Kaiserslautern – „Die Kirche hat durch das Kolumbarium gewonnen“ – Eröffnung und Segnung der neuen Urnenbeisetzungsstätte in der Pfarrkirche Maria Schutz

Kaiserslautern/Metropolregion Rhein-Neckar. Die Pfarrkirche Maria Schutz in Kaiserslautern hat eine besondere Bereicherung erfahren. Als erste Kirche im Bistum beheimatet sie ein Kolumbarium. Es wurde am 8. Dezember, dem Hochfest Mariä Empfängnis, in einem Pontifikalamt von Weihbischof Otto Georgens gesegnet und offiziell eröffnet. Das neue Erscheinungsbild der Kirche ließ die Gottesdienstbesucher staunen. Nach sechsmonatiger Renovierungs- und Umbauphase zeigte sich ihr Inneres in frischem Glanz. Der Anstrich in einem gebrochenen Weiß verbreitet zusammen mit einer gekonnten Lichtsetzung eine freundlich-warme Atmosphäre, die den sakralen Raum einhüllt. Einen farblichen Kontrast schaffen die dunklen Bänke, die um einiges gekürzt, mehr Raum lassen und das luftige Prinzip unterstützen. Das Hauptaugenmerk galt an diesem Abend jedoch dem neu errichteten Kolumbarium. Dort, wo vorher die Beichtstühle waren, präsentiert es sich nach einem Umbau in den Seitenschiffen in jeweils fünf Nischen. Jede von ihnen scheint eine kleine Kapelle für sich zu sein. Diesen Eindruck unterstützen die spitzbogigen Zugänge und Fenster. Zu beiden Seiten der Nischen sind die Urnenwände eingebaut. Im Unterschied zu vielen anderen kommen sie nicht in Grau daher, sondern greifen das helle Raumkonzept auf.

Jede Urnenkammer ziert eine Keramikplatte, gefertigt in einer Manufaktur. Die Gestaltung der Oberfläche ist der Fensterrosette über der Empore nachempfunden. Auf einem seitlichen Messingschild können die persönlichen Daten des Verstorbenen eingraviert werden. Eine runde Mulde bietet passgenauen Platz für eine kleine Vase, die die Pfarrei bereithält. Das Motiv der Fensterrosette greift auch die Metallkonstruktion auf, die wie ein luftiges Geflecht die Urnenwände mit der Decke verbindet. Auch wenn die Urnenkapellen einsehbar sind, bieten sie Privatsphäre und eine Bank zum Verweilen. Benannt sind sie nach Heiligen, die in der Pfarrei eine besondere Bedeutung haben. Dabei wurden unter anderem die Patrozinien aller Kirchen der zur Pfarrei gehörenden Gemeinden berücksichtigt. Mit der Einbeziehung des Kolumbariums in den Kirchenraum setzt die Pfarrei ihr pastorales Konzept fort. Das griff auch Weihbischof Otter Georgens auf, der im Rahmen des Gottesdienstes das Kolumbarium segnete. „Die Toten sind uns im Glauben vorausgegangen, aber sie gehören immer noch zu uns. Hier in der Kirche Maria Schutz wird bei der Feier der Eucharistie der Lebenden und der Verstorbenen gedacht.“ Dieses Gedenken habe jetzt durch das Kolumbarium einen räumlichen Ort gefunden. „Möge das Kolumbarium ein Ort sein, an dem wir getröstet glauben, dass die Menschen, die schon von uns weggerufen wurden, ihre Heimat bei Gott gefunden haben. Möge das Kolumbarium ein Ort der Hoffnung sein, ‘dass es eine leise und lebendige Macht gibt, die Lebende und Tote zusammenhält‘“, zitierte der Weihbischof den Religionsphilosophen und Theologen Bernhard Welte.

Für Pfarrer Steffen Kühn, Dekan des Dekanats Kaiserslautern, ist die Integration des Kolumbariums eine weitere stimmige Umsetzung der Vision, die die Pfarrei mit ihrem pastoralen Konzept verfolgt. „Jetzt werden in der Kirche neben Taufen und Hochzeiten auch Trauerfeiern abgehalten und die Verstorbenen aufgenommen. Damit schließt sich der Kreis denn zum Leben gehört auch der Tod.“ Mit dem Kolumbarium kommt die Pfarrei Maria Schutz dem zunehmenden Wunsch nach Urnenbestattungen entgegen. Etwa 1600 Urnenkammern stehen zur Verfügung. Auf Wunsch können benachbarte Kammern reserviert werden, einige Kammern bieten zudem Platz für zwei bis drei Urnen. Je nach Kategorie, die sich nach Platz der Urnenkammer richtet, liegen die Kosten für eine Bestattung im Kolumbarium zwischen 2900 und 4100 Euro.

Im Zuge der Errichtung des Kolumbariums, mit dem das Kaiserslauterer Architekturbüro Bayer + Uhlig betraut war, hat sich in der Kirche etliches verändert. Sie erhielt einen frischen Anstrich, Boden und Fenster wurden gereinigt, die kupfernen Weihwasserschalten auf Hochglanz poliert und die elektrischen Anlagen erneuert. Auch die Orgel wurde einer Generalüberholung unterzogen. Die ehemalige Taufkapelle soll nun für Andachten im kleinen Kreis genutzt werden. So ist der Taufstein von dort ausgezogen und hat nun mittig im Eingangsbereich einen prominenten Platz. In der Seitenkapelle ist ein Beichtraum eingerichtet. Die Pieta, die dort stand, findet sich in der Kapelle des linken Seitenschiffs wieder. „Hier können Angehörige künftig eine Kerze anzünden und ein Bild des Verstorbenen aufhängen“, erklärt der Dekan. Der bronzene Kreuzweg, der die profanierte Kirche St. Norbert schmückte, hat in Maria Schutz eine neue Heimat gefunden.

Sechs Monate haben die Maßnahmen, die mit dem Einbau des Kolumbariums einhergingen, gedauert. Die Kosten belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro, zu denen das Bistum knapp 300 000 Euro beisteuere, so Pfarrer Kühn, und entsprechen damit der veranschlagten Höhe. Eine Investition, die sich lohne. „Denn die Kirche hat durch das Kolumbarium gewonnen.“ Das unterstrich auch Pfarrer Tilmann Grabinski von der Friedenskirche, der in ökumenischer Verbundenheit Grüße vom protestantischen Kirchenbezirk überbrachte.

Information zum Kolumbarium gibt es unter www.kolumbarium-marischutz.de

Quelle:
Text und Foto: Friederike Jung

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