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Mannheim – Mannheim sagt HIV den Kampf an und wird Fast-Track City – Meilenstein für sexuelle Gesundheit und Prävention

Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar. Die Stadt Mannheim wird als erste Stadt in Baden-Württemberg Fast-Track City (FTC). Der Gemeinderat der Stadt Mannheim hat heute mit großer Mehrheit den Beitritt zum internationalen Fast-Track Cities-Netzwerk beschlossen. Mit diesem Schritt setzt Mannheim ein starkes Zeichen für die Bekämpfung und Entstigmatisierung von HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Mannheim ist zudem die erste deutsche Stadt, die ein spezielles Präventionsmodul für Jugendliche und HIV-Risikogruppen im Rahmen von Fast-Track City umsetzt. Ganz im Sinne des Leitbilds Mannheim 2030 unterstreicht der Beitritt einmal mehr das Engagement der Stadt für die Gesundheit und das Wohlergehen der eigenen Bürger*innen.

„Der Beitritt zum Fast-Track Cities-Netzwerk ist ein wichtiger Meilenstein für ein gesundes Mannheim. Wir setzen uns das ehrgeizige Ziel, zukünftig 95 Prozent der Jugendlichen und HIV-Risikogruppen umfassend über sexuell übertragbare Infektionen aufzuklären und somit sexuelle Gesundheit und Selbstbestimmung zu stärken. Damit übernehmen wir eine Vorreiterrolle und setzen ein klares Zeichen für Prävention und Aufklärung. Ich bin stolz darauf, dass Mannheim als erste Stadt in Baden-Württemberg diesen Schritt geht“, erklärt Oberbürgermeister Christian Specht.

Fast-Track Cities ist eine Initiative von UNAIDS, der für die Bekämpfung von HIV und AIDS zuständigen Organisation der Vereinten Nationen. Sie wurde 2014 in Paris ins Leben gerufen und hat die Beendigung der HIV-Pandemie bis 2030 zum Ziel. Städte können Fast-Track City werden, indem sie der Initiative durch Unterzeichnung der Pariser Deklaration beitreten und sich damit den entsprechenden Zielen verpflichten.

Die Ziele der FTC-Initiative werden in der Zahlenfolge „95 – 95 – 95 – 0“ zusammengefasst:

•95% aller HIV-positiven Menschen kennen ihren HIV-Status.
•95% der bekannten HIV-Infektionen sind in Therapie.
•95% der HIV-Therapien sind so erfolgreich, dass kein HI-Virus mehr nachweisbar ist und somit annähernd keine Ansteckungsfähigkeit mehr besteht.
•0% Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen, die von HIV betroffen oder bedroht sind.

„Der heutige Beschluss des Gemeinderats ist eine Antwort auf die größeren Herausforderungen, die Mannheim im Vergleich mit anderen Städten hat. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit dem Fast-Track Cities-Netzwerk und lokalen Partnern effektive Maßnahmen zur Verbesserung der sexuellen Gesundheit umzusetzen und somit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von HIV und STI hier in Mannheim und global zu leisten“, betont Gesundheitsbürgermeister Dirk Grunert. Als Fast-Track City will Mannheim aktiv daran arbeiten, dass Stigmatisierung und Diskriminierung von HIV und damit assoziierten Gesundheitsproblemen beendet werden, infizierte Menschen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und bei politischen Entscheidungen berücksichtigt werden. Dabei orientieren sich die Maßnahmen an den Menschen: Niemand soll zurückgelassen werden.

Die Stadt Mannheim wird als Teil des Netzwerks die Ziele der Pariser Deklaration verfolgen, indem sie sich um Verbesserungen bei Testmöglichkeiten, Therapiekapazitäten und der Antidiskriminierung bemüht. Darüber hinaus wird Mannheim auch ein spezielles Präventionsmodul zur STI-Aufklärung bei Jugendlichen und Risikogruppen implementieren. Dieses Modul soll in Zusammenarbeit mit lokalen Gesundheitseinrichtungen, Schulen und gemeinnützigen Organisationen wie auch Vereinen entwickelt und umgesetzt werden. Es könnte unter anderem zielgruppenspezifische Aufklärungskampagnen, Schulungen und leicht zugängliche Informationsmaterialien umfassen.

Bereits im Januar 2024 waren im Rahmen eines Fachtags zentrale Akteur*innen der Zivilgesellschaft in die Entwicklung eines lokalen Handlungskonzepts zur Bekämpfung von STI und zur Stärkung der sexuellen Gesundheit und Selbstbestimmung eingebunden worden. Fast 50 Teilnehmende diskutierten gemeinsam mit Expert*innen aus dem Gesundheitswesen und der Stadtverwaltung über mögliche Maßnahmen und Strategien. Die FTC-Initiative richtet sich neben HIV auch gegen Krankheiten, die häufig mit HIV-Infektionen assoziiert sind, beispielsweise andere STI wie Hepatitis B und C, Syphilis und Gonorrhoe (Tripper) und ähnliche Krankheiten. Auch Tuberkulose und psychische Krankheiten, insbesondere Suchterkrankungen, treten häufig zusammen mit HIV auf.

Die Inzidenzen (Fälle pro 100.000 Einwohner*innen) von HIV-Infektionen und anderer mit HIV assoziierter Infektionskrankheiten liegen in Mannheim deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt und den Inzidenzen anderer deutscher Großstädte, sodass hier Handlungsbedarf besteht. Von 2015 bis 2023 zusammengefasst, lagen die Gesamtinzidenzen aller meldepflichtigen STI (HIV, Hepatitis B und C, Syphilis) in Mannheim mit 651 deutlich über denen von Frankfurt (619), Karlsruhe (367), Bochum (355) und Freiburg (302). Für die einzelnen STI zeigen sich dabei in Mannheim im Vergleich zu den anderen Städten hohe Inzidenzniveaus zu HIV Hepatitis B und C sowie zu Syphilis. Insbesondere für Hepatitis B und C sind die jährlichen Fallzahlen seit 2021 deutlich angestiegen.

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