Mannheim – Diakonie Deutschland-Vorständin Sozialpolitik Maria Loheide zu Besuch bei Amalie

Mannheim / Metropolregion Rhein-Neckar

Wunsch nach Bundessonderprogramm „Ausstieg“

Am 10. August besuchte die Vorständin Sozialpolitik bei der Diakonie Deutschland Maria Loheide die diakonische Beratungsstelle Amalie für Frauen in der Prostitution. Anlass bot das Interesse an der aktuellen Situation der Arbeit mit Frauen insbesondere der Armutsprostitution aus Osteuropa. Bei einer Führung durch die Räumlichkeiten von Amalie hatte Maria Loheide die Möglichkeit sich ausführlich über die Beratungsstelle und das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderte Aussteigerinnen-Projekt „Horizonte“ (Juli 2021-Dezember 2022) zu informieren. Anwesend bei dem Termin waren Urs Keller, Oberkirchenrat der Diakonie Baden, und seine Kollegin Beatrix Vogt-Wuchter, Leiterin des Vorstandsbereich diakonische Einrichtungen. Ralph Hartmann, Dekan der Evangelischen Kirche Mannheim, freute sich über den Besuch und betonte in seiner Begrüßung als Gastgeber, wie wichtig es sei, die Debatte, um Ausstiegsverfahren für Frauen aus der Zwangs- und Armutsprostitution zu führen. Maria Loheide, die in engem Dialog mit den Fraktionen der Bundesregierung steht, zu Gast zu haben, sei von großer Bedeutung. Auch Astrid Fehrenbach, Leiterin von Amalie, inklusive dem Team aus Sozialarbeiterinnen und Ehrenamtlichen, freute sich über den Besuch und bestätigt, dass das Thema Ausstieg nicht gut durchdacht sei und Hürden in vielerlei Hinsicht zu überwinden seien. Insbesondere Wohnungslosigkeit, der unsichere Aufenthaltsstatus vieler Frauen, der fehlende Zugang zu gesundheitlicher Versorgung und häufig auch geringe Sozialleistungen stellten schier unüberwindliche Hindernisse dar, sich eine Existenz außerhalb der Prostitution aufzubauen. Wichtig seien niederschwellige Angebote. „In unmittelbarer Nähe zum Rotlichtmilieu stehen wir den Frauen im Rahmen von Streetwork, mit medizinischer Versorgung durch unsere ehrenamtlichen Ärzte und unserem Beratungsangebot zur Seite.“ Hinzu kam in Zeiten von Corona das Angebot an Essenspaketen. Viele Frauen seien in dieser Zeit besonders in ihrer Existenz aufgrund der prekären Lage gefährdet gewesen, so die ehrenamtliche Mitarbeiterin Hanne Kerker.

Gruppenfoto: (v.l.n.r.) „Wunsch nach Bundessonderprogramm „Ausstieg““: Ralph Hartmann, Urs Keller, Hanne Kerker, Laura Quandt, Beatrix Vogt-Wuchter, Maria Loheide, Astrid Fehrenbach und Jasna Dominkovic in der Beratungsstelle Amalie.

Wohnprojekt wichtiger Hebel, wenn es um Ausstieg geht

Eva war hochschwanger als sie vor der Tür bei Amalie stand, berichtet Laura Quandt, Sozialtarbeiterin bei Amalie. Dabei hatte sie nur das an Kleidung und Gepäck dabei, was sie am Leib tragen konnte. Über das Wohnprojekt, eine Wohnung, die Amalie seit 2016 angemietet hat, habe man der Frau ad hoc Hilfe und Schutz bieten können. Um den Frauen außerhalb der Prostitution eine neue Lebensperspektive zu ermöglichen, sei die Wohnung deshalb ein wichtiger Hebel, ohne die ein Ausstieg nicht gelänge. Hierbei sei jedoch eine zuverlässige Finanzierung unerlässlich. „Es bedarf großer Bemühungen, um dieses wichtige Ziel erreichen zu können“, sagt Astrid Fehrenbach.

 

„Wir brauchen einen Runden Tisch Prostitution auf Bundesebene“, sagt Maria Loheide. Eine Evaluation des Prostitutionsschutzgesetzes, mit der Frage, warum melden sich die Frauen an, müsse man außerdem neben einer Dunkelfeldstudie anstoßen. Denn eigentlich wisse man in Deutschland nicht wirklich, wie viele Frauen, der Prostitution nachgehen. Zudem müsse man herausfinden, was den Frauen den Ausstieg erleichtern würde. „Die Stimme der Frauen spielt dabei eine wesentliche Rolle“. Es wäre gut im Rahmen diese Debatte nicht über die Frauen zu sprechen, sondern sie sprechen zu lassen. Ein von Bund gefordertes Ausstiegsprogramm sei unerlässlich.

 

Die Beratungsstelle Amalie berät und unterstützt in Mannheim Frauen, die in der Prostitution tätig sind oder aussteigen möchten und wurde 2013 gegründet. Viele der Frauen befinden sich in prekären Armutssituationen. Amalie bietet psychosoziale Beratung, Begleitung, medizinische Grundversorgung und Ausstiegshilfen an. Die Beratungsstelle wird finanziert durch die Stadt Mannheim, das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg und das Diakonische Werk. Weitere Infos unter www.amalie-mannheim.de, www.diakonie-mannheim.de (JeLa)

Quelle: Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche Mannheim

Fotoquelle: Diakonisches Werk / Jessica Lammer

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