Ludwigshafen – 88.000 begeisterte Menschen beim Filmfestival

Ludwigshafen / Metropolregion Rhein-Neckar, den 10. September 2022 –
88.000 begeisterte Menschen beim Filmfestival – Das 18. FESTIVAL DES DEUTSCHEN FILMS LUDWIGSHAFEN AM RHEIN unterstreicht seinen Ruf als zweitgrößtes Publikumsfestival Deutschlands
„Ich hatte es gehofft, aber nicht erwartet“, sagt Festivalintendant Dr. Michael Kötz erleichtert. Nach den Prognosen wird das 18. Festival des deutschen Films mit rund 88.000 Kinobesucher*innen am Sonntag, den 11. September zu Ende gehen.

„Mit 88.000 Besuchern liegen wir etwa 50% über 2021 und erfreulicher Weise auch nur 25% unter 2019. Im Vergleich zu anderen großen Kulturveranstaltungen, die auch in 2022 noch weitaus höhere Einbußen haben, stehen wir also ganz gut da. Aber so schön es ist, das Publikum wieder in die Kinos strömen zu sehen, wirtschaftlich sind wir damit leider noch nicht ganz im grünen Bereich“, so Festivalintendant Dr. Michael Kötz. „ Da wir 80% unseres Etats selbst erwirtschaften, müssen wir – auch wegen gestiegener Kosten – wenigstens wieder auf 100.000 Besucher kommen.“

Heute Abend werden die Preise im Rahmen einer Galaveranstaltung vergeben, zu der knapp 2.000 Gäste in den Zeltkinos erwartet werden. Vergeben werden von der diesjährigen Jury – Barbara Philipp, Wolfgang Esser und Andreas Kleinert – der „Filmkunstpreis“ in den Kategorien „Bester deutscher Film oder Fernsehfilm des Wettbewerbs“, „Beste Regie des Wettbewerbs“ und „Bestes Drehbuch des Wettbewerbs“ sowie der „Rheingold Publikumspreis“.

„Heute, wo die Filmkunst droht gänzlich abzuwandern in die private, heimische Rezeption vor den Mattscheiben, ist das überhaupt die allerwichtigste Aufgabe: So viele Menschen wie möglich zu begeistern für Filmkunst auf der Leinwand, auf der alle wie aus einem großen Fenster hinaus in die Welt oder hinein in fremde Innenwelten schauen. Die ganze Energie beim Festivalmachen muss mehr denn je gleichrangig aufgeteilt sein zwischen der Suche nach filmischer Qualität einerseits und der Suche nach einem möglichst großen Publikum, dass diese Qualität dann auch erlebt, andererseits. Angesichts unserer egoistischen und gespaltenen Gesellschaft wird es dringend Zeit, die Parole Hilmar Hoffmanns von der „Kultur für alle“ wieder auszugraben und sie mit großem Ernst umzusetzen. Wir sind sehr stolz darauf, mit unserem „Wein-Film-Volks-Diskussions-und-Erlebnis-Filmfestival der besonderen Art“, einen Teil dazu beizutragen“, so Festivalintendant Dr. Michael Kötz.

Dabei ist bemerkenswert, dass das Publikum sich zwar gern auf die Komödien gestützt hat, die durchaus zahlreich vertreten waren im diesjährigen Filmschaffen des Landes. Zugleich aber war das Interesse an den sehr ernsten Themen keineswegs geringer – vom Unglück in Ramstein über die Lebenssituation Gehörloser bis zum Thema Sterbebegleitung.

73 Filmgespräche mit den Kreativen vor und hinter der Kamera organisierte das Festival in diesem Jahr, 10.000 Menschen haben daran teilgenommen. Die von etablierten Filmkritiker geführten Diskussionsrunden – Julia Teichmann, Dr. Josef Schnelle und Rüdiger Suchsland – bleiben ein wichtiger Bestandteil des Festivals, geschätzt von Publikum und Branche.

Ein Geheimnis des Erfolgs ist daher die wechselseitige Hochachtung zwischen Stars und ihrem Publikum. Wenn beispielsweise beim Besuch von Iris Berben spontaner Applaus schon auf dem Weg zum Kinozelt vom Publikum gespendet wird und bei ihrem Filmtalk über 500 Gäste bis spät in den Abend intensiv diskutieren, dann ist das ein magischer Moment in der deutschen Festivallandschaft. Oder die Präsentation der SWR-Fernsehproduktion “Ramstein – Das durchstoßene Herz”, die Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt und Regisseur Kai Wessel auf der Basis der realen Ereignisse gestalteten, führte zu langen intensiven Diskussionen zwischen Programmmacher*innen und dem Ludwigshafern Publikum, von denen beide Seiten profitierten.

Das Festivalprogramm – eigenwillig, stilbewusst und klassisch – präsentierte in seiner 18. Ausgabe eine Auswahl von insgesamt 49 Filme, davon 40 deutsche und neun internationale Produktionen.

In 2022 begrüßte das Festival wieder über 300 Gäste aller Gewerke. Darunter waren die Ehrengäste/Jury Barbara Philipp, Wolfgang Esser und Andreas Kleinert sowie Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff, die diesjährigen Preisträgerinnen für Schauspielkunst Anne Ratte-Polle und Verena Altenberger, die Gewinner desLudwigshafener Drehbuchpreis Eva und Volker A. Zahn sowie Joachim Król, Natja Brunckhorst, Silke Bodenbender, Uwe Rhode, Alina Levshin, Sönke Wortmann, Claudia Michelsen, Anne Zander, Jan Krauter, Nhung Hong, Andrea Sawatzki, Maria Happel, Taneshia Abt, Rainer Kaufmann, Anna Schudt, Leander Haußmann, Lena Stahl, Katharina Maria Schubert, Janina Elkin, Friederike Becht, Christian Redl, Caroline Cousin, Ulrike Folkerts, Alexander Heldt, Friederike Jehn, Lisa Bitter, Ulrich Tukur, Thomas Schmauser, Dirk Martens, Hans-Jochen Wagner, Inka Friedrich, Tonio Schneider, Iris Berben, Godehard Giese, Judith Altenberger, Claude Heinrich u.v.a.m.

Auf das zweite „Open-Air Kino“ wurde dieses Jahr verzichtet. Die state-of-the-art LED-Leinwände mit digitaler Tonübertragung auf Kopfhörer für jede Besucherin oder Besucher waren aber schon am Nachmittag gut ausgelastet und auf dem Festival und von der anderen Rheinseite ein Hingucker.

Großer Beliebtheit erfreute sich auch dieses Jahr das „Kinderfilmfest“, wieder kuratiert von Rolf-Rüdiger Hamacher, das sieben Produktionen für unterschiedliche Altersgruppen präsentiert.

Weitere Highlights des 18. Festivals des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein waren die Preisverleihung für Schauspielkunst an Verena Altenberger und Anne Ratte-Polle, die Verleihung des „Ludwigshafener Drehbuchpreis“ an das Autorenteam Eva Zahn und Volker A. Zahn, die Sonderveranstaltung „Film & Wein“ sowie die von Festivalintendant Dr. Michael Kötz inszenierte „Filmakademie für alle“, die sich wachsender Beliebtheit bei den Festivalgästen erfreut.

Das 19. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein ist von Ende August bis Anfang September 2023 geplant.
Quelle: Festival des deutschen Films

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