Heidelberg – „Partnerschaft auf neues Level gehoben“: Neue Projekte mit Montpellier erfolgreich angelaufen Kooperationen in Wirtschaft, Mobilität und Schul e- Delegation aus französischer Partnerstadt zu Gast


Die Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner (5.v.l.) und Michaël Delafosse (7.v.l.) haben gemeinsam mit Unternehmern aus Heidelberg und Montpellier im Business Development Center den Startschuss für einen neuen Austausch zwischen Betrieben aus beiden Städten gegeben.
Foto:Tobias Dittmer

Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Neue Kooperationen für Klimaschutz und nachhaltige Mobilität, in der Wirtschaft und im Schulbereich: Darauf hatten sich Heidelberg und Montpellier im vergangenen Jahr zum 60. Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft verständigt. Seither wurde die Zeit gut genutzt: In allen Bereichen sind Projekte erfolgreich angelaufen. „Mit den neuen Kooperationen heben wir die Städtepartnerschaft zwischen Heidelberg und Montpellier auf ein neues Level. Beide Städte profitieren in ganz unterschiedlichen Bereichen von ihrer Partnerstadt. Im öffentlichen Nahverkehr helfen uns die Erkenntnisse Montpelliers bei der schrittweisen Einführung eines kostenlosen Angebotes weiter. Im Gegenzug geben wir gerne unsere Erfahrungen beim Ausbau des Radwegenetzes in Heidelberg an unsere französischen Freunde weiter“, sagte Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner anlässlich des Besuches einer Delegation aus Montpellier um Oberbürgermeister Michaël Delafosse vom 12. bis 13. September 2022 in Heidelberg.

Oberbürgermeister Prof. Würzner weiter: „Mit dem Start eines Wirtschaftsaustausches wollen wir Unternehmen aus beiden Städten stärker vernetzen – insbesondere im Start-up-Bereich –, wir wollen Synergien nutzen und neue Wege der Zusammenarbeit entwickeln. Heidelberg und Montpellier sind starke Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorte, die sich für Innovation und Nachhaltigkeit einsetzen. Das gilt es gemeinsam zu nutzen. Davon werden beide Städte, die Unternehmen selbst und damit letztlich auch deren Mitarbeitende profitieren.“

Wirtschaft: Unternehmer aus Montpellier für neues Austauschprogramm zu Gast

Die Oberbürgermeister von Heidelberg und Montpellier haben am 13. September im Business Development Center (BDC) im Heidelberg Innovation Park (hip) den Startschuss für einen neuen Austausch zwischen Betrieben aus beiden Städten gegeben. Drei Unternehmer aus Montpellier sind – gemeinsam mit Vertretern der dortigen Wirtschaftsförderung – die gesamte Woche über in Heidelberg zu Gast, ein weiteres französisches Unternehmen nimmt digital am Programm teil.

Für die Firmen aus Montpellier hat das Heidelberger Amt für Wirtschaftsförderung jeweils – je nach Branche und Interesse – individuelle Programme mit Unternehmensbesuchen und Gesprächen zusammengestellt. Darüber hinaus erhält die französische Delegation Einblicke in das Neuenheimer Feld und den Technologiepark, die Bahnstadt und in den hip mit ansässigen Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Vorträge und weitere Informationen zum Wirtschafts- und Forschungsstandort Heidelberg sowie zur Medtech & Biotech-Region Rhein-Neckar runden das Programm ab.

Die teilnehmenden Betriebe aus Montpellier kommen – ebenso wie die Heidelberger Unternehmen – insbesondere aus dem Hightech-, digitalen und medizinischen Bereich: CILcare bietet präklinische Dienstleistungen im Bereich Forschung und Entwicklung an und hat sich auf Hörkrankheiten spezialisiert. Das Start-up KanopyMed entwickelt digitale Tools für die öffentliche Gesundheit, die zum Beispiel eine Analyse des Zusammenhangs zwischen Luftverschmutzung und Gesundheit der Einwohner ermöglichen. Solasys ist ein Prüfungs- und Beratungsunternehmen für Cybersicherheit. Numalis entwickelt Software, die bei der Konzeption und Validierung von KI hilft. Ihre Tools unterstützen dabei, die Zuverlässigkeit neuronaler Netze zu zeigen und ihr Verhalten zu erklären.

Grégoire Mercier, Mitbegründer des Unternehmens KanopyMed aus Montpellier, bilanzierte zum Ende des Aufenthaltes in Heidelberg: „Für ein französisches Start-up-Unternehmen war diese Austauschwoche eine großartige Gelegenheit, das lokale Wirtschafts-Ökosystem zu verstehen und potenzielle Geschäftspartner zu treffen.“

Im Oktober 2022 ist ein Gegenbesuch von vier Heidelberger Unternehmen – Nicarus, BPP Badische Peptide und Proteine, INCTEC und HD Vision Systems – in Montpellier geplant. Das Programm zur Förderung der Internationalisierung von Unternehmen wurde gemeinsam durch das Amt für Wirtschaftsförderung und Wissenschaft der Stadt Heidelberg und das Amt für wirtschaftliche Attraktivität und Entwicklung der Stadt Montpellier entwickelt.

