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Ludwigshafen – Stadt.Wand.Kunst – Wie Mannheim mit seiner Street Art Farbe bekennt

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Auf den ersten Blick wirkt Mannheim vielleicht grau – im Inneren ist die Stadt jedoch farbenfroher als gedacht.

Mannheim / Ludwigshafen / Metropolregion Rhein-Neckar – wer hier Kunst genießen möchte, muss nicht zwingend die KuMa besuchen. Stattdessen können bei einem Spaziergang durch die Stadt moderne Kunstwerke von internationalen Künstlern bewundert werden. Die gigantischen Wandgemälde, die auch unter der Bezeichnung Murals bekannt sind, gehören zum Mannheimer Kunstprojekt Stadt.Wand.Kunst. Dieses verwandelt das Stadtgebiet seit 2013 in eine Art Open Urban Art Museum, das Einheimische und Touristen gleichermaßen fasziniert.

Mit einem Mural nahm die Street Art in Mannheim ihren Lauf

Zugegeben – bei Kunst kommt es nicht unbedingt auf die Größe an. Schließlich sind einige berühmte Kunstwerke mit bloßem Auge kaum richtig zu erkennen. Man denke nur an die 2006 veröffentlichte Mikromalerei „The Portraits of 42 American Presidents“ des chinesischen Künstlers Jin Yin Hua. Auch um die insgesamt 185 in einen Kirschkern geschnitzten Gesichter im Dresdner Grünen Gewölbe zu sehen, kann eine gute Brille nicht schaden.

Dagegen ist die Straßenkunst in Mannheim kaum zu übersehen. Die inzwischen über 40 Murals sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt und erreichen teils eine Höhe von mehreren Metern. Als Erstes dieser riesigen Kunstwerke entstand 2013 „My Superhero Power is Forgiveness“. Es zeigt eine zierliche Person mit großen Kulleraugen und nachdenklichem Blick, die eine beeindruckende Vogel-Haube auf dem Kopf trägt.

Das Gemälde der beiden Künstler Jasmin Siddiqui und Falk Lehmann, die damals das Künstlerduo Herakut bildeten, zog die Mannheimer Bevölkerung sofort in seinen Bann. Seither wird die Street Art der Stadt jährlich um weitere imposante und meist farbenprächtige Wandbilder erweitert.

Wer sich den Beginn des Open Urban Art Museums anschauen möchte, sollte sich ins Mannheimer Quadrat F6 begeben. Die anderen Kunstwerke in den Quadraten können auf eigene Faust entdeckt oder im Rahmen einer Stadt.Wand.Kunst-Führung bewundert werden.

Nationale und internationale Künstler erweitern die Mannheimer Street Art

So gut wie jedes neue Mural, das die Mannheimer Straßenkunst noch farbenfroher gestaltet, wird inzwischen von den Mannheimern gefeiert. Eines der neusten Kunstwerke entstand im Sommer 2023 am Habichtplatz.

Zu Ehren des zehnjährigen Bestehens des Kunstprojekts kreierte der österreichische Künstler Perk up hier über einen Zeitraum von drei Tagen ein kollagenhaft angelegtes Wandbild. Dieses zeigt zwei atmosphärisch wirkende Landschaften in Grün- und Violetttönen, die aufgrund der eingesetzten Maltechnik leicht verschwommen wirken.

Vor Perk up, der mit bürgerlichem Namen Paul Riedmüller heißt, verewigten sich bereits viele andere deutsche und internationale Künstler im Mannheimer Stadtbild. Ruben Sanchez, Bond Truluv und Dmitri Aske sind nur einige Beispiele, die in diesem Zusammenhang genannt werden können. Was dabei auffällt: Der Großteil der Street-Art-Künstler ist männlich.

Jasmin Siddiqui, die zu den wenigen weiblichen Stars der Szene gehört, erklärt sich dieses Phänomen durch die Hintergrundgeschichte der meisten Street-Art-Creator. Zum großen Teil stammen diese aus der Graffiti-Szene, in denen die sogenannten „Writings“ genutzt würden, um das eigene Revier zu markieren. Dieses „Revierverhalten“ läge Frauen und Mädchen laut Siddiqui zumeist fern.

Die Künstlerin, die sich selbst „Hera“ nennt, erschuf bis 2020 gemeinsam mit ihrem Künstler-Kollegen Falk Lehmann große Wandbilder, die hauptsächlich fantasievolle Mischwesen aus Mensch und Tier zeigten. Werke des Duos können dabei nicht nur in Mannheim, sondern weltweit bewundert werden. Schließlich entschieden sich die beiden Street-Art-Künstler, getrennte Wege zu gehen – was sich jedoch keinesfalls auf ihre Kreativität auswirkte.

Mehr als bunte Bilder: Street Art soll zum Nachdenken anregen

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Street Art soll nicht nur schön aussehen, sondern zum Innehalten und Nachdenken anregen.

Die meist über mehrere Stockwerke reichenden Bilder an den Mannheimer Wänden sind zu jeder Jahreszeit ein beeindruckender Blickfang. Jedoch sollen sie nicht nur hübsch aussehen und einem Haus Farbe verleihen. Stattdessen verstehen sich die Street-Art-Künstler als visuelle Geschichtenerzähler, deren Werke zum Nachdenken anregen sollen. Deswegen weisen viele der Murals in Mannheim einen direkten oder indirekten Bezug zu ihrer Umgebung auf.

Ebenso kann es sich bei einem der großen Wandbilder um eine Art Mahnmal handeln. So soll das von Frank Lehmann alias „Akut“ erschaffene Werk „Gegen das Vergessen“ zu mehr Toleranz aufrufen. Der Künstler erschuf es in Anlehnung an die Porträts von Überlebenden des NS-Terrors, die von dem italienischen Fotografen Luigi Toscano für die Ewigkeit festgehalten wurden.

Verschiedene Stile treffen bei der Mannheimer Street Art aufeinander

Bei einem Spaziergang zu den zahlreichen Murals in Mannheim fällt schnell auf, dass keines davon einem anderen gleicht. Nicht nur die Motive zeugen von Individualismus, auch die Kunststile sprechen jeweils eine eigene Sprache.

So kreiert Künstlerin Jasmin Siddiqui viele Kunstwerke, in denen die Farbe Weiß vorherrscht. Ihren Stil entwickelte die studierte Grafikdesignerin auf ungewöhnliche Weise. Weil das Geld knapp war, konnte sie sich in ihrer Anfangszeit keine teuren Sprayfarben kaufen. Stattdessen nutzte sie Farbreste vom Sperrmüll.

Besonders häufig fand sie dabei weiße Farbe, die sie mit Wasser verdünnte. Aufgrund dieser Methode verliefen die gesprayten Linien ihrer Werke und erzeugten dadurch einzigartige Effekte. Wie diese aussehen, ist in der Mannheimer Hafenstraße gut zu sehen. Hier prangt auf einer dunklen Hauswand ein weißer, dreiäugiger Fuchs im XL-Format, der dem Beobachter entgegenzuspringen scheint.

Auch der gebürtige Libanese Yazan Halwani schmückte das Mannheimer Stadtgebiet mit seinem faszinierenden Stil, der in der Szene den Namen „Calligraffiti“ bekam. Eines seiner Kunstwerke – „The Inevitability of Leaving Things Behind“ – ist seit 2017 in den Mannheimer Quadraten zu bewundern. Gleich neben der „Mutter aller Murals“, mit der das Open Urban Art Museum in Mannheim seinen Lauf nahm, schmückt das Schwarz-Weiß-Bild eine helle Hauswand.

Gegenüber prangt auf einem Gebäude ein riesiges Bild eines abstrakten Hundes mit Sonnenbrille. Das hauptsächlich aus geometrischen Formen zusammengestellte Kunstwerk stammt von den Berliner Künstlern Low Bros, die ihrer Kreation den passenden Namen „New Wave“ verliehen. Aufgrund ihres beeindruckenden Designs wurde diese sogar auf einer 85-Cent-Briefmarke der Deutschen Post verewigt.

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