Mannheim – Austausch mit Caritas – Warschau über Flüchtlingshilfe Gruppe aus Mannheim besucht polnische Kollegen

Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar. Kein Land hat so viele ukrainische Flüchtlinge aufgenommen wie Polen – um zu erfahren, was das für die Caritasarbeit vor Ort bedeutet, hat eine Delegation vom Mannheimer Caritasverband die Caritas in Warschau besucht. Die beiden Verbände pflegen seit mehr als zehn Jahren eine gute Partnerschaft miteinander. Die Besucherinnen aus Mannheim – Vorstandsvorsitzende Regina Hertlein, Abteilungsleiterin Stefanie Paul und Pressesprecherin Julia Koch – erfuhren, mit welcher Tatkraft und Schnelligkeit die polnischen Kolleginnen und Kollegen in Aktion traten. Als Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine angriff, handelte die Warschauer Caritas sofort. Sie bot ihren 40 ukrainischen Beschäftigten an, sie bei der Unterbringung von Angehörigen aus der Ukraine zu unterstützen. Bereits am zweiten Kriegstag schickte der Verband den ersten Hilfstransport aus Warschau auf den Weg. Und der erste Flüchtling stand vor der Tür (500.000 kamen insgesamt in den folgenden Monaten nach Warschau). Es ging eine Webseite online, über die man Wohnraum zur Verfügung stellen konnte – bereits am nächsten Tag waren die ersten Angebote da. Außerdem wurde ein Aufruf für freiwillige Helfer gestartet, auf den sich rund 170 Personen meldeten. „Es gab ein großes Mitgefühl der Bevölkerung mit den Ukrainern und einen großen Willen zu helfen“, so Priester Zbigniew Zembrzuski, Direktor der Warschauer Caritas.

Unterkünfte sowie die Ausgabe und der Transport von Hilfsgütern blieben in den folgenden Monaten Schwerpunkte der Flüchtlingshilfe. So stellte die Warschauer Caritas 123 Wohnungen zur Verfügung, in denen 300 Menschen unterkamen. Weitere 200 Geflüchtete wurden in Caritas-eigenen Einrichtungen untergebracht – beispielsweise in einem Obdachlosenheim. Es wurde eine Ausgabestelle für Hilfsgüter geschaffen, in der die Geflüchteten kostenlos Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel bekamen. In Spitzenzeiten wurden dort 300 Pakete pro Tag ausgegeben, derzeit sind es rund 100. 30 Hilfstransporte gingen in die Ukraine. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Angebote, darunter die Ausgabe von Medikamenten und Lebensmittelgutscheinen, Kinderbetreuung, Unterstützung bei der Arbeitssuche, rechtliche, soziale und psychologische Beratung und Soforthilfe am Bahnhof. Die Lebensmittelausgabe und die Obdachlosenheime, in denen Flüchtlinge zeitweise untergebracht waren, konnten die Mannheimer Besucherinnen kennenlernen. Eine Sozialarbeiterin berichtete im Gespräch von traumatisierten Kindern, die sich bei Sirenengeheul oder Fluglärm unter dem Tisch versteckten.

Ein großes Thema war die Integration der Geflüchteten in Deutschland und Polen. „Was machen wir mit den Menschen, die so schnell wie möglich zurück in die Ukraine wollen oder gar keinen Plan für die Zukunft haben?“ formulierten die Warschauer Kollegen eine der Herausforderungen. Vorstandsvorsitzende Regina Hertlein sagte: „Alle Geflüchteten, egal woher, sollten ab dem ersten Tag Anspruch auf einen Sprachkurs haben und bei uns arbeiten dürfen. Und auch diejenigen, die nicht bleiben wollen, sollten dazu motiviert werden, denn selbst, wenn sie in ihr Heimatland zurückkehren, lernen sie damit wichtige Fähigkeiten.“ Einig waren sich alle, dass es eine der großen Caritas-Aufgaben in den nächsten Jahren sein wird, den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken und rechtsextremen Positionen entgegenzutreten. Regina Hertleins Bilanz nach dem Besuch: „Unsere Partnerschaft ist von hohem Respekt und hoher Wertschätzung geprägt. Wir haben die gleiche Basis, die gleichen Ziele, und unsere Hilfen sind trotz anderer Ausgangslage sehr ähnlich. Ich hoffe sehr für die Caritas in Polen, dass dieser Krieg in unmittelbarere Nachbarschaft und der damit einhergehende Krisenmodus bald beendet werden kann.“

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