Kaiserslautern – Gurs-Ausstellung in Osthofen – Auftaktveranstaltung in der Gedenkstätte

Dorthin wurden die pfälzischen Jüdinnen und Juden deportiert: Lager Gurs am Fuß der Pyrenäen
Foto: Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde
Kaiserslautern / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak/Bezirksverband Pfalz) – Die Ausstellung „Gurs 1940. Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden“ ist vom 14. September bis 15. Dezember in der Gedenkstätte KZ Osthofen, Ziegelhüttenweg 38, zu sehen (Eintritt frei). Den Auftakt bildet die Veranstaltung „Forschen, Dokumentieren, Erinnern: Die Forschung zu den nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden aus der Pfalz und neue digitale Formen der Dokumentation und Erinnerung“ am Dienstag, 13. September, um 18 Uhr. Roland Paul, ehemaliger Leiter des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde, der noch dessen Arbeitsstelle „Geschichte der Juden in der Pfalz“ ehrenamtlich leitet, berichtet von seinen jahrzehntelangen Forschungen zu den nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden aus der Pfalz. Unter anderem auf Basis der von ihm gesammelten Daten erstellte das Generallandesarchiv in Karlsruhe eine umfangreiche Datenbank mit Informationen zu den nach Gurs Deportierten. Die Datenbank wird vorgestellt von Simon Metz vom Landesarchiv Baden-Württemberg – Generallandesarchiv Karlsruhe. Danach präsentiert Ulrike Holdt, die Leiterin des NS-Dokumentationszentrums Rheinland-Pfalz, eine neue Website der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz zu den Deportationen aus der Pfalz nach Gurs. Im Anschluss daran bietet Roland Paul eine Führung durch den Ausstellungsteil zur Pfalz an. Um Anmeldung bis 12. September unter info@ns-dokuzentrum-rlp.de oder telefonisch unter 06242 910810 wird gebeten. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Gedenkstätte dienstags bis freitags von 8 bis 17 Uhr und samstags, sonn- feiertags von 13 bis 17 Uhr zu sehen.

Die Deportation von mehr als 6.500 Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland ist Thema der umfassenden Wanderausstellung. Bei den Verschleppungen am 22. und 23. Oktober 1940 handelt es sich um eine der ersten systematischen Deportationen durch die Nationalsozialisten. Das Ziel der Züge, die in zahlreichen Städten gestartet waren, war das Lager Gurs, das am Fuße der Pyrenäen in Südwestfrankreich 1939 für Flüchtlinge des spanischen Bürgerkrieges errichtet worden war. Viele der Deportierten starben dort oder in anderen Lagern Südfrankreichs. Die in Gurs Internierten wurden ab dem Sommer 1942 nach Auschwitz-Birkenau und Sobibor verschleppt und ermordet. Nur wenige Menschen überlebten.

Die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz (GHWK) hat die Ausstellung in deutscher und französischer Sprache erarbeitet. Sie zeigt den Ablauf der Deportation und das Verhalten der lokalen Bevölkerung, beschreibt die furchtbaren hygienischen Zustände im Lager Gurs anhand von Berichten, Fotos und Zeichnungen der dort internierten Menschen und beleuchtet schließlich auch die Zusammenarbeit der Vichy-Regierung mit den Nationalsozialisten. Weitere Kapitel widmen sich der Erinnerungskultur und der Aufarbeitung.

Die Ausstellung ist von Pfälzer Städten, Gemeinden, Museen und Initiativen kostenfrei beim Bezirksverband Pfalz buchbar (Telefon 0631 3647-166 und a.pfenninger@bv-pfalz.de). Weitere Infos unter https://www.bv-pfalz.de/gedenken-erinnern/80-jahre-gurs/; dort sind auch Videos der Vorträge und des Gesprächskonzerts anlässlich der Ausstellungseröffnung im Historischen Museum der Pfalz in Speyer im Frühjahr 2021 zu sehen.

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