Heidelberg – Biologische Vielfalt: Erfolg für die Kreuzkröte – Schutzmaßnahmen greifen

In Heidelberg finden Kreuzkröten einzig in der stillgelegten Kiesgrube Engelhorn ideale Bedingungen zur Fortpflanzung und Entwicklung. Foto: Stadt Heidelberg

Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Die Kreuzkröte ist stark gefährdet und streng geschützt. In Heidelberg pflanzt sie sich einzig im Gebiet Grenzhof in der stillgelegten Kiesgrube Engelhorn fort. Um ihren Bestand zu sichern, hat das Amt für Umweltschutz der Stadt Heidelberg in den vergangenen zwei Jahren fünf Gewässer angelegt. Diese befinden sich auf einem langfristig gepachteten Acker, welcher von einem Landwirt aus der Nutzung genommen und zur Verfügung gestellt wurde. Die Gewässer dienen insbesondere der Fortpflanzung und Entwicklung der Kreuzkröten. Der Bau und die Pflege werden über die Landschaftspflegerichtlinie des Landes Baden-Württemberg gefördert. Die Gewässer werden vom Amt für Umweltschutz in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund (NABU) Heidelberg beobachtet und bei großer Trockenheit und Hitze im Bedarfsfall aufgefüllt, um die Entwicklung der Kaulquappen bis zum Leben an Land zu gewährleisten.

Hintergrund ist, dass die Kreuzkröte ganz besondere Bedingungen für ihre Entwicklung benötigt. Ursprünglich kommt sie in den sandigen Fluss- und Bachauen vor, in denen durch natürliche Überschwemmungen immer wieder neue Gewässer entstehen. Insbesondere durch die Befestigung der Fließgewässer hat sie diesen Primärlebensraum verloren. Heute ist sie fast ausschließlich in Sekundärlebensräumen, wie zum Beispiel Sand- oder Kiesgruben, zu finden. Zur Fortpflanzung bevorzugt die Kreuzkröte frisch entstandene, vegetationsfreie Gewässer, da diese nicht von Fressfeinden der Kaulquappen besiedelt sind und sich schnell erwärmen.

Das Trockenfallen der Gewässer ist ein wichtiger Teil der Lebensraumdynamik der Kreuzkröte. Vier der fünf Teiche, die keine Kaulquappen mehr beherbergen, sind nun bewusst ausgetrocknet. Lediglich der fünfte Teich wird weiter bewässert, bis sich alle Kaulquappen vollständig ausentwickelt haben. Die aktuell ausgetrockneten Gewässer mögen vernachlässigt wirken, sind jedoch notwendiger Teil der Artenschutzmaßnahmen für die Kreuzkröte und werden vom Amt für Umweltschutz überwacht. So konnte sich die Kreuzkröte auch dieses Jahr trotz der trockenen Witterungsbedingungen erfolgreich fortpflanzen und findet im nächsten Jahr wieder geeignete Gewässer für die Fortpflanzung vor.

Rückzugsraum für Bergmolche, Mauereidechsen und Ringelnatter

Bei den regelmäßigen Begehungen werden neben den Gewässern auch Versteckplätze untersucht, die zurzeit von kleinen Bergmolchen und Kreuzkröten aufgesucht werden. Unter den großen Steinen hält sich auch bei den hohen Temperaturen ausreichend Feuchtigkeit. Das Areal wird außerdem von den streng geschützten Mauereidechsen und der Ringelnatter genutzt, die ebenfalls unter den großen Steinen kühle Versteckplätze finden.

Ergänzend: Die Entwicklung der Kreuzkrötenkaulquappen zählt zu den kürzesten aller Lurcharten Mitteleuropas, sodass die jungen Kreuzkröten die Gewässer noch vor dem Trockenfallen verlassen können. In der Laichzeit von April bis Mai sind die Kreuzkröten-Rufe manchmal über zwei Kilometer weit zu hören. Gut zu erkennen sind die mittelgroßen Froschlurche am typisch weißlich-gelben Streifen auf dem Rücken.

Zu dieser Pressemitteilung bieten wir Ihnen zwei Fotos zur redaktionellen Verwendung an:

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