absicht Stadtmusikant zu werden, macht sich ein Esel, der nach jahrelanger harter Arbeit aussortiert werden soll, auf den Weg in die Stadt Bremen. Unterwegs trifft er einen Hund, eine Katze und einen Hahn, die sein drohendes Schicksal teilen. Alt und nicht mehr so leistungsfähig, wie sie es früher einmal waren, entfliehen sie ihrem Zuhause und einem un-glücklichen Lebensende. Doch der Weg ist beschwerlich, die Knochen müde, und so suchen die vier unterwegs Unterschlupf in einer Hütte. Der Beginn eines gemütlichen Abends, wä-ren da nicht die Räuber*innen, denen die Hütte gehört.
Die Erzählung der zusammengewürfelten Tiergruppe gehört in Deutschland zu den bekann-testen der gesammelten Volksmärchen der Brüder Grimm. Eine Geschichte über Freund-schaft, ungewöhnliche Weggenossnen, Außenseitertum und den Hürden, denen man im Alter entgegensteht. Themen, die zeitlos und hochaktuell sind.

Die Schneekönigin
Als die mächtige Schneekönigin Kay in ihren Eispalast entführt, überlegt Gerda nicht lange: Sie muss ihren Bruder retten! Doch Kay wird vom fiesen Eiswind bewacht und soll nach der letzten fehlenden Scherbe des Zauberspiegels suchen. Sobald der Zauberspiegel wieder zusammengesetzt ist, wird ganz Nordland im ewigen Winter versinken. Gerda steht also ein aufregendes Abenteuer bevor. Sie macht sich auf die Reise ins Reich der Schneekönigin und bekommt schon bald Unterstützung von allerlei lustigen und (mehr oder weniger) mutigen Gestalten. Begleitet vom gutmütigen Rentier Fritjof und dem vorlauten kleinen Troll Blonk warten viele Prüfungen auf das mutige Mädchen. Sie trifft auf verschlafene Baumgeister und ein leicht verwirrtes Runensteinorakel, landet fast auf dem Grill der Borkentrollräuberbande und muss sich schließlich der Schneekönigin selbst stellen.
In der Inszenierung des Pfalztheaters Kaiserslautern, am 12. und 13.01.25 auf den Pfalzbau Bühnen zu Gast, bleibt es bis zum Schluss spannend, ob Gerda und ihre Begleiter es schaffen, Kay aus den Fängen der Schneekönigin zu befreien.

Petra Pan
Petra Pan wird niemals erwachsen, oder zumindest denkt sie das. Sie lebt auf der fiktiven In-sel Nimmerland und ist die Anführerin der „lost children“, einer zusammengewürfelten Gruppe von heimatlosen Kindern. Ihr Gegenspieler ist der Anführer der Piraten: Kapitän Hook.
In Frank Hörners Inszenierung für das Comedia Theater Köln spielt Geschlecht keine Rolle, dafür aber das Erwachsenwerden umso mehr. Müssen Kinder für den Erhalt von Nimmer-land letztendlich irgendwann zu Piraten werden? Mit viel Musik wird aus einer alten Ge-schichte ein hochaktuelles Abenteuer, zu sehen am 20.01.25.

Anton – Das Mäusemusical
Die drei Mäusebrüder Franz, Willi und Anton haben sich zusammen mit ihrer Freundin Spinne unter einem Wohnzimmersofa eingenistet, wo sie es sich gut gehen lassen. Solange sie sich vom Staubsauger fernhalten, haben sie in ihrem feinen Leben nichts zu befürchten. Doch bald kommt Weihnachten und bei den Hoffmanns – den Erwachsenen, Omas oder Kindern, die die Wohnung besitzen – laufen turbulente Vorbereitungen. Auch die Mäuse freuen sich auf ihren eigenen weihnachtlichen Festschmaus. Besonders der kleine Anton ist sehr aufgeregt, da er es zum ersten Mal erlebt. Die große Freude der Drei hört aber abrupt auf, als sie den Wunschzettel des Kindes für das Christkind entdecken, auf dem steht: „Ich wünsche mir nichts sehnlicher als eine Katze.“ Das Weihnachtsfest droht auf eine Katas-trophe hinauszulaufen.

