Ludwigshafen – Hochstraße Süd: Planung für neue Brücke steht – Betonbrücke soll die abgerissene Pilzhochstraße ersetzen

        Ludwigshafen / Metropolregion Rhein-Neckar.

        OB Steinruck: Aus Verantwortung für Stadt und Region – Verfahren im Zeitplan

        Eine gut 520 Meter lange moderne Betonkonstruktion soll die abgerissene Pilzhochstraße ersetzen. Der Lückenschluss an der Hochstraße Süd kann damit planmäßig erfolgen. 2023 beginnen die Arbeiten, Ende 2025 werden sie abgeschlossen sein.

        Bild: Stadt Ludwigshafen
        Für diese Brückenvariante sprechen in erster Linie die hohe Planungssicherheit sowie die Wirtschaftlichkeit. Nach Prüfung und Abwägung unterschiedlicher Kriterien bittet die Stadtverwaltung den Stadtrat darum, die finalen Planungen für die Betonkonstruktion vornehmen und die Ausschreibung vorbereiten zu können. Mit Blick auf den Zeitplan für den Abriss der Hochstraße Nord und den Bau der Helmut-Kohl-Allee sowie angesichts jüngster Entwicklungen in der Verkehrsinfrastruktur der Region hat die Stadtverwaltung höchsten Wert auf das Einhalten eines strikten Zeitplans sowie Planungssicherheit gelegt. “Wir haben dabei das Ganze im Blick und wissen um die große Bedeutung einer guten verkehrlichen Infrastruktur für die Wirtschaft und die Menschen in der Metropolregion Rhein-Neckar und darüber hinaus. Mit unseren Planungsleistungen legen wir den Grundstein zur Sicherung der Leistungsfähigkeit unserer Verkehrssysteme und Infrastruktur – aus Verantwortung für Stadt und Region,” betont Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck.

        Im Vorfeld der am 25. Oktober erstmals im Stadtrat vorgestellten Planungen hatte ein Expertenteam aus Stadtverwaltung, Bauprojektgesellschaft (BPG) sowie beauftragter Ingenieurgemeinschaft unterschiedliche Varianten für den Ersatzbau geprüft und berechnet. Im Zuge der Planungen standen sich die nunmehr von der Verwaltung favorisierte Variante einer modernen Betonkonstruktion sowie eine kombinierte Beton-/Stahlvariante gegenüber. Beide Varianten erfüllten die Vorgaben der Planungsgrundlage, dem so genannten Planungsbeschleunigungsgesetz. Das bedeutet, dass Breite und Trassenführung sich an der ehemaligen Pilzhochstraße orientieren, es also hier zu keinen Veränderungen kommt. Beide Varianten sind deutlich leiser als die ursprüngliche Pilzhochstraße sowie durch konstruktive Vorgaben wie Fahrzeugrückhaltesysteme nach aktuellem Standard sicherer für die Kraftfahrer*innen. Beide Varianten berücksichtigen einen Radweg unterhalb der Brücke; die Planung dafür kann problemlos integriert werden.

        Abwägung anhand vieler Kriterien

        Die Stadtverwaltung empfiehlt dem Stadtrat nach gründlicher Abwägung, die Planungen für den Bau der Betonkonstruktion zügig voranzutreiben. Ausschlaggebend dafür ist, dass diese Brückenvariante mit großem Abstand wirtschaftlicher zu bauen ist. Rund 100 Millionen Euro soll dieser Lückenschluss für das überregionale bedeutsame Verkehrsinfrastrukturvorhaben kosten. Diese Konstruktion ist damit rund 30 Millionen Euro günstiger als die Beton-Stahlvariante. Dies hat die belastbare Wirtschaftlichkeitsberechnung vom Spätsommer 2021 ergeben. Dabei geht es der Stadt aber nicht darum, die “billigste” Variante zu bauen. “Funktionalität, Leistungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und das Stadtbild sind neben den reinen Kosten wichtige Kriterien”, betont Baudezernent Alexander Thewalt. “Gleichwohl müssen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gegenüber dem Land und dem Bund, die das Vorhaben mit Fördergeldern unterstützen, dargelegt werden”, verdeutlicht Kämmerer Andreas Schwarz. Weitere gewichtige Gründe für die moderne Betonkonstruktion sind vor allem vor dem Hintergrund einer Risikobetrachtung Termintreue und höchste Planungssicherung angesichts verfügbarer Ressourcen. Denn wegen der guten Verfügbarkeit der Baustoffe und -materialien ist die Betonbrücke planmäßig und ohne zeitlichen Verzug umzusetzen. Die Verfügbarkeit von Stahl hingegen unterliegt aktuell aufgrund weltweiter gestiegener Nachfrage sehr hohen Schwankungen. Das hätte nicht nur Unwägbarkeiten beim Preis zur Folge gehabt, sondern hätte vor allem zu Unsicherheiten und Lieferschwierigkeiten führen können. Damit könnte sich der Bau der Brücke deutlich nach hinten verschieben und die Kostensicherheit wäre geringer. Dieses Risiko möchte die Stadtverwaltung nicht eingehen. Auch bei der vorangegangenen Bürgerbeteiligung sowie im Gespräch mit der Wirtschaft und in der Region hatte der Aspekt der Planungssicherheit und der schnellstmöglichen Wiederverfügbarkeit der Hochstraße Süd hohe Priorität. Dem trägt die Stadtverwaltung mit ihrer Empfehlung Rechnung, ebenso aber auch dem Wunsch nach einer stadtbildverträglichen, schlanken Lösung und einer höheren Aufenthaltsqualität für die Menschen, die unter der Brücke queren.

        Die Stadtverwaltung hat bewusst zwei unterschiedliche, aber gängige Konstruktions- und Bauweisen geprüft, um einen möglichst gut und nachvollziehbar begründeten Vorschlag
        für das Verfahren unterbreiten zu können. Dabei hat sie viele unterschiedliche Kriterien angelegt. Neben der Verfügbarkeit der Ressourcen, der Planungssicherheit und der Kosten spielten auch Fragen des Städtebaus, des Unterhalts oder der Lebensdauer eine Rolle. So weist bei der Lebensdauer der Brücke die Beton-Stahlvariante leichte Vorteile auf. Expert*innen gehen davon aus, dass sich die Lebensdauer mit der wissenschaftlichen Weiterentwicklung des Brückenbaus aber weiter annähern. Beide Brückenvarianten müssen regelmäßig gewartet und unterhalten werden. Hier wiegen sich jeweils kleinere Vor- und Nachteile auf. Sowohl die Beton- als auch die Beton-Stahlvariante fügt sich ins Stadtbild ein. Die Beton-Stahlvariante hätte im Bereich der Stahlkonstruktion (dies wäre der Bereich am Berliner Platz) größere Stützweiten und damit mehr lichte Fläche unter der Brücke ermöglicht. Der städtebauliche Vorteil, der sich in diesem Bereich durch die Stahlvariante für den darunterliegenden Bereich ergeben hat, wog aber letztendlich die Nachteile der Stahlkonstruktion nicht auf. Zudem hätte die Stahlkonstruktion aufgrund ihrer Höhe Nachbargebäude deutlich mehr verschattet als es die Betonvariante tut.

        Ausblick: Die wichtigsten Meilensteine

        Mit der Entscheidung des Stadtrates, der am 29. November zu einer Sondersitzung zusammentritt, wird die Vorplanungsphase abgeschlossen und eine neue Phase, die sogenannte Entwurfsplanung, beginnen. Hier werden die Planungsergebnisse noch einmal verfeinert und konkretisiert. Die Entwurfsplanung mündet in das fertige Planungskonzept mit allen festgelegten Parametern und bildet die Basis für die Ausführungsplanung. Das Planungsbeschleunigungsgesetz ist Grundlage für dieses insgesamt sehr zügige Verfahren, da ein aufwändiges und Jahre in Anspruch nehmendes Planfeststellungsverfahren (wie bei der Hochstraße Nord) hier nicht nötig ist. In der Folge werden dann bereits 2022 Ausschreibungen vorbereitet und durchgeführt und die formalen Vergabeverfahren werden eingeleitet. Die Stadtverwaltung will 2023 mit dem Bau der neuen Brücke beginnen, um pünktlich Ende 2025 mit allen Arbeiten fertig zu sein. Dann wird die Hochstraße Süd wieder voll befahrbar sein. Im Anschluss daran beginnen die Arbeiten am Nordbrückenkopf der Hochstraße Nord und damit die entscheidende Phase beim Abriss der Hochstraße Nord und dem Bau der Helmut-Kohl-Allee.

        Aus Sicht der Stadtverwaltung sind alle wichtigen Meilensteine nunmehr pünktlich erreicht. Während es an der Hochstraße Süd planmäßig weitergehen kann und auch die Vorarbeiten zum Abriss des Rathauses und Rathaus-Centers Zug um Zug beginnen, erwartet sie für Anfang 2022 den Planfeststellungsbeschluss für den Abriss der Hochstraße Nord und den Bau der Helmut-Kohl-Allee. Dieses Verfahren liegt in Händen des Landesbetriebs Mobilität als übergeordnete Straßenbaubehörde. Mit Planfeststellungsbeschluss kann auch das Gesamtpaket zur Finanzierung des Brücken- und Straßenbauvorhabens geschnürt werden. Denn dann liegen für alle Bereiche verlässlich Zahlen vor. “Wir haben deutlich gemacht, dass die Stadt Ludwigshafen Infrastruktur für die Region und das Land plant und vorhält. Was wir hier lokal entscheiden, hat regionale und nationale Bedeutung. Wenn – hoffentlich – Anfang 2022 das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist und wir mit Land und Bund über die

        Gesamtfinanzierung verhandeln, wird genau das eine Rolle spielen. Es geht dann in erster Linie darum, wie diese für die Volkswirtschaft in Stadt und Region notwendige Investition fair gestemmt werden kann. Indem wir unsere Infrastruktur leistungs- und zukunftsfähig machen, investieren wir direkt in die Zukunft von Stadt und Region”, betont Oberbürgermeisterin Steinruck.
        Quelle Stadt Ludwigshafen

        Technische Daten zur neuen Brücke
        Die neue Brücke, die die Hochstraße Süd zwischen sogenannter Weißer Hochstraße und Rheinvorlandbrücke/Konrad-Adenauer-Brücke wieder komplettieren soll, so die Empfehlung der Stadtverwaltung an den Stadtrat, würde eine moderne Betonkonstruktion sein. Optisch wird sie deutlich filigraner und weniger klotzig als die Betonbrücken früherer Bauart, die man auch noch im Stadtgebiet sieht. Sie wird circa 520 Meter lang und 21 Meter breit, sie hat zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung. An den Rändern gibt es Schutzplanken. Dies sorgt für mehr Sicherheit für die Kraftfahrer*innen. Auf der Brücke wird Tempo 50 gelten, lärmmindernder Asphalt wird verbaut. Von der neuen Brücke geht deutlich weniger Lärm aus als von ihrer Vorgängerin; auch die Lufthygiene verbessert sich, weil durch das Tempolimit von 50 Kilometer pro Stunde es zu einem verringerten Schadstoffausstoß kommt. Zudem führt der größere Freiraum unter der neuen Brücke zu einer erheblich besseren Belüftung dieses Bereiches. Aufgrund ihrer Bauweise ist auch die Verschattung angrenzender Gebäude sehr gering. Mit fünf bis sieben Metern ist sie so hoch wie die ehemalige Pilzhochstraße und liegt auch auf derselben Trasse. Die Brücke wird von Betonpfeilern getragen. Insgesamt werden circa 40 Pfeiler sie stützen, die in einem Abstand von circa 25 bis 35 Metern voneinander stehen. Zusammen tragen sie ein Brückengewicht von rund 28.000 Tonnen.
        Auch wenn Beton hier als Baustoff gewählt wurde, ist die neue Brücke in ihrer Bauweise nicht mit den alten Brücken vergleichbar. Hier hat sich die Ingenieurwissenschaft deutlich weiterentwickelt und man hat aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt. Charakteristisch bei der Bauweise der neuen Brücke sind eine größere Schlankheit, der Einbau von hochfestem Stahl (Spannstahl) und die Verwendung von sogenannten Kalottenlagern. Dies hat zur Folge, dass die lichte Höhe unter der Brücke größer als beim Bestandsbauwerk wird und die Pfeiler in größeren Abständen stehen. Damit kann sie auch der aktuellen und künftigen Verkehrslast standhalten und den Verkehr sicher und leistungsfähig aufnehmen.

