Mannheim – Dem Fachkräftemangel in Kitas entgegenwirken und Klassenzimmer digital ausstatten – Bildungs-, Jugendhilfe- und Gesundheitsausschuss vom 25.01.2022

Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar. Die Förderung der praxisintegrierten Ausbildung von Erzieher*innen bei freien Trägern, ein neues Angebot für mobile Jugendarbeit in Wohlgelegen, die Ausstattung von Klassenräumen mit digitalen Präsentationsflächen sowie mehrere Schulbaumaßnahmen waren Themen, mit denen sich der Jugendhilfe-, der Bildungs- und der Gesundheitsausschuss in ihrer gemeinsamen Sitzung am 25. Januar beschäftigten.

Stadt fördert praxisintegrierte Erzieher*innen-Ausbildung (PiA) bei freien Trägern
Ab September sollen Auszubildende zum/zur Erzieher*in, die sich in einer praxisintegrierten Ausbildung befinden (PiA), nicht mehr auf den Stellenschlüssel bei freien Trägern von Kindertageseinrichtungen angerechnet werden, die PiA-Auszubildenden können somit zusätzlich zum vorgeschriebenen Mindestpersonal beschäftigt werden. Die Kosten für PiA-Auszubildende werden durch die Stadt gefördert. „Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Ausbildungskapazitäten bei den freien Trägern zu steigern und dem wachsenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken“, erläuterte Bürgermeister Dirk Grunert die Bedeutung dieses Themas. Die konkrete Umsetzung erfolgt durch Schaffung jeweils einer zusätzlichen Ausbildungsklasse mit zirka 20 Plätzen beginnend mit dem Ausbildungsjahr 2022/2023. Bis zum Ausbildungsjahr 2024/2025 sollen dann über die drei Jahrgänge insgesamt drei neue Klassen geschaffen und dauerhaft etabliert werden. Durch die gestaffelte Schaffung von insgesamt drei neuen Ausbildungsklassen entstehen in den Folgejahren Mehrausgaben von 224.000 Euro (2022), 896.000 Euro (2023), 1,56 Millionen Euro (2024) und zirka 2 Millionen Euro (2025) für den städtischen Haushalt. Der Jugendhilfeausschuss befürwortete die Beschlussvorlage zu dem Vorhaben einstimmig, final entscheidet der Gemeinderat.

Neues Angebot mobile Jugendarbeit in Wohlgelegen
Im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit wird im Stadtteil Wohlgelegen ein neues Angebot der offenen und mobilen Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit entwickelt und angeboten, das Kinder und Jugendliche zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung, der Beteiligung an außerschulischen Bildungsangeboten und dem Aufbau von sozialer Kompetenz anregen soll. Jugendbürgermeister Grunert führte zu der Vorlage aus: „Es ist wichtig, dass es zukünftig auch im Wohlgelegen ein Angebot für Jugendliche gibt, ein Stadtteil der bisher für Kinder und Jugendliche kaum Angebote zu bieten hatte.“ In Abwägung der eingereichten Konzeptionen empfahl der Jugendhilfeausschuss einstimmig, dem Caritasverband Mannheim e.V. die Trägerschaft zu übertragen. Über die Finanzierung des Angebots – die Stadt Mannheim fördert das Angebot mit rund 60.000 Euro pro Jahr – entscheidet am Ende der Gemeinderat.

Neukonzeption des 68DEINS! Jugendbeirates
Der Jugendhilfeausschuss befürworte ferner einstimmig bei drei Enthaltungen die Neukonzeption des 68DEINS! Jugendbeirates. Die letzte Entscheidung trifft der Gemeinderat. In einer Workshop-Reihe wurden Ideen zur Neustrukturierung des Jugendbeirates mit Vertretungen des Jugendbeirates, des Gemeinderates, der Verwaltung und des Stadtjugendrings erarbeitet. Abgestimmt wurde das Konzept mit Kindern und Jugendlichen, die zu einem eigenen Workshop eingeladen waren. Ein zentrales Element der Neustrukturierung ist die Anerkennung des Jugendbeirates gemäß der Gemeindeordnung: Zu Angelegenheiten, die die Belange oder Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, hat der Jugendbeirat künftig ein Rede-, Antrags- und Anhörungsrecht im Gemeinderat und seinen Fachausschüssen.

