Mannheim – „Die Kindergrundsicherung wäre ein wichtiger Schritt“ – 14. Mannheimer KinderVesperKirche beginnt am 29. November – Dekan Hartmann begrüßt politische Diskussion über die Kindergrundsicherung

        Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar. „Wir müssen endlich beim Thema Kinderarmut weiterkommen. Die aktuelle politische Diskussion über die Kindergrundsicherung ist hier ein wichtiger Schritt“ sagt Dekan Ralph Hartmann im Vorfeld der Mannheimer KinderVesperkirche, die vom 29. November bis zum 10. Dezember ihre Türen wieder öffnet. Trotz Corona. Und auch wegen Corona, wie Hartmann betont. Denn benachteiligte Familien und Kinder leiden besonders unter der Pandemie. Wieder findet die Aktion, mit der die Evangelische Kirche Mannheim auf die schwierige Situation bedürftiger Kinder aufmerksam macht, an zwei Standorten statt: In der evangelischen Jugendkirche im Mannheimer Norden und in der Rheinaugrundschule im Süden Mannheims. Möglich ist dies durch ein starkes Netzwerk von Unterstützern und durch Spenden. „Die Kindergrundsicherung sehe ich als einen sehr wichtigen Baustein in der Förderung von Kindern“, sagt Hartmann beim Pressegespräch im Vorfeld der KinderVesperkirche. Es gelte, das oftmals unübersichtliche Angebot von Förderungen zu vereinfachen, den Zugang zu Unterstützungen zu entbürokratisieren und die verschiedenen Sozialleistungen für Kinder und Familien zusammenzuführen, damit alle Kinder an unserem reichen gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

        Doch die Unterstützung der Familien reiche nicht aus, ist Dekan Hartmann überzeugt. Kitas und Schulen als die wichtigsten Bezugsorte für Kinder bräuchten bedarfsorientiert eine bessere Ausstattung. „Wo Kitas und Schulen besonders gefordert sind, müssen sie auch mit mehr Mitteln ausgestattet sein“, betont Hartmann. Das unterstreicht grundsätzlich auch Stephanie Bange, Rektorin der Uhlandgrundschule aus der Neckarstadt-Ost. „Statistisch gesehen sind in jeder Schulklasse in Mannheim betroffene Kinder. Der Schulalltag geht ja über die Vermittlung von Inhalten und Kompetenzen weit hinaus. Wir wollen alle Kinder gut auf den Weg bringen, und stoßen da immer wieder an unsere Grenzen“, sagt Bange. „Jede Schule sollte genau die Ressourcen zur Verfügung haben, die notwendig sind für eine sinnhafte und nachhaltige Unterstützung. Diese muss sich an der konkreten sozialräumlichen Situation vor Ort orientieren.“ Das könnten, so Rektorin Bange, beispielsweise das Angebot eines gemeinsamen Frühstücks sein, die Einbindung von mehr sozialpädagogischer Fachberatung und für die Schulen ein effektiver Austausch mit dem Jugendamt.

        Dass die bürokratischen Hürden für viele bedürftigen Familien hoch sind, erlebt Filiz Kuyucu von der sozialpädagogischen Familienhilfe des Diakonischen Werks bei ihrer täglichen Arbeit. Und sie erlebt, wie sehr materielle Armut bei Kindern zu Scham führt. „Wenn Kinder beispielsweise nicht auf einen Geburtstag gehen können, da das Geld für ein Geschenk fehlt, ist das schlimm für sie“. Eine Verbesserung der finanziellen Ausstattung sei hier wichtig, weiß Kuyucu. Kinderarmut, so die Fachfrau des Diakonischen Werks, sei ein gesamtgesellschaftliches Problem, das die materielle Versorgung ebenso umfasse wie die emotionale.

        „Kinder sollen ihre Zukunft nicht schon in jungen Jahren verlieren“
        Das Anliegen der KinderVesperkirche hält auch Matthias Binder, Vorstandmitglied von „Adler helfen, Menschen e.V.“ für elementar, denn „gerade in Zeiten von Corona ist es wichtig auf bestehende und sich verstärkende Probleme, nicht zuletzt auch durch die Pandemie, wie Kinderarmut hinzuweisen“, sagt Binder. Die Hilfsinitiative der ALDER unterstützt auch mit ihrem starken Netzwerk die KinderVesperkirche als Ort der Teilhabe seit deren Anfängen. „Einem Land wie unserem muss es ein Ziel sein, in Zukunft auch eine Kindergrundsicherung politisch auf die Beine zu stellen“, ist Binder überzeugt: „Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft, die diese in jungen Jahren nicht schon verlieren sollten“.

