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Heidelberg – Wolfsbrunnen: Mauern der historischen Gartenanlage aufwändig und ökologisch saniert – Amphibien und Farne während der Bauphase umgesiedelt und umgepflanzt

Diese Stützmauer soll nun wieder mindestens 100 Jahre halten – beim Vor-Ort-Termin am 10. April 2024 (von links): Dr. Ernst Baader, Leiter des Landschafts- und Forstamtes, Klimabürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, Umweltamtsleiterin Sabine Lachenicht und Rainer Nobis, Vorsitzender des Vereins „Freunde und Förderer des Wolfsbrunnen e. V.“.
Foto: Peter Dorn

Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Die Wolfsbrunnen-Anlage in Heidelberg-Schlierbach ist ein beliebtes Ausflugsziel – jetzt hat die Stadt Heidelberg Teile des Mauerwerks und Treppen der historischen Gartenanlage aufwändig saniert. Die untere Stützmauer und das Eingangsportal zur Brunnenstube waren einsturzgefährdet. Großen Aufwand hat die Stadt insbesondere zum Schutz von Tieren und Pflanzen betrieben. Es gibt dort ein beträchtliches Amphibienvorkommen und eine hohe Dichte an unterschiedlichen, regional bedeutenden Farnarten. Während der Bauphase waren die Amphibien umgesiedelt und die Farne umgepflanzt worden. Die Gesamtmaßnahme hat rund 300.000 Euro gekostet. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat die denkmalschutzrechtliche Sanierung des „Kleindenkmals von besonderer Bedeutung“ genehmigt.

Bei einem Pressetermin am Mittwoch, 10. April 2024, machten sich Klimabürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, der Leiter des Landschafts- und Forstamts Dr. Ernst Baader, die Umweltamtsleiterin Sabine Lachenicht, Mechthild Schwarz vom Amt für Baurecht und Denkmalschutz sowie ein Vertreter des Tiefbauamtes ein Bild von der gelungenen Sanierung. Mit dabei waren außerdem Vertreter des Vereins Freunde und Förderer des Wolfsbrunnen e. V.

„Hier ist tolle Arbeit geleistet worden – sowohl mit Blick auf den Naturschutz als auch auf den Denkmalschutz. Diese Sanierung ist ein gutes Beispiel dafür, wie die behutsame Sanierung eines historischen Ortes gelingen kann. Schön, dass wir zum Erhalt dieses Kleinods beitragen konnten“, sagte Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain.

„Ich bedanke mich sehr herzlich für die Bereitschaft der Stadt Heidelberg, das Sanierungsprojekt anzugehen, und für die gute Zusammenarbeit während der Bauphase“, sagte Rainer Nobis, Vorsitzender des Vereins Freunde und Förderer des Wolfsbrunnen e. V. Er betonte zudem: „Das gesamte Gelände rund um den Wolfsbrunnen wird von freiwilligen Helfern sehr aufwändig gepflegt. Zudem leisten die Freiwilligenagentur und das städtische Landschaftsamt wertvolle Unterstützung. Wir hoffen, dass die jahrhundertealten Mauern im oberen Quellgarten im Laufe der kommenden Jahre ebenfalls noch saniert werden – sie sind bereits teilweise eingestürzt.“

Die Bauarbeiten im Detail

• Das gesamte untere Stützmauerwerk ist saniert worden, indem besonders geschädigte Mauerbereiche abgetragen und neu aufgesetzt worden sind. Zudem ist das Fugenmaterial erneuert worden. Für den Erhalt der unteren Stützwand ist eine Dränage eingebaut worden. Sie leitet die im Quellgarten anfallenden Niederschlagwassermengen oberhalb der Mauer gezielt ab und reduziert so die Wassermenge, die an der Stützwand versickert.
• Die komplette Treppenanlage in den oberen Quellgartenbereich ist saniert worden.
• Das Schmuckgeländer und die Toranlage auf der Mauerkrone sind ertüchtigt worden.

Die ökologische Baubegleitung im Detail

• Während der Bauarbeiten sind die Amphibien in ihrem Sommerquartier im Randbereich der Sandsteinmauer geschützt und bedarfsweise ins Umfeld umgesiedelt worden.
• Die Farne sind vor Baubeginn fachkundig aus den Mauerfugen geborgen worden. Als Ersatzwuchsort ist eine Sandsteinschüttung am Hangbereich zum Wolfsbrunnen angelegt worden. Nach der Sanierung sind sie in die Mauerfugen am neuen Standort eingepflanzt worden. Diese Fugen wurden mit entsprechendem Substrat vorbereitet. Bis zum Anwachsen sind die Farne regelmäßig gewässert und andere hohe Pflanzen vor der Mauer beseitigt worden.

Hintergrund: die Wolfsbrunnen-Anlage

Der Wolfsbrunnen ist eine historische Anlage in Heidelberg-Schlierbach und insbesondere durch seine Geschichte und Kulturgeschichte von besonderer Bedeutung für die Stadt. Das Gebäude des Wolfsbrunnens entstand ursprünglich um 1550 als Jagd- und Lustschloss des Kurfürsten Friedrich II. von der Pfalz und durchlebte in der Folge eine wechselvolle Geschichte. Die Anlage ist von Bedeutung für die Gartendenkmalpflege.

Auf dem Gelände der Wolfsbrunnen-Anlage verbirgt sich zudem so manche Überraschung: So entstand hier 1872 die erste öffentliche Wasserversorgung der Stadt Heidelberg. Hinter den heutigen Stahltüren befindet sich noch die dazugehörende Trinkwasseraufbereitung mit Sammelbecken. Sieben gefasste Quellen füllen die Anlage, deren Wasser heute aber über den Wolfsbrunnenteich in den Neckar geleitet wird. Früher versorgte die Anlage die Altstadt mit Trinkwasser bester Qualität, wurde aber 1998 aus technischen Gründen stillgelegt. In den Hangbereichen finden sich außerdem viele kleine Fließ- und Sickerquellen.

Der Wasserreichtum ist die Grundlage für die zahlreichen Gewässer wie den Teich und die Feucht- und Nasswiesen. Deshalb ist der Wolfsbrunnenteich ein bedeutendes Laichgewässer für Amphibien, insbesondere für den Bergmolch. Aber auch Erdkröte, Grasfrosch und Salamander finden hier ihren Lebensraum. Streuobstwiesen bieten Brutmöglichkeiten und Nahrung für Vögel und Insekten und fördern die Artenvielfalt, ebenso wie ein neu installiertes Insektenhaus, das bedrohten Insektenarten als Nisthilfe dient.

Der Freundeskreis Wolfsbrunnen e. V. wurde im Jahr 2006 von Schlierbacher Bürgerinnen und Bürgern gegründet, um die Bedeutung des Ortes verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und durch kulturelle Angebote zu beleben.

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