Mit witzigen Dialogen und mitreißenden Songs, die schnell zu Ohrwürmern werden, erzählt
Anton – Das Mäusemusical in der Aufführung der Württembergischen Landesbühne
Esslingen am 12.02.25 davon, wie große Heldentaten auf kleinen Pfoten möglich sind, wenn man zusammenhält.

Archipelago
Wie kleine Inseln schwimmen offene, warm ausgeleuchtete Zelte auf dem Boden und laden am 23. und 24.03.25 dazu ein, näher zu kommen. Jedes Zelt hält eine Überraschung bereit: Einen kleinen Brief mit einer Frage, einer Anregung zum Nachdenken oder einfach zum Träu¬men. Mit Archipelago will das Teatro Telaio die Kinder spielerisch dazu verführen, in ihrem jeweils eigenen Tempo von Zelt zu Zelt zu gehen, um dort ungestört zu forschen und eigene Gedanken zu entwickeln. Dabei bleibt es den Kindern überlassen, was sie tun oder nicht tun wollen: sie können sich zurückziehen, verweilen, vorbeigehen, zurückkommen. In jedem Zelt kann eine neue Begegnung mit sich selbst stattfinden, und es besteht auch immer die Mög¬lichkeit, etwas geschehen zu lassen. Und auch die Erwachsenen können sich dem Zauber nicht entziehen, der von den Inseln des Archipels ausgeht.

Shame – The Musical
Scham ist das Thema des ersten Musicals der JES-Geschichte mit allem, was dazu gehört: gefühlvollen Songs, einer Band bestehend aus Mitgliedern der Mannheimer Pop-Akademie, großer Besetzung, Tanzchoreographien und einer Liebesgeschichte.
Auch wenn wenig darüber gesprochen wird, ist Scham ein prägendes Thema im Alltag vieler Menschen. Um mehr darüber herauszufinden, werden vier junge Figuren in ein Kunstmu-seum geschickt. Ihre von der Schule hinterlegte Aufgabe besteht darin, mit einem Kunstwerk in Dialog zu treten. Indem sie dies (mehr oder weniger ernsthaft) versuchen, begegnen sie nicht nur sehr unterschiedlichen Sichtweisen auf Lebensformen und Schamgrenzen. Sie wer-den vor allem mit sich selbst konfrontiert und dann auch noch mit den schamhaft verbor-genen Geheimnissen ihrer Mitschüler*innen. Das JES gastiert mit Shame am 24.03.25.

Sonst Schoko
Vanille, Schoko oder Himbeer? Mango? Pistazie? Joghurt-Zimt? Waffel oder Becher? Und vielleicht noch Sahne? Soße? Krokant? Streusel? Löffel? Serviette?
So ein Eiskauf kann zur Qual der Wahl werden, wenn man sich nicht entscheiden kann. Genauso geht es Herrn Moritz, hinter dem die Schlange der Wartenden immer länger wird, und irgendwann ist auch die Geduld der Eisverkäuferin zu Ende.
In ihrem Solo jongliert Adeline Rüss am 06. und 07.04.25 geschickt mit den verschiedenen Figuren, die im portablen Eissalon auftauchen und wieder verschwinden – ein alltägliches Abenteuer mit wenig Prunk und Protz, aber viel Schwung und Spielfreude.
Sonst Schoko gewann den 1. Preis beim Kinder- und Jugendtheaterfestival KUSS 2024 in Marburg!

Memories
Mit Memories taucht das Theater Mummpitz ein in die faszinierende Welt der Erinnerungen. Wenn wir alltäglichen Gegenständen begegnen, können Erinnerungen ganz plötzlich auftau¬chen. Für die einen ist es eine einfache Tasse, ein Vogel, eine Kaffeedose, für die anderen beginnt sofort ein Spiel mit Erinnerungen an gemeinsame Nachmittage mit der Oma, Erinne¬rungen an einen Urlaub am Meer oder gesungene Lieder im Wald. Jedes Kind erspielt sich mit den einfachsten Gegenständen seine eigenen Geschichten und Phantasien. Echt erlebte oder auch nur erträumte, komische Geschichten, absurde Geschichten, Geschichten voller Poesie und Humor. In jedem Gegenstand sind Geschichten verborgen, die es zu entdecken gilt. Agnes Limbos, eine der führenden Objektkünstlerinnen der Compagnie Gare Central, nimmt das Publikum am 19.05.25 in Memories mit auf eine spannende Reise. Dabei begeg¬nen wir u.a. einem römischen Gladiator, einem verliebten König, zwei Schiffbrüchigen, die sich nach Jahren endlich wiederfinden, einem Kind allein in einem Haus und einer Möwe, die all das begleitet.