        KinderVesperkirche: 1 Aktion an 2 Standorten

        In der evangelischen Jugendkirche können wochentags maximal drei Schulklassen zu Gast sein. In Gruppen und zu festen Zeiten wechseln sie dort von einer Station zur nächsten, so dass die Abstände der Klassen gewahrt sind. „Unser Konzept ist eng mit dem Gesundheitsamt abgesprochen“, betont Leiter Lutz Wöhrle vom Organisationsteam. „Für die Mitarbeitenden gilt die 2G-Regel plus ein Selbsttest, die Kinder werden regelmäßig in den Schulen getestet. Und hier vor Ort achten wir gut auf die Abstände.“ Bevor die Kinder ein leckeres Essen gemeinsam am Tisch genießen, können sie an drei Stationen verweilen: jeweils im Klassenverbund, ohne dass sich die anwesenden Klassen vermischen. Die Vorlesepaten der Stadtbibliothek laden im gemütlichen Leseraum zum Geschichtenhören ein. Das Team des Spielmobils der Stadt Mannheim hat rund um den Altarraum Spiele aufgebaut. Und eine Gruppe Auszubildender der Elektrofirma VOLZ aus Mannheim betreut die Bastelstation, an denen die Kinder etwas zum Mitnehmen gestalten können. „Dieses tolle Zusammenarbeit ist ein großes Geschenk und eine spürbare Freude für die Kinder“, sagt Wöhrle. Vormittags sind von 10 bis 12.30 Uhr die Schulklassen zu Gast. Nach einer Desinfektionspause sind dann von 13 bis 14 Uhr Kinder und Jugendliche aus der Umgebung willkommen. Für die Vormittage haben sich aus der Uhland-Grundschule, der Friedrich-Ebert-Schule, der Waldhof-Grundschule und der Hermann-Gutzmann-Schule insgesamt 25 Klassen angemeldet.

        Im Mannheimer Süden findet die KinderVesperkirche wieder direkt in der Rheinaugrundschule statt. Dort gibt es ein festes Bastelzimmer, in das die Kinder klassenweise in der dritten oder der vierten Schulstunde kommen. Dort sind mit Pfarrer Uwe Sulger von der evangelischen Rheinaugemeinde einige Ehrenamtliche aus dem Stadtteil aktiv. Um 11.45 Uhr dann erhalten die Kinder in ihrem Klassenzimmer ein warmes Mittagessen. Die Aktion findet in der Schule vom 30. November bis 2. Dezember und vom 6. bis 10. Dezember statt.

        Charity-Videos statt Benefizkonzert – mit ADLER, Eis Fontanella, SV Waldhof, Siffling

        Pandemiebedingt findet auch in diesem Jahr kein Benefizkonzert statt. Doch Musik und Einsatz für die Aktion gibt es dennoch: Denn vier Unterstützer machen sich mit jeweils einem Charity-Video stark für die KinderVesperkirche. Mit dem Motto „Nahrung für die Seele“ berichten Protagonisten, was in ihrer Jugend ihre Seele besonders genährt hatte. Musikalisch ist jedes der Videos untermalt von eigens dafür eingespielter Musik aus der Musicbar „Ella & Louis“. Protagonisten der vier Charity-Videos sind ADLER-Torwart Dennis Endras, Dario Fontanella, Jazztrompeter Thomas Siffling und Marcel Seegert, Mannschaftskapitän SV Waldhof Mannheim 07. Die Videos sind bei den jeweiligen Unterstützern abrufbar, auf der Homepage der KinderVesperkirche und auf dem youtube-Kanal der Evangelischen Kirche Mannheim.

        Seit 2008 setzt sich die Evangelische Kirche Mannheim mit der KinderVesperkirche für mehr Teilhabe und Gerechtigkeit für benachteiligte Kinder ein. Diese zweiwöchige Aktion findet ihre Fortsetzung im Mittwochstisch, den angemeldete Schulkinder in der Jugendkirche besuchen. Außerdem gehören die diakonischen Projekte Kinderkaufhaus Plus in der Neckarstadt West sowie die Begleitpaten/innen mit zum ganzjährigen Konzept. Die KinderVesperkirche wird durch Spenden finanziert:

        Spendenkonto: Evangelische Kirche Mannheim, Stichwort: KinderVesperkirche, Sparkasse Rhein Neckar Nord, IBAN: DE44 6705 0505 0039 0030 07

        www.kindervesperkirche.de und www.facebook.com/kindervesperkirche

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