Heidelberg – Bahnstadt feiert Jubiläum: Erste Bewohnerinnen und Bewohner zogen vor zehn Jahren ein – Bilanz 2012 bis 2022: Jeder zweite Neubürger lebt in Passivhaussiedlung – Hälfte aller Heidelberger Neubauten entstand in Bahnstadt


10 Jahre Wohnen in der Passivhaussiedlung: Ebenso wie Bahnstädter Marco Tidona (links) und seine Familie haben seit 2012 rund 5.800 Menschen ein neues Zuhause in der Bahnstadt gefunden. Zu Besuch in dessen Garten sind Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner (2.v.l.), Heike Rompelberg vom Vorstandsteam des Stadtteilvereins Bahnstadt und Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck. Foto: Tobias Dittmer

Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Zehn Jahre ist es her, dass die ersten Bahnstädterinnen und Bahnstädter im Sommer 2012 ihr Zuhause im neuen Heidelberger Passivhaus-Stadtteil bezogen. Wo einst Gleisanlagen und verwilderte Schotterflächen des ehemaligen Heidelberger Güterbahnhofs lagen, füllt sich das neue Quartier seitdem mit Leben. 2012 wurden zahlreiche Wohnungen im ersten Bauabschnitt entlang der Schwetzinger Terrasse, Promenade und im Langen Anger bezogen. Heute wohnen rund 5.800 Menschen in der Bahnstadt, darunter zahlreiche Familien und Studierende.

Die Bahnstadt ist der Wohnungslieferant für Heidelberg: Sie ist der Stadtteil, in dem seit 2012 am meisten Wohnraum geschaffen wurde – und das komplett in energieeffizienter Passivhaus-Bauweise. Von insgesamt 6.455 Wohnungen im Neubau, die seit 2012 in Heidelberg entstanden, befinden sich 3.174 Wohnungen im neuen Stadtteil. Damit wurde jede zweite Neubauwohnung Heidelbergs in der Bahnstadt gebaut. Die hohe Zahl an neuem Wohnraum schlägt sich in der Bevölkerungsentwicklung nieder: Seit 2012 hat jede zweite Neubürgerin und jeder zweite Neubürger Heidelbergs den neuen Lebensmittelpunkt in der Bahnstadt. Dabei ist jede Dritte und jeder Dritte aus anderen Stadtteilen Heidelbergs zugezogen. Somit konnten diese Familien in der Stadt gehalten werden und zogen nicht ins Umland.

„Dank der Bahnstadt konnte unsere Stadt enorm wachsen: von rund 500 Menschen im Jahr 2012 auf über 5.800 Menschen heute und das nahezu klimaneutral aufgrund des Passivhaus-Bauweise. Die Einsparung an CO2-Emissionen für das Heizen beträgt bis zu 94 Prozent pro Person und Jahr im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise. Das schont die Umwelt und in punkto Heizkosten den Geldbeutel – aufgrund der aktuellen Energie-Krise so sehr wie nie zuvor“, sagt Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner.

„Die Stadt Heidelberg hat mit der Bahnstadt rund 5.800 Menschen ein neues Zuhause gegeben und eine Infrastruktur geschaffen, von der alle Heidelbergerinnen und Heidelberger profitieren. Wohnraum ist für alle Generationen angelegt – vom Mikroappartement über große Etagenwohnungen bis hin zu barrierefreien Wohnungen. Der Druck auf den Wohnungsmarkt in allen Stadtteilen wäre heute um ein Vielfaches höher, hätten wir nicht rund 3.200 Bahnstadt-Wohnungen in zehn Jahren geschaffen“, sagt Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck.

„Der Stadtteilverein Bahnstadt hat das Ziel, den Stadtteil lebendig zu gestalten und das Miteinander zu fördern – durch Mitgliedertreffs, Themenabende, Stadtteilfrühstücke und weitere Veranstaltungen, die wir nach zwei ,Corona-Jahren‘ wiederbeleben wollen. Bereits vor dem Einzug in die Bahnstadt 2012 haben sich erste Pioniere zusammengefunden, um den Stadtteilverein zu gründen, sich bei der Entwicklung der Bahnstadt einzubringen und die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner auch gegenüber der Stadt zu vertreten“, sagt Heike Rompelberg, Vorstandsmitglied des Stadtteilvereins Bahnstadt.

Einzug in die Bahnstadt

Die ersten Mehrfamilienhäuser waren ab Juni 2012 bezugsfertig, die Kita „Schwetzinger Terrasse“ mit Plätzen für 60 Kinder eröffnete im September 2012. Ende 2013 war die Bevölkerung bereits um knapp 900 Menschen auf rund 1.400 Einwohnerinnen und Einwohner gewachsen. Inmitten des Baugeschehens fanden die Stadtteil-Pioniere erste Treffpunkte. Legendär: der Nachbarschaftstreff „LA33“, initiiert vonseiten der Stadt. Dort entstand zeitgleich im Jahr 2012 ein Bürgertreff, dessen Regie nach einer Ausschreibung dem „Kulturfenster“ übertragen wurde.

Das kommunale Wohnungsunternehmen GGH war der erste Investor in der Bahnstadt und errichtete das Quartier „Schwetzinger Terrassen“. 2019 folgte das Quartier MEILEN.STEIN zwischen den Straßen Langer Anger und Grüne Meile mit 185 Mietwohnungen. Insgesamt besitzt die GGH 232 Wohnungen verschiedener Größen in der Bahnstadt.

In der Bahnstadt sind sämtliche Gebäude nach dem strengen Energieeffizienz-Standard „Passivhaus“ errichtet. Der Energiebedarf bei dieser Bauweise liegt um bis zu 80 Prozent niedriger als in herkömmlichen Wohngebäuden. Die Einsparung an CO2-Emissionen für das Heizen beträgt bis zu 94 Prozent pro Person und Jahr im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise.

Mit der Vorgabe des Baus von Passivhäusern war die Stadt Heidelberg beim Thema Klimaschutz ein Vorreiter für andere Kommunen in Deutschland. Das gilt auch international und wird entsprechend beachtet: Delegationen von Architekten, Politikern, Gemeinderäten aus den USA, China und Japan und sind immer wieder zu Besuch in der Bahnstadt.

Jung und international

Die Bahnstadt ist nicht nur mit Blick auf ihr Entstehen ein junger Stadtteil, sondern auch in punkto Altersstruktur. Der neue Stadtteil besitzt im Vergleich mit anderen Heidelberger Stadtteilen das mit Abstand niedrigste Durchschnittsalter mit 29,5 Jahren (Durchschnitt Heidelberg: 39,9 Jahre). Dort leben überdurchschnittlich viele Kinder. Jeder fünfte Einwohner ist ein Kind (21 Prozent). Das ist der zweithöchste Wert im Stadtgebiet nach dem Emmertsgrund (Durchschnitt Heidelberg: 15 Prozent). Aufgrund der zahlreichen dort lebenden Familien gibt es überdurchschnittlich viele Geburten im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße. Die Bahnstadt hält mit rund 1,8 Kindern pro Frau weiter die höchste Geburtenziffer aller Heidelberger Stadtteile.

Der junge Stadtteil ist international aufgestellt: Mehr als jeder Vierte besitzt einen ausländischen Pass (27 Prozent, in Heidelberg: 19 Prozent). Insgesamt sind in der Bahnstadt mehr als 102 Nationalitäten vertreten, wobei in keinem anderen Stadtteil Heidelbergs anteilig zur Bevölkerung mehr Menschen aus China und Indien wohnen.

Lebendiges Miteinander: Stadtteilverein feiert zehnjähriges Bestehen

Das lebendige Miteinander im Stadtteil fördert der im Jahr 2012 gegründete Stadtteilverein Bahnstadt mit rund 500 Mitgliedern. Dieser setzt sich für die Belange der Menschen in der Bahnstadt ein und hat bereits viele Entwicklungen angestoßen, etwa den Wochenmarkt oder den Standort des neuen Konferenzzentrums in der Bahnstadt.

Der Stadtteilverein feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum. Das Bahnstadtfest mit dem Bahnstadtlauf findet am Samstag, 9. Juli 2022, statt, sowie eine Jubiläumsfeier am Sonntag, 24. Juli 2022, zu der die Gründungsmitglieder als Ehrengäste, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt sowie Mitglieder eingeladen sind.

Über die Entstehung der Bahnstadt

Das urbane und innenstadtnahe Quartier, das direkt am Hauptbahnhof und dem neuen Europaplatz liegt, ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Deutschlands und zugleich eine der weltweit größten Passivhaus-Siedlungen. Nach Fertigstellung bietet der junge Stadtteil mehr als 12.000 Menschen Wohn- und Arbeitsraum. Derzeit arbeiten rund 4.200 Beschäftigte in der Bahnstadt.

Bei der Entwicklung des neuen Stadtteils ist die Stadt Heidelberg komplett neue Wege gegangen: Über eng mit der Stadt verbundene Partner, die eigens gegründete Entwicklungsgesellschaft Heidelberg, bestehend aus Sparkasse Heidelberg, der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GGH und LBBW Immobilien, wurde in einem ersten Schritt mehr als die Hälfte des Areals angekauft und dann gemeinsam unter Führung der Stadt entwickelt. Von Anfang an war es das Ziel, einen klimaneutralen Stadtteil zu schaffen. Daher wurde zuerst ein Energiekonzept entwickelt. Ergebnisse sind der Passivhausstandard für alle Gebäude sowie die Energieversorgung durch ein Biomassekraftwerk. Auf diese Weise konnten Passivhaus-Energiestandards bereits in Kaufverträgen mit Investoren festgelegt werden. Heute gibt es neben den Wohnhäusern unter anderem auch eine Schule und Kitas, ein Kino, Einkaufszentrum und Hotels in Passivbauweise.

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