        Digitaler Bürgerdialog zur neuen Brücke startet
        Wenn die Stadtverwaltung einen weiteren Planungsschritt bei den Hochstraßen vollziehen möchte, wendet sie sich an die politischen Gremien und an die Bürger*innen. Der Bürgerdialog ist eine freiwillige und sehr frühzeitige Einbindung der Öffentlichkeit in die Planungen. Dabei stellt die Stadtverwaltung ihre Planungen vor, erläutert sie, beantwortet Fragen dazu und nimmt Hinweise entgegen. Auch gibt sie den Bürger*innen Rückmeldung, welche Hinweise aus vorangegangenen Bürgerdialogen in die Planungen aufgenommen wurden oder erklärt, warum manche Vorschläge nicht umgesetzt werden können. Pandemiebedingt hat die Stadtverwaltung ihren Bürgerdialog zu den Hochstraßen in jüngster Zeit digital geführt. Auch jetzt, da es um die Planungen für die neue Brücke geht, wird wieder online diskutiert.
        Auftakt ist am Mittwoch, 27. Oktober: Um 18 Uhr startet das Online-Bürgerforum mit Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck, Baudezernent Alexander Thewalt, Kämmerer Andreas Schwarz sowie den Ingenieur*innen und Verkehrsplaner*innen der Stadtverwaltung. Das Online-Bürgerforum findet als Videokonferenz statt und wird live auf www.ludwigshafen-diskutiert.de gestreamt. Wer an der Videokonferenz teilnehmen möchte, sollte ab 17.30 Uhr auf die städtische Dialogplattform www.ludwigshafen-diskutiert.de schauen. Dort wird der Link veröffentlicht, der zum digitalen Bürgerforum führt. Platz im digitalen Raum ist für 200 Personen. Im Bürgerforum erläutert die Verwaltung ihre Planungen sowie die weiteren Schritte und stellt sich dann den Fragen und Hinweisen der Teilnehmenden. Wer einfach “nur” zuschauen möchte, verfolgt das Bürgerforum live auf www.ludwigshafen-diskutiert.de.
        Dort startet im Anschluss an das Bürgerforum ein rund zweiwöchiger Online-Dialog. Expert*innen der Verwaltung stehen dann wieder Rede und Antwort. Außerdem möchten sie erfahren, was den Bürger*innen bei den nun kommenden Planungsschritten wichtig ist.
        Abschluss der Dialogphase ist am Mittwoch, 10. November. Wieder um 18 Uhr laden OB Steinruck und Baudezernent Thewalt sowie die Fachverwaltung zur Online-Sprechstunde auf www.ludwigshafen-diskutiert.de ein. Über einen Live-Chat direkt auf der Website können Interessierte Fragen stellen, Hinweise geben und so in einen Dialog mit der planenden Verwaltung treten.
        Alle Fragen und Hinweise werden in gewohnter Weise dokumentiert und auf www.ludwigshafen-diskutiert.de veröffentlicht. Dieses Verfahren dient der Planungstransparenz und ist Beteiligungsgedächtnis über das gesamte Verfahren hinweg.

        Quelle Stadt Ludwigshafen am Rhein

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