Junges Musical
Wer einmal eine Musical-Aufführung des Jungen Pfalzbaus besucht hat, wird bestätigen, dass die jungen Mitwirkenden Außerordentliches leisten. Unter der professionellen Anlei-tung von Iris Limbarth und ihrem Team bringt die engagierte Gruppe seit einigen Jahren
pro Saison ein neues Stück auf die Bühne, mit beeindruckendem tänzerischem und stimm-lichem Können, originellen Einfällen und phantasievollen Bühnenbildern und Kostümen. Auch am 28. und 29.06.25 gibt es wieder ein neues Musical des Ensembles, der Titel der neuen Produktion steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest und wird spätestens im Herbst in unseren Publikationen und auf der Webseite des Theaters bekanntgegeben.

Die Jahreskurse des Jungen Pfalzbaus

KINDERENSEMBLE JUNGER PFALZBAU
DRACO SALTA – Der Drachentanz
Ein Tanztheaterprojekt des Kinderensembles Junger Pfalzbau
für Kinder ab 7 Jahren / 2. – 4. Schulstufe
Kursbeginn: 18.09.24

In einem fernen Land leben die Völker glücklich und in Frieden miteinander, denn der König hat einen zauberhaften Drachen als Gefährten. Dieser beschützt das Land vor allem Unheil und zaubert nachts die goldenen Sterne an den Himmel.
Doch als die Königsfamilie verreisen muss, lauert bereits das Böse, um den Drachen mit ei-nem Fluch zu belegen. Wie soll es nun mit dem Land und seinen Bewohner*innen weiter-gehen? Wie können sie es gemeinsam schaffen, den kranken Drachen wieder zu heilen?
Dieses Projekt richtet sich an alle Kinder, die gleichermaßen gern tanzen und schauspielern. Zu ausgewählten Musikstücken werden unter der Leitung von Angelika Baumgartner aus Improvisationen eigene Choreographien entwickelt. Dabei können die Teilnehmenden ihren eigenen Bewegungsspielraum entdecken und ihr Repertoire erweitern. Jedes Kind kann seine Rolle selbst gestalten und den Verlauf der Geschichte mitbestimmen. Alle Ideen fließen in das Tanztheaterstück aus Tanz- und Theaterelementen mit ein.

TEENENSEMBLE JUNGER PFALZBAU
Mit den Augen der Anderen
Koproduktion mit der Musikschule Ludwigshafen
Kursbeginn 19.09.24

Wie wäre es, wenn es ein Land gäbe, in dem nur Mädchen und Frauen leben? Oder umge-kehrt – wenn es nur Männer und Jungs gäbe? Wundervoll, spannend, schrecklich oder langweilig? Wie sähe es dort aus und wie würden die Menschen dort leben? Und gibt es auch etwas dazwischen?
Inspiriert von der arabischen Geschichte König Hamed und das furchtlose Mädchen werden klassische Rollenbilder hinterfragt und neu zusammengesetzt. Aus den Forschungsergeb-nissen, Ideen und Wünschen soll unter der Leitung von Angelika Baumgartner eine eigene Geschichte entstehen, die als Theaterstück mit Tanzelementen aufgeführt wird.

