Ludwigshafen – Zum Diebstahl von Stolpersteinen in Ludwigshafen ein Statement der Freireligiösen Gemeinde Ludwigshafen und dem Verein Ludwigshafen setzt Stolpersteine e.V.


Dreister Diebstahl von 5 Stolpersteinen in Friesenheim
Symbolbild Archiv MRN News
In der Nacht zum 20. Juni wurden im Ludwigshafener Stadtteil Friesenheim fünf Stolpersteine gewaltsam entfernt und gestohlen.
Stolpersteine sind 10 x 10 cm große Mahnmale, die vor die zuletzt freiwillig gewählte Wohnung von Verfolgten des Naziregimes verlegt werden.
Der Verein Ludwigshafen setzt Stolpersteine e.V. und die Freireligiöse Gemeinde Ludwigshafen, die durch diese niederträchtige und schändliche Tat betroffen sind, erklären:
„Stolpersteine setzen ein Zeichen der Erinnerung an vergangenes Unrecht. Sie halten uns vor Augen, dass es ein ewiger Auftrag menschlicher Gesellschaften ist, wachsam zu sein und gegen die Bildung faschistischer Strukturen und Denkschulen einzutreten. Der Diebstahl in Ludwigshafen ist eine weitere rechtsextreme Straftat in unserer Stadt, die wir schärfstens verurteilen. Wir hoffen, dass die Täter gefasst und verurteilt werden können. Eine Strafanzeige ist gestellt.“
Gerhard Kaufmann, Vorsitzender von Ludwigshafen setzt Stolpersteine erklärt: „Einen neuen Stolperstein anfertigen und durch Gunter Demnig verlegen zu lassen, kostet 120.- Euro pro Stein. Dass die Diebe es auf die Messingplatte mit der Inschrift abgesehen hatten, ist beim aktuellen Kilopreis von 3,79 für Messingspäne nicht logisch. Der Diebstahl der Stolpersteine lässt sich nur als eine rein ideologisch motivierte Tat erklären. Durch das Verschwindenlassen des Erinnerungssteins werden die Opfer ein zweites Mal entmenschlicht. Das entsetzt mich zutiefst.“
Marlene Siegel, Landessprecherin der Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz ergänzt: „Magdalena Haas betätigte sich, wie viele Mitglieder der Freireligiösen Gemeinde, gewerkschaftlich und politisch. Sie kam 1933, als man unsere Gemeinde verbot und die Mitglieder verfolgte, in Haft und war in der Folgezeit vielerlei Schikanen ausgesetzt. Wir werden uns dafür einsetzen, dass schnellstmöglich ein neuer Stolperstein an diese Frau und ihr Schicksal erinnert, und rufen zu Spenden auf.“
Entwendet wurden die 5 Stolpersteine in der Geibelstraße 71, wo Magdalena Haas und ihr Verlobter nach dem Berufsverbot bei der Familie Todtmann auf dem Sofa untergekommen waren. Der Verein Ludwigshafen setzt Stolpersteine und die Freireligiöse Gemeinde Ludwigshafen hoffen auf Spenden, um die Steine für James Todtmann, Käthe Todtmann, Ellen Todtmann, Magdalena Haas, Adam Haas baldmöglichst ersetzen zu können.
Spendenkonto Ludwigshafen setzt Stolpersteine e.V.:
Sparkasse Vorderpfalz IBAN: DE74 5455 00 100 193 0785 32

Gez. Gez.
Tenko Saphira Bauer (Freireligiöse Gemeinde Lu) Gerhard Kaufmann (Stolpersteine)

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