Mannheim – Reanimation rettet Leben Trau dich! – Erste-Hilfe-Maßnahmen einfach erklärt

        Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung gehört zu den wichtigsten lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Viele Menschen haben jedoch Angst, sie nicht korrekt durchzuführen. Dabei gibt es einfache Regeln. Die Experten der Johanniter-Unfall-Hilfe nehmen den Tag der Wiederbelebung am 16. Oktober zum Anlass und erklären, worauf es ankommt und beantworten die wichtigsten Fragen zur Reanimation.

        Wann ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebung notwendig?
        „Wenn eine bewusstlose Person nicht atmet, muss sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden“, erklärt Martin Spies, Ausbildungsleiter bei den Johannitern in Mannheim. „Bitte nicht erst nach dem Puls suchen. Den Herzschlag bei einer bewusstlosen Person zu beurteilen, ist auch für geübte Helfer nicht leicht und kostet wertvolle Zeit.“

        Was ist vor der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu tun?
        Atmung kontrollieren – dafür Kopf überstrecken: eine Hand an die Stirn legen und mit der anderen den Unterkiefer fassen. Den Kopf vorsichtig nach hinten beugen, gleichzeitig den Unterkiefer nach oben ziehen. Diese Haltung hebt die erschlaffte Zunge an. Nur so kann eine mögliche Atmung festgestellt werden.
        Verständigen Sie den Rettungsdienst unter 112 oder bitten Sie eine andere Person darum.

        Herz-Lungen-Wiederbelebung – Schritt für Schritt
        Die bewusstlose Person liegt mit dem Rücken auf einem festen Untergrund. Knien Sie seitlich daneben und machen Sie den Oberkörper frei. Herzdruckmassage: eine Hand mit dem Ballen auf die Mitte der Brust legen; die zweite darauflegen. Arme durchstrecken, dann schnell und tief senkrecht von oben drücken – etwa zwei Mal pro Sekunde und fünf Zentimeter tief. Auf 30 Kompressionen folgen zwei Beatmungen. Beatmung: Kopf überstrecken, Nase zuhalten. Normal einatmen und mit den Lippen den Mund des Betroffenen umschließen. Gleichmäßig etwa eine Sekunde lang beatmen. Nach dem Zurücksinken des Brustkorbes die zweite Beatmung durchführen. Kopf währenddessen weiter überstrecken.

        Herzdruckmassage hilft auch ohne Beatmung
        Wer sich die Beatmung nicht zutraut, sollte unbedingt die Herzdruckmassage durchführen, bis der Rettungsdienst eintrifft. „Bei einem plötzlichen Herzstