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Heidelberger Jugendgemeinderat unterzeichnet „Heidelberger Erklärung für ein Zusammenleben in Vielfalt“ – Vertretung der Jugend setzt ein Zeichen für Offenheit und Toleranz

Der Jugendgemeinderat hat in seiner Sitzung vom 19. April 2024 die „Heidelberger Erklärung für ein Zusammenleben in Vielfalt“ verabschiedet. Foto: Stadt Heidelberg
Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Der Jugendgemeinderat der Stadt Heidelberg hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 18. April 2024, die „Heidelberger Erklärung für ein Zusammenleben in Vielfalt“ unterzeichnet. Mit dieser Resolution bekennen sich die Jugendgemeinderäte zu Vielfalt, einem respektvollen Miteinander und Chancengleichheit aller Menschen in der Stadt.

Bereits am 1. Februar 2024 hatte der Gemeinderat die „Heidelberger Erklärung für ein Zusammenleben in Vielfalt“ verabschiedet. Der Jugendgemeinderat setzt mit der Unterzeichnung nun ebenfalls ein Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz.

Der vollständige Text der Resolution lautet wie folgt:

Heidelberger Erklärung für ein Zusammenleben in Vielfalt

Präambel

Die Stadt Heidelberg ist in ihrer langen Geschichte überwiegend geprägt von einem Zusammenleben im Geist der Offenheit und der Verständigung. Dieses Selbstverständnis gilt es zu bewahren und aktiv fortzuschreiben. Auf der Grundlage jener weltanschaulichen und religiösen Überzeugungen, die für das Wohl, die Achtung und die Freiheit eines jeden Menschen einstehen, besteht die Verpflichtung, ein gelingendes Zusammenleben in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft zu gestalten. Eine notwendige Verantwortung ergibt sich in besonderer Weise durch die historischen Erfahrungen geschehenen Unrechts in unserer Stadt. Aber auch aktuelle Auswüchse gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit fordern eine Positionierung und ein Engagement, das sich gegen die Ausgrenzung und Herabwürdigung von einzelnen Menschen und Gruppen stellt, wie sie beispielsweise in rassistischen, sexistischen und homophoben Diskriminierungen wirksam werden.

Eine Vielzahl von Heidelberger Initiativen, Organisationen und Einrichtungen, Religionsgemeinschaften und Kirchen, Vereinen, Gewerkschaften und Unternehmen übernimmt bereits seit langer Zeit die Verantwortung, ein respektvolles Zusammenleben in unserer Stadt zu fördern. Gemeinsam wollen wir als Heidelberger Jugendgemeinderat im Rahmen eines Bündnisses das breite gesellschaftliche Engagement in unserer Stadt für ein von gegenseitiger Anerkennung und Verständigung getragenes Miteinander zusammenführen. Durch gemeinsame beziehungsweise abgestimmte und öffentlichkeitswirksame Aktivitäten wollen wir das bestehende Engagement sichtbarer machen. Mit dieser Resolution erklären wir Heidelberger Jugendgemeinderätinnen und Jugendgemeinderäte unser Selbstverständnis als Bündnispartner*innen.

Anerkennung der Gleichberechtigung unterschiedlicher Identitäten und Lebensentwürfe

Im Bewusstsein der unveräußerlichen Würde und der Grundrechte jedes einzelnen Menschen, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ihren Ausdruck finden, anerkennen wir die Gleichberechtigung vielfältiger menschlicher Identitäten und Lebensentwürfe. Wir erklären unsere Bereitschaft, uns aktiv für deren gesellschaftliche Akzeptanz, Anerkennung und Wertschätzung einzusetzen, und fördern somit ein respektvolles Zusammenleben in unserer Stadt.

Engagement gegen Diskriminierung

Das Zusammenleben in unserer städtischen Gemeinschaft bedarf der Pflege, der Fürsorge und des Engagements aller gesellschaftlichen Kräfte. Wir wollen einen Beitrag leisten für eine Stadtgesellschaft, die von Inklusion und Solidarität geprägt ist. Niemand darf insbesondere aufgrund der sozialen oder ethnischen Herkunft, der Hautfarbe, des Geschlechts, der geistigen, psychischen oder körperlichen Fähigkeiten, des Alters, der sexuellen oder geschlechtlichen Identität, der Religion oder Weltanschauung herabgewürdigt oder diskriminiert werden.

Förderung der Chancengleichheit

Unsere Überzeugung ist, dass jeder Mensch über individuelle und vielfältige Potenziale verfügt. Wir wollen ein Klima in unserer Stadt schaffen, in dem die Menschen ihre Potenziale bestmöglich entfalten können und einen Zugang zur gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben haben. Eine offene und wertschätzende Auseinandersetzung mit der Vielfalt eines Menschen weitet die jeweilige Perspektive und fördert das gegenseitige Verständnis. In der offenen Begegnung und Verständigung verlieren Vorurteile ihre Kraft und wechselseitiges Vertrauen kann wachsen. Der positive Umgang mit Vielfalt ist bereichernd und kann zusätzlich Impulsgeber für zukunftsfähige Entwicklungen in der Stadtgesellschaft sein.

Grenzen der Toleranz

Die Anerkennung von Vielfalt kann in diesem Verständnis aber nicht grenzenlos sein. Als wesentliches Merkmal unserer freiheitlich demokratischen und pluralistischen Gesellschaft hört Toleranz dort auf, wo sich Einzelne, Gruppen, Institutionen und Strukturen in ihrer Haltung und ihrem Handeln gegen die Werte unseres Grundgesetzes sowie gegen die Werte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte richten. Auf unseren Widerspruch und unseren Widerstand trifft erst recht jeder Aufruf zu Hass, Gewalt und Ausgrenzung.

Gemeinsames Handeln

Ein gleichberechtigtes Miteinander gelingt nur, wenn eine respektvolle und wertschätzende Verständigung wechselseitig gelebt wird. Wir wollen hierfür ein starkes Beispiel sein und einen solchen Umgang in und zwischen unseren Initiativen, Organisationen, Einrichtungen, Vereinen, Unternehmen und Religionsgemeinschaften pflegen. Die Bereitschaft zur gegenseitigen Verständigung und zu einem respektvollen Umgang ist gerade bei Konflikten unverzichtbar. Konflikte versuchen wir im gemeinsamen Gespräch zu klären.

Als Heidelberger Jugendgemeinderat wollen wir im Sinne einer freiwilligen Partnerschaft zusammenwirken und unsere Kräfte zur Gestaltung eines gelingenden Miteinanders verbinden. Unter Einbeziehung bestehender Netzwerke wollen wir uns als Bündnis und im Rahmen unserer jeweiligen individuellen und strukturellen Möglichkeiten für die Anerkennung von Vielfalt und gegen Diskriminierung in Heidelberg engagieren. Es ist unser gemeinsames Ziel, den Geist dieser Erklärung in die Breite unserer Stadtgesellschaft zu tragen und ein gleichberechtigtes Miteinander in Vielfalt zu fördern.

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