JUGENDENSEMBLE JUNGER PFALZBAU
LOVE IS IN THE AIR
Ein Theaterprojekt über die Liebe, für Jugendliche ab 15 Jahren

Das Jugendensemble beschäftigt sich mit dem Thema Liebe, einem vielschichtigen Gefühl, das in verschiedenen Formen existiert und neben Freundschaft, Selbstfindung und Selbst-verwirklichung gerade für junge Menschen eine große Rolle spielt. Im Kurs von Fatih Peker werden verschiedene theaterpädagogische und performative Mittel eingesetzt, um gemein-sam Material zu sammeln. Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen und verschiedene Aspekte der Liebe. Dabei schöpfen die Spieler*innen aus eigenen persönlichen Erfahrungen, tauschen sich über gelernte Liebesformen und -modelle aus und entwickeln daraus eine Theaterinszenierung, die in einer Abschlusspräsentation im Sommer 2025 auf den Pfalzbau Bühnen zu sehen sein wird.

Die Extras

Salon Populaire
Auch in diesem Jahr laden wir während der Festspiele wieder in den Salon Populaire. Die Schauspielerin Valery Tscheplanowa, die Autorin Deniz Ohde und die Theaterkritikerin Esther Slevogt lesen aus ihren Werken, moderiert von der Journalistin Shirin Sojitrawalla.
Bei einer Diskussion mit dem Titel Zur Debatte: Demokratie gehören der Politikwissen-schaftler Herfried Münkler und der Autor Harald Martenstein zu den Gästen, die Moderation übernimmt die Zeit-Autorin Jana Simon.
Das Pferd im Brunnen ist Valery Tscheplanowas erster Roman. Davor ist sie als Schauspie-lerin bekannt geworden, mit Engagements am Deutschen Theater Berlin, am Schauspiel Frankfurt und am Münchner Residenztheater. Die aus Kasan stammende Valery Tscheplanowa reist mit ihrem 2023 erschienenen Debüt in die eigene Vergangenheit. Dabei beweist sie dieselbe sprachliche Sensibilität und Raffinesse, die ihr auch als Schauspielerin zu eigen ist.
Deniz Ohdes Romandebüt Streulicht war vor vier Jahren ein Überraschungserfolg. Mit vielen biographischen Bezügen erzählte die junge Autorin von der Anstrengung, die Fesseln ihrer Herkunft zu überwinden. Ich stelle mich schlafend erschien im Frühjahr 2024 und hat erneut die Überwindung von Determinationen zum Thema, diesmal geht es um das Frausein. Ohdes Protagonistin Yasemin gerät in eine toxische Beziehung und erkennt, dass sie in einer von Gewalt geprägten Umgebung nie gelernt hat, für sich einzustehen.
2015 widmeten die Festspiele Ludwigshafen dem Deutschen Theater Berlin eine Werkschau, und auch danach war das hervorragende Ensemble mehrfach auf den Pfalzbau Bühnen zu Gast. Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Journalistin Esther Slevogt eine brillant recher¬chierte Historie dieser bedeutenden Institution. Auf den Brettern der Welt zeigt mit großer Liebe zum Detail, wie sich politische Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte in der Kunst spiegelten.
Die Diskussion Zur Debatte: Demokratie fragt nach der aktuellen Situation und Zukunft unserer Regierungsform. Weltweit ist eine Stärkung autokratischer Systeme und populisti-scher Politiker zu registrieren. Aber ist das wirklich ein Indiz für schwindende Liberalität?

Oder geht es jetzt vor allem darum, die Demokratie selbst zu befragen und zu verändern, um sie zukunftsfähig zu machen? Die Journalistin und Autorin Jana Simon spricht mit Expertin¬nen und Experten über die aktuellen politischen Herausforderungen.

Café Concert: Comes Love / La vie en rose
Carolin Grein und die Sachs-Band laden zum Café Concert ins Gläserne Foyer. Dem ersten Konzert der Spielzeit haben sie den Titel eines Jazzstandards gegeben, dem eine Lebensweis¬heit zu Grunde liegt: denn laut Comes Love gibt es für nahezu jede Lebenslage einen Lö¬sungsvorschlag, ob es sich nun um nasse Füße, einen geplatzten Reifen oder Zahnschmerzen handelt. Doch wenn einen die Liebe erwischt, ist dagegen kein Kraut gewachsen. Das Stück La vie en rose ruft regelmäßig Seufzer im Publikum hervor und darf natürlich beim zweiten Konzert, das französische Chansons präsentiert, keinesfalls fehlen.

Wort & Wein
Schon zum Auftakt der regionalen Reihe Wort & Wein geht es um Genüsse. Das Kaffeehaus heißt eine Komödie von Carlo Goldoni, die Intendant Tilman Gersch bei den Festspielen Ludwigshafen auf die Bühne bringt. Passend dazu erörtern wir den Begriff der Kaffeehaus-kultur und werfen einen Blick in bekannte Cafés und Röstereien vor Ort. Das Weihnachts-Spezial widmet sich dem wichtigsten Symbol des Christfests: der immergrünen Tanne. Im Januar, also kurz vor Beginn der Fastenzeit, geht es um den Suchtfaktor von Schokolade und den Gesundheitsfaktor von Löwenzahn, selbstverständlich in Begleitung eines guten Glases Wein. Im März schließlich kommt auf leisen Pfoten der Wolf daher, ein im Grunde scheues Wesen, auf dessen Rücken zurzeit geradezu ideologische Kämpfe ausgetragen werden. Zu Gast sind die Weingüter Kranz aus Ilbesheim, Georg Mosbacher aus Forst, das Weingut Pflüger aus Bad Dürkheim und das Weingut Wolf aus Ungstein.

Sing dela Sing
Alle singen – all night long
Der Untertitel „Alle singen – all night long“ ist Programm: Vom ersten Moment bis zur letz-ten Note singen begeisterte Amateure gemeinsam aktuelle Popsongs. Die Texte gibt es lie-bevoll aufbereitet per Videoprojektion, drei gefragte Popmusik-Profis begleiten das Ganze, und innerhalb weniger Minuten macht das gemeinsame Singen alle unendlich glücklich. So

war es bei den Festspielen im vergangenen Jahr, und so wird es in diesem Jahr wieder sein. Die Menschen wollen singen, und bei Sing dela Sing trauen sich auch die Leute, die es sonst vielleicht nur unter der Dusche oder im Auto tun.

Das Land der verlorenen Götter
Kayıp Tanrılar Ülkesi
Lesung von Ahmet Ümit
In türkischer und deutscher Sprache
Ahmet Ümit haucht mit seinem gefeierten neuen Roman den alten Mythen im Schatten des Zeusaltars und des Pergamontempels neues Leben ein und zeigt uns, dass die Natur des Ver-brechens über Zeitalter und Kulturen hinweg beinahe unveränderlich zu sein scheint.
Yıldız Karasu, Hauptkommissarin der Berliner Polizei, und ihr Stellvertreter Tobias Becker müssen einen rätselhaften Serienmord im Berliner Pergamonmuseum aufklären und stoßen bei ihren Ermittlungen auf uralte Geheimnisse, die das Leben von zahlreichen Menschen zer¬stören können. Ein kriminologisches Abenteuer, das sich von den Straßen Berlins bis nach Bergama in Anatolien erstreckt. Als sich dann auch noch eine längst vergessen geglaubte Figur zu Wort meldet, steigt nicht nur bei den beiden Ermittlern die Spannung.
Ahmet Ümit, geboren 1960 in Ludwigshafens Partnerstadt Gaziantep, ist einer der meistgele¬senen Autoren in der Türkei.

Ich bin Orhan Veli
Schauspiel in türkischer Sprache
Der bekannte türkische Darsteller Kemal Kocatürk portraitiert einen der berühmtesten Dich-ter der Türkei. Ich bin Orhan Veli ist eine Hymne auf das kurze Leben von Orhan Veli Kanık, auf unvergessliche Gedichte, seine Sicht auf die Welt, seine Schriften und Geschichten, seine Lieb- und Freundschaften und sein vom Leid gezeichnetes Dasein. Das Theaterstück über-rascht uns mit bisher unbekannten Seiten des großen Schriftstellers und bezeugt, wie zeitlos seine Gedanken auch in der Gegenwart fortwirken. So erweist sich der Schriftsteller als weitblickender Visionär und mit seinen Werken taucht die Aufführung in eine vergangene Zeit ein, in der in der Türkei Werte und Kultur großgeschrieben wurden.

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