Ausstattung aller Klassenzimmer mit digitalen Präsentationsflächen
Im Zuge der Umsetzung des DigitalPakts Schule für die Jahre 2019 bis 2024 sollen nun für alle Klassenräume in den Mannheimer Schulen digitale Präsentationsflächen beschafft werden. Die Umsetzung des DigitalPakts Schule erfolgt in Mannheim in den Bereichen: Ausbau und Schließung der Lücken in der Netzinfrastruktur in den Schulen, Aufbau eines flächendeckenden W-Lan-Netzes in allen Schulen sowie Ausstattung der Klassen- und Fachräume mit digitalen Präsentationsflächen. Hinzu kommen digitale Arbeitsgeräte sowie ggf. mobile Endgeräte, sofern von der Schule im Medienentwicklungsplan (MEP) beschrieben. Der Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Infrastruktur inklusive W-Lan-Netz und der Beschaffung von digitalen Präsentationsflächen. Als Standardausstattung für die Klassenräume in Grund- und weiterführenden Schulen sollen 75 Zoll-Monitore beschafft werden, die hinter der Tafel in den Klassenräumen angebracht werden. In einem ersten Schritt soll nun eine Ausschreibung für die Beschaffung von bis zu 420 Monitoren erfolgen, die sich auf rund 840.000 Euro beläuft. 80 Prozent der Kosten werden über den DigitalPakt Schule durch den Bund gefördert. Der Bildungsausschuss befürwortete dies einstimmig, die finale Entscheidung trifft der Hauptausschuss.

Mittagsverpflegung für neun Ganztagsschulen neu ausgeschrieben
Für das Schuljahr 2022/2023 stehen neue Ausschreibungen für die Mittagsverpflegung an neun Ganztagsschulen mit einem Auftragsvolumen von insgesamt zirka 3,6 Millionen Euro an. Die vertraglichen Inhalte der Mittagsverpflegung werden über eine Leistungsbeschreibung näher beschrieben: An jeder Schule werden mindestens zwei Menülinien angeboten, davon eine Menülinie mit ovo-lacto-vegetarischer Kost. Beim Wareneinsatz muss der Anteil an Waren aus Bio-Erzeugung mindestens 40 Prozent betragen. Milchprodukte und Eier müssen ausschließlich aus Bio-Erzeugung stammen. In Fair-Trade-Qualität müssen mindestens eine Sorte Tee, drei Sorten Gewürze/Kräuter und Reis oder Linsen oder Couscous, Quinoa, Bananen oder weitere Südfrüchte angeboten werden. Die Vergabe erfolgt in der Regel für vier Schuljahre. Der Bildungsausschuss empfahl einstimmig die Zustimmung zu der Maßnahme, die letzte Entscheidung liegt beim Hauptausschuss.

Waldhofschule/Johannes-Gutenberg-Schule – Schaffung eines zweiten Rettungsweges
Bei der Brandverhütungsschau 2019 wurde baurechtlich der fehlende zweite bauliche Rettungsweg im zweiten Obergeschoss des Schulgebäudes beanstandet. Daher soll nun ein zweiter Rettungsweg über das Dachgeschoss der Schule hergestellt werden. Hierfür sind 450.000 Euro bereitzustellen. Die Umsetzung soll nach Möglichkeit noch 2022 erfolgen.

Brandschutzsanierung Elisabeth-Gymnasium – Maßnahmenerhöhung
2019 hatte der Gemeinderat die Brandschutzsanierung der Gebäude des Elisabeth-Gymnasiums beschlossen und 9,1 Millionen Euro für eine brandschutztechnische und barrierefreie Ertüchtigung genehmigt. Nun zeigte sich, dass für den Unterrichtsbetrieb und die Endgeräte der Schüler*innen weitere Stromanschlüsse in den Klassenräumen erforderlich sind. Die Mehrkosten für die elektrotechnischen Arbeiten belaufen sich auf ein Kostenvolumen von 300.000 Euro.

Friedrich-List-Gymnasium – Maßnahmenerhöhung
Bereits 2018 hatte der Gemeinderat im Rahmen des „100-Mio.-Euro-Programms“ der Sanierung der Schule zugestimmt und 7,6 Millionen Euro für die Sanierung des Dachs und der Gebäudehülle, Fenster-Verschattung und Sandsteinfassade bereitgestellt. Nun wurde eine Maßnahmenerhöhung um 822.000 Euro für die Sanierung der Kuppel (399.000 Euro), wegen Mehrkosten der Corona-Pandemie (295.000 Euro) sowie für den elektronisch betriebenen Sonnenschutz (128.000 Euro) erforderlich. Der Bildungsausschuss stimmte allen Schulbau-Maßnahmen jeweils einstimmig zu, final entscheidet jeweils der Hauptausschuss.

Neue Schulordnung der Musikschule Mannheim
Ferner hat die Musikschule ihre Schulordnung neu gefasst, der Bildungsausschuss stimmte dieser einstimmig zu, die letzte Entscheidung liegt beim Gemeinderat. Sie tritt zum 1. März 2022 in Kraft und kann hier eingesehen werden: https://www.mannheim.de/de/bildung-staerken/musikschule/anmeldung-downloads

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