Mannheim/Heidelberg – Falsche “Europol-Mitarbeiter” – Polizei warnt vor täuschend echten Betrugsanrufen und gibt Verhaltenstipps

Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis/Metropolregion Rhein-Neckar. “This is a call from Europol”. Mit dieser oder vergleichbaren Bandansagen erhalten derzeit wieder vermehrt Bürgerinnen und Bürger in der Metropolregion Telefonanrufe von Trickbetrügern, die versuchen mit dieser noch wenig bekannten Betrugsmasche ihr Gegenüber zur Überweisung von Geldbeträgen zu nötigen. Am Apparat meldet sich meist eine computergenerierte Stimme in englischer Sprache, welche die nichtsahnenden Opfer im Glauben lassen soll, dass sie von einer angeblichen Polizeidienststelle kontaktiert werden und dass gegen sie polizeiliche Ermittlungen eingeleitet wurden. Um die Hintergründe der Ermittlungen zu erfahren, werden die Opfer schließlich aufgefordert, eine bestimmte Tastenkombination zu drücken. Leistet man den Anweisungen der Kriminellen Folge, erhalten die Opfer dann einen Anruf von einer unbekannten Person, die wiederum vorgibt, Mitarbeiter von Euro – bzw. Interpol zu sein oder im Auftrag von BKA oder FBI zu arbeiten. In englischer Sprache werden die Opfer dann zu ihren finanziellen Verhältnissen befragt oder aufgefordert, sensible Daten preiszugeben. In einigen Fällen forderten die Kriminellen ihr Gegenüber zudem auf, eine als App getarnte Schadsoftware zu installieren, die den Betrügern wiederum den Fernzugriff auf das Endgerät ihres Opfers ermöglichte. Andere wiederum wurden angewiesen, auf einen Link zu klicken und auf der dargestellten Webseite ein Bankkonto zu eröffnen. Schlussendlich mündet jeder oben beschriebene Vorgang in einer Banküberweisung oder der telefonischen Übermittlung zuvor erworbener Codes von Guthabenkarten.

Während die Trickbetrüger mit den Betrugsmaschen “Enkeltrick” oder “Schockanruf” eher die ältere Bevölkerung im Blick hat, richtet sich die neue Vorgehensweise offenbar mehrheitlich an jüngere Opfer. Beim Polizeipräsidium Mannheim wurde das Betrugsphänomen erstmals Anfang März 2022 bekannt. Seither gelangten rund 34 Fälle im Zusammenhang mit der Betrugsmasche zur Anzeige. In 29 Fällen bemerkten die Betroffenen den dreisten Betrugsversuch gerade noch rechtzeitig, während in fünf Fällen Vermögensschäden zwischen 1500 und 3000 Euro entstanden.

In allen Fällen hat das Betrugsdezernat der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg die weiteren Ermittlungen wegen des Verdachts des bandenmäßigen Callcenter-Betrugs aufgenommen und bittet folgende präventive Verhaltenstipps zu beachten:

– Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen.
– Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen.
– Rufen Sie die jeweilige Person oder Institution unter der Ihnen bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

Wenn ein Anrufer Geld, Wertsachen oder sensible Daten von Ihnen fordert:

– Ziehen Sie unbedingt eine Vertrauensperson hinzu und besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahestehenden Personen.

– Geben Sie keine persönlichen Daten, Zugangspasswörter, PINs oder sonstige Bankdaten preis.

– Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, legen Sie auf und informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.

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