Heidelberg – Prämierung „Nachhaltiges Wirtschaften“ und Verleihung des Heidelberger Umweltpreises! Klimaschutz und umweltfreundliche Mobilität

Die Preisträger. Foto: Christian Buck.

Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Sie produzieren und organisieren sich umweltfreundlich und nachhaltig, übernehmen soziale Verantwortung und sparen dabei auch noch Geld. Am Projekt „Nachhaltiges Wirtschaften“ des Umweltamtes der Stadt Heidelberg haben zuletzt acht Unternehmen mit zusammen rund 1.400 Mitarbeitenden erfolgreich teilgenommen. Sie sind bei der Prämierungsveranstaltung am Montag, 9. Mai 2022, auf dem Airfield im Pfaffengrund ausgezeichnet worden. Im gleichen feierlichen Rahmen wurde auch der Heidelberger Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis 2022 verliehen.

„Stadt und Unternehmen gemeinsam für die Klimaneutralität“

„Damit Heidelberg so schnell wie möglich klimaneutral wird, müssen alle Akteure der Stadtgesellschaft ihren Beitrag leisten. Die Unternehmen beweisen mit der Teilnahme am Projekt Nachhaltiges Wirtschaften, dass sie Verantwortung für ihren Beitrag zur Klimaneutralität übernehmen. Neben den Themen Energieeffizienz und Energieeinsparung rückt dabei die klimaneutrale Mobilität immer stärker in den Fokus, wie sich an den Projekterfolgen des Nachhaltigen Wirtschaftens, aber auch an den vorbildlichen Maßnahmen unserer diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger zeigen lässt“, betonte Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner.

Bei der Veranstaltung überreichte er gemeinsam mit Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, die Urkunden für die erfolgreiche Teilnahme am Nachhaltigen Wirtschaften, das auch diesmal wieder vom Landesförderprogramm ECOfit bezuschusst wurde. Im Anschluss erhielten die besten Ideen zur Energieeffizienz und zur umweltfreundlichen betrieblichen Mobilität die Urkunden des Heidelberger Umwelt- und Nachhaltigkeitspreises 2022.

Zertifikat „Nachhaltiges Wirtschaften 2022“

Die Stadt zeichnete folgende Projektteilnehmende mit dem Zertifikat „Nachhaltiges Wirtschaften 2022“ aus:

Bierther GmbH
HMS Analytical Software GmbH
Krankenhaus Salem der Evang. Stadtmission Heidelberg gGmbH
Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht
Rockwell Collins Deutschland GmbH / a part of Collins Aerospace
Selz & Cie GmbH / Heizung – Klima – Facility Management
Stadtwerke Heidelberg Bäder GmbH / Tiergartenbad
ZVD Kurt Döringer GmbH & Co.KG

Die Bierther GmbH und das Tiergartenbad der Stadtwerke Heidelberg Bäder GmbH hatten bereits in der Vergangenheit an dem Projekt teilgenommen und konnten sich über eine Revalidierung freuen.

Heidelberger Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis 2022

Beim diesjährigen, mit 5.000 Euro dotierten Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis standen die Themen Energieeffizienz und umweltfreundliche Mobilität im Vordergrund. Elf Bewerbungen wurden eingereicht und von einer Jury aus Fachleuten, Stadträten und Verwaltungsmitarbeitenden unter der Leitung von Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, Dezernent für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität, beurteilt. Von der Jury wurden ein erster Platz, ein zweiter Platz und drei dritte Plätze vergeben.

Erster Platz mit einem Preisgeld von 1.500 Euro: Krankenhaus Salem der Evangelischen Stadtmission Heidelberg gGmbH mit dem Projekt „Narkosegasfilter – ein Beitrag zum Klimaschutz im OP“.
Zweiter Platz mit einem Preisgeld von 1.250 Euro: Sparkasse Heidelberg mit dem Projekt „Verbesserung der Umweltleistung der Sparkasse Heidelberg“.
Dritte Plätze mit einem Preisgeld von je 750 Euro für
HEG Heidelberger Energiegenossenschaft eG mit dem Projekt „Mobilitätskonzept e+KUBATOR“
Heidelberg iT Management GmbH & Co. KG mit dem Projekt „Heizen mit Serverabwärme als zentrales Element der Nachhaltigkeitsstrategie“
Johannes-Gutenberg-Schule mit dem Projekt „Modernes Heidelberg – Ideen für ein zukunftsorientiertes und nachhaltiges Heidelberg“

Anerkennungsurkunden erhielten der Künstler Arvid Boecker, Bildungskultur Rhein-Neckar e.V., Karl-Heinz Winterbauer, Obermeister der Dachdecker-Innung Heidelberg, Paddle Tours Heidelberg, Reckitt Deutschland und Richard Wirth Gebäudereinigung GmbH & Co. KG.

Best Practice Nachhaltiges Wirtschaften

Mit der Unterstützung der Berater der geovotum GmbH und der KLiBA („Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg-Rhein-Neckar-Kreis gGmbH“) wurden individuelle Umwelt- und Nachhaltigkeitsprogramme aufgestellt und Maßnahmen erarbeitet – zum Beispiel:

Die Bierther GmbH hat den Kundendienst digitalisiert und plant eine Photovoltaik-Anlage und die Beschaffung von Elektrofahrzeugen.
Die HMS Analytical Software GmbH setzt auf Fahrrad-Mobilität, Fairphones und „Green IT“.
Das Krankenhaus Salem spart CO2 durch optimierte Lüftungsanlagen, Nachtabsenkung der Raumtemperatur im OP-Bereich und den Einsatz von Narkosegasfiltern.
Beim Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht wird die Mülltrennung, die Beleuchtung und die Temperatursteuerung optimiert.
Bei Rockwell Collins Deutschland GmbH werden Thermostate und Leuchtmittel ersetzt und es ist die Nutzung von Solarenergie und Wärmepumpen geplant.
Selz & Cie GmbH ist durch die eigene Photovoltaik-Anlage bereits energieautark und hat den Fernwärmebezug durch intelligente Steuerung um die Hälfte reduziert; geplant ist eine bessere Dach- und Fassadendämmung.
Das Tiergartenbad nutzt erneuerbare Energie aus der eigenen Photovoltaik-Anlage, die zusammen mit zwei Wasser-Luft-Wärmepumpen auch das Beckenwasser erhitzt.
Die ZVD Kurt Döringer GmbH & Co.KG setzt auf Elektromobilität, umweltfreundliche Farben und verbesserte Mülltrennung.

Schwerpunktthema betriebliche Mobilität

In Kooperation mit dem Förderprogramm „Betriebliches Mobilitätsmanagement“ (BMM) des Amts für Verkehrsmanagement und dem Netzwerk „Nachhaltiges Wirtschaften“ des Amts für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie haben zwei Schulen und 16 Unternehmen des Netzwerks Nachhaltiges Wirtschaften, darunter Selz & Cie, das Tiergartenbad und ZVD Kurt Döringer, in zwei Workshops ihre betriebliche Mobilität analysiert und Verbesserungsmaßnahmen entwickelt. Im Mittelpunkt standen die Wege zur Arbeit: Sie wurden aus ökonomischer und ökologischer Sicht betrachtet. Anhand von Best-Practice-Beispielen bekamen die teilnehmenden Betriebe und Schulen Anregungen, wie sie die Mitarbeitenden beziehungsweise die Schülerinnen und Schüler beim Umstieg auf umwelt- und klimafreundliche Mobilität unterstützen können.

Jährliche CO2-Einsparung von mehr als 2.400 Tonnen

Seit Beginn des Projekts im Jahr 2001 haben sich 146 Betriebe mit zusammen rund 10.800 Beschäftigten beteiligt. Die jüngste Datenerhebung ergab eine jährliche CO2-Einsparung von mehr als 2.400 Tonnen. Dies entspricht der CO2-Menge, die für den Stromverbrauch von etwa 840 Vier-Personen-Haushalten erzeugt wird. Die Betriebskosten konnten um insgesamt 1,3 Millionen Euro jährlich gesenkt werden.

Mitmachen beim „Nachhaltigen Wirtschaften“: Die nächste Phase startet im Sommer 2022

Der Heidelberger Gemeinderat hat mit dem Klimaschutz-Aktionsplan beschlossen, dass sich 20 Prozent aller kleinen und mittelständischen Unternehmen an dem Projekt Nachhaltiges Wirtschaften beteiligen sollen. Die nächste Phase „Nachhaltiges Wirtschaften“ startet im Sommer 2022. Wer Interesse hat, wendet sich bitte an das Umweltamt (Abigail Berner, Telefon 06221 58-45520, oder Dr. Raino Winkler, Telefon 06221 58-18240, sowie per E-Mail an nachhaltiges.wirtschaften@heidelberg.de). Informationen sind online zu finden unter www.heidelberg.de/nachhaltigeswirtschaften. Dort gibt es unter dem Stichwort „Filme, Präsentationen und Pressemitteilungen“ unter anderem den Film zu den aktuell teilnehmenden Betrieben.

Klimaschutz-Aktionsplan: Unter Motto #hd4climate noch mehr CO2-Emissionen reduzieren

Heidelberg hat den Klimaschutz-Aktionsplan mit 30 konkreten Vorschlägen auf seinem Weg zur klimaneutralen Stadt aufgelegt. Unter dem Motto #hd4climate will die Stadt die CO2-Emissionen in allen Lebensbereichen noch weiter reduzieren – vom Bauen und Wohnen, Ernährung und Konsum über die naturnahe Stadtgestaltung bis zur Mobilität. Heidelberg hat den Pro-Kopf-Verbrauch von CO2 seit 1987 bereits um etwa 30 Prozent verringert. Im Mai 2019 hat Heidelberg als eine der ersten Städte bundesweit den Klimanotstand ausgerufen.

Ergänzend: Ziel des städtischen Projekts „Nachhaltiges Wirtschaften“ ist es, kleine und mittelständische Unternehmen bei der Einführung eines Umweltmanagementsystems zu unterstützen. Seit 2001 beraten städtische und externe Experten die Teilnehmer und zeigen, wie Betriebsabläufe optimiert, Energiekosten gesenkt und somit auch bares Geld gespart werden können. Mit Unterstützung der Stadt entwickeln die Betriebe eine Unternehmenskultur, die ökonomischen Erfolg, umweltfreundliche Produktion und soziale Verantwortung als gleichberechtigte Säulen des Wirtschaftens betrachtet. Die Projektteilnehmer formulieren ein Umweltprogramm mit Verbesserungsmaßnahmen und werden bei der Umsetzung beratend begleitet. Inzwischen ist ein Netzwerk aus engagierten Unternehmern entstanden, die sich in Arbeitskreistreffen und mit Vertretern der Verwaltung austauschen. Dazu gehören Handwerksbetriebe, Dienstleistungsunternehmen, soziale und städtische Einrichtungen.

Eine Kommission begleitet das Projekt unter Federführung des Umweltamtes und entscheidet als Jury über die Prämierungswürdigkeit der Betriebe. Neben Verbänden (IHK, Kreishandwerkerschaft, BUND) und den Heidelberger Stadtwerken sind weltweit agierende Firmen der Region vertreten, die ein zertifiziertes Umweltmanagement nach EMAS oder ISO 14.001 ff betreiben (ABB-Stotz Kontakt GmbH, Henkel KGaA, ADM WILD Europe GmbH & Co. KG).

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