Nachhaltige Mobilität

Ein weiterer Schwerpunkt beim Besuch der französischen Delegation in Heidelberg war das Thema Nachhaltige Mobilität: Oberbürgermeister Prof. Würzner stellte bei einem Pressegespräch am 12. September gemeinsam mit seinem Amtskollegen Michaël Delafosse erste Zahlen der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) zu den von der Stadt Heidelberg bezuschussten Nahverkehr-Abos für Heidelberger Kinder, Jugendliche und Schülerinnen und Schüler unter 21 Jahren, Heidelberg-Pass-Inhaber und Seniorinnen und Senioren ab 60 Jahren sowie Frührentnerinnen und Frührentner vor. In den ersten Tagen seit Verkaufsstart wurden über die Vertriebskanäle der rnv bereits rund 11.500 bezuschusste Tickets verkauft. Davon gingen nachweislich etwa 1.500 Tickets an Neukundinnen und Neukunden – das entspricht einer Steigerung von rund 15 Prozent (Stand 7. September 2022; mehr Infos zu dem Angebot unter www.heidelberg.de/hd4mobility). In Montpellier gibt es bereits einen kostenlosen ÖPNV für bestimmte Bevölkerungsgruppen, der Vorbild für die jüngsten Heidelberger Initiativen war.

Bei einer zweistündigen Fahrradtour durch Heidelberg zeigten die Verkehrsexpertinnen und
-experten vom städtischen Verkehrsmanagement der französischen Delegation wichtige Radverkehrsprojekte in der Stadt, etwa die Fahrradstraße Gaisbergstraße, die Baustelle Fahrradparkhaus Europaplatz, den verkehrsberuhigten Bereich Blumenstraße und die Schnellradstrecke in der Friedrich-Ebert-Anlage. Noch dieses Jahr beginnen die Arbeiten an der Entwicklung der Heidelberger Radstrategie. Zu den einzelnen Arbeitsschritten und Inhalten ist ein regelmäßiger Austausch zwischen den Fachleuten der beiden Verwaltungen geplant. Montpellier steht beim Ausbau des Radverkehrs noch am Anfang und möchte deshalb von den langjährigen Erfahrungen Heidelbergs profitieren.

Grundschulen: Schülerinnen und Schüler stehen miteinander in Kontakt

Schon die Kleinen verstehen die wichtige Bedeutung einer Freundschaft. Anlässlich des 60. Jubiläums der Partnerschaft hatten die beiden Städte vereinbart, die Kooperation im Bildungsbereich auf Grundschulen auszuweiten. Bereits im Januar 2022 ist das Projekt gestartet. Dabei bilden drei Heidelberger Grundschulen jeweils ein Tandem mit drei Grundschulen in Montpellier. Bei einem Besuch der französischen Gäste am 13. September in der Albert-Schweitzer-Schule im Pfaffengrund berichteten Lehrkräfte und Kinder, welcher Austausch bislang bereits stattgefunden hat – in digitalen Formaten, aber auch über Briefe. Wie Schülerinnen und Schüler heutzutage schon im jungen Alter über rund 1.000 Kilometer Entfernung miteinander in Kontakt stehen können, wurde bei einer Live-Schalte mit der Partnerschule in Montpellier, der Charles-Dickens-Schule, deutlich.

Oberbürgermeister Prof. Würzner überreichte Staufermedaille an Prof. Godé

Große Verdienste um die Städtepartnerschaft zwischen Heidelberg und Montpellier hat über viele Jahre Prof. Dr. Dr. h.c. Maurice Godé erworben. Im Rahmen des Delegationsbesuches hat Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner dem 82-Jährigen am 12. September bei einem Festabend im Prinz Carl die Staufermedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg überreicht.

Seit 1987 bis zu seiner Emeritierung war Godé Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Paul-Valéry-Universität in Montpellier. Während seiner Lehrtätigkeit und über seine Emeritierung hinaus hat er sich um die Partnerschaften zwischen beiden Städten verdient gemacht. Besonders engagiert war er für das Heidelberg-Haus in Montpellier und die Partnerschaft zwischen den Universitäten. „Sie sind eine Schlüsselfigur der Städtepartnerschaft zwischen Heidelberg und Montpellier und ein Brückenbauer zwischen Deutschland und Frankreich“, würdigte Prof. Würzner das Wirken von Prof. Godé.

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