Heidelberg – „In der Kinderbetreuung bleibt Heidelberg eine Stadt der Qualität“ – Verwaltung legte Planung für den Platzbedarf im kommenden Kindergartenjahr 2022/23 vor

Die Stadt Heidelberg plant auch für das kommende Jahr den weiteren Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen. Die Versorgungsquote ist beispielhaft im Landesvergleich. Allerdings fehlen wie überall im Land zunehmend Fachkräfte. Foto: Felix Bäcker
Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – In Heidelberg wächst die Zahl der Kinder weiter. Deshalb will die Stadt auch im kommenden Kindergartenjahr 2022/23 die Zahl der Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen ausbauen. Entsprechenden Planungen diskutiert die Verwaltung am 3. Mai 2022 mit dem Jugendhilfeausschuss.

Demnach sollen 30 neue Plätze für Kleinkinder von null bis drei Jahren in Krippen und 131 Plätze für Kindergartenkinder im Alter von drei Jahren bis Schuleintritt neu eingerichtet werden. Die Versorgungsquote für Kleinkinder steigt somit auf 59,8 Prozent, für Kindergartenkinder liegt sie seit Jahren stabil über 100 Prozent – und das obwohl durch Schließungen von drei Einrichtungen freier Träger und Änderungen bei einigen bestehenden Einrichtungen auch 140 Kindergartenplätze in der Stadt wegfallen.

Allerdings macht sich in Heidelberg nun auch verstärkt ein Problem bemerkbar, mit dem Kommunen landesweit schon seit Jahren zu kämpfen haben: der Fachkräftemangel. In den vergangenen Jahren konnte Heidelberg wegen der sehr guten Qualität seiner Kindertagesbetreuungseinrichtungen und der hohen Attraktivität des Standortes noch ausreichend Fachkräfte bei der bundesweit schwierigen Suche finden und so die im Landesvergleich beispielhafte Versorgungsquote sicherstellen. Zuletzt konnten aber trotz aller Anstrengungen nicht alle offenen Stellen besetzt werden. Zudem hatten und haben die Kindertageseinrichtungen mit hohen Personalausfällen durch die Corona-Pandemie zu kämpfen. Die Folge: 300 Betreuungsplätze, die in Heidelberg eigentlich verfügbar wären, konnten die Träger zeitweise nicht vergeben, weil das entsprechende Betreuungspersonal fehlt.

108 Millionen Euro für die Kinderbetreuung

Während auf Landesebene wegen des Fachkräftemangels auch über die Senkung von Qualitätsstandards diskutiert wird, will die Stadt Heidelberg hier keine Abstriche machen: „Auch wenn die Lage auf dem Arbeitsmarkt und pandemiebedingt schwierig geworden ist, müssen wir alles dafür tun, um unsere Qualitätsstandards zu halten. Kinder brauchen gerade jetzt eine intensive Begleitung und Förderung. Deshalb stellen wir seit Jahren über Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramme für Erzieherinnen und Erzieher eine hohe Qualität des Betreuungsangebots sicher. In der Kinderbetreuung bleibt Heidelberg eine Stadt der Qualität“, erklärt Sozialbürgermeisterin Stefanie Jansen.

In die Kinderbetreuung fließen in Heidelberg allein im Jahr 2022 mehr als 108 Millionen Euro. Davon werden ungefähr 47 Millionen Euro über Landeszuschüsse gedeckt. Derzeit bieten insgesamt 45 Träger in rund 133 Einrichtungen Kinderbetreuungsplätze an. An den städtischen Kitas werden rund 360 Fachkräfte beschäftigt. In jeder städtischen Einrichtung ist eine Auszubildende nach dem Modell der praxisintegrierten Ausbildung (PIA) eingesetzt, die zeitversetzt ihre Ausbildung beenden, bevor wieder neue Auszubildende eingestellt werden. Damit bildet die Stadt pro Jahrgang circa zehn Fachkräfte in diesem Bereich aus.

Kinderzahlen steigen

Prognostisch werden die Kinderzahlen in Heidelberg weiter ansteigen. Die konkrete Entwicklung der Zahlen lässt sich allerdings durch die aktuellen und künftigen Zuzüge in die Bahnstadt und auf die Konversionsflächen derzeit noch nicht abschätzen. Eine aktuell neue und nicht planbare Situation ergibt sich außerdem durch die Ukraine-Krise. Derzeit gibt es in Heidelberg 4.142 Kinder im Krippenalter (0 bis 3 Jahre) und 5.028 Kinder im Kindergartenalter (3 Jahre bis Schuleintritt). Der Bedarf an Kindergartenplätzen steigt außerdem durch die sukzessive Vorverlegung des Einschulungsstichtags seit 2020, wodurch viele Kinder länger im Kindergarten bleiben.

Auf einen Blick: Aktueller Ausbau von Betreuungsplätzen in den Stadtteilen

Bahnstadt: In den „Westarkaden“ wird die seit Jahren geplante Einrichtung mit einem neuen Träger in Betrieb gehen (Träger: „Denk mit! Kinderbetreuungseinrichtungen GmbH & Co. KG“) Im Endausbau sollen 40 Krippen- und 20 Kindergartenplätze bereitgestellt werden.
Emmertsgrund: Zu Beginn des Kindergartenjahres 2021/22 wurde die „KiTa Forum“ mit im Endausbau 20 Krippen- und 60 Kindergartenplätzen (Träger: päd-aktiv e.V.) eröffnet. Mittelfristig soll im Bereich der Otto-Hahn-Straße (ehemalige Tennisplätze) eine größere Einrichtung entstehen.
Boxberg: Hier soll eine 3-gruppige Einrichtung im Teilbereich des Bebauungsplans „Waldparksiedlung Boxberg“ geschaffen werden.
Rohrbach: Voraussichtlich noch im Mai 2022 wird die „Kita Farbenreich“ (Träger: Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Heidelberg e.V.) im Breisacher Weg eröffnen. Es sollen im Endausbau der 6-gruppigen Einrichtung 20 Krippen- und 80 Kindergartenplätze bereitgestellt werden.
Kirchheim: Hier wird die neue städtische Einrichtung in der Stettiner Straße gebaut. Es entstehen 20 Krippen- und 60 Kindergartenplätze, wovon zunächst 40 Plätze als Interimslösung für den Neubau der städtischen Einrichtung Hardtstraße vorgesehen sind.
Handschuhsheim: Der Bau in Handschuhsheim für die Erweiterung der städtischen Einrichtung in der Furtwänglerstraße um 40 Kindergartenplätze schreitet voran. Die Plätze sollen im Laufe des Kindergartenjahres 2022/23 bereitgestellt werden.
Konversionsfläche Südstadt:
Zu Beginn des Kindergartenjahres 2021/22 wurde die „KiTa Campbell“ eröffnet. Es sollen im Endausbau 20 neue Krippen- und 120 Kindergartenplätze bereitgestellt werden (Träger: päd-aktiv e.V.)
Auch die neue städtische Kinderbetreuungseinrichtung „Paradeplatz“ auf dieser Konversionsfläche ist mit 20 neuen Krippenplätzen- und 60 Kindergartenplätzen (Verlagerung der Kita Römerstraße) eröffnet worden.
Der Träger „Espira und Joki Kinderbetreuung GmbH & Co. KG“ plant, die bestehende Einrichtung in Kürze um 10 Krippen- und 40 Kindergartenplätzen zu erweitern.
Ziegelhausen: In Ziegelhausen wurde ein weiterer Wald-/Naturkindergarten mit 20 Plätzen im Oktober 2021 eröffnet.

Niederschwellige Angebote für Kinder ukrainischer Geflüchteter

Derzeit sind rund 1.200 Geflüchtete aus der Ukraine in Heidelberg gemeldet, viele davon mit Kindern. Für sie bereitet die Stadt derzeit die Einrichtung von zusätzlichen Treffs und stundenweisen Spielgruppen vor. „Wichtig ist, dass wir den Geflüchteten jetzt niederschwellige Angebote machen und Kontaktmöglichkeiten bieten. Das wollen wir an verschiedenen Standorten in der Stadt ermöglichen“, kündigte Sozialbürgermeisterin Stefanie Jansen an. Geflüchtete, die einen regulären Kita-Platz für ihre Kinder in einer Heidelberger Kita möchten, können sich – wie alle Eltern in Heidelberg – über die zentrale Vormerkung der Stadt registrieren. Es gibt aber keine Bevorzugung in der Platzvergabe. Zentrales Vergabekriterium ist die Unterstützung der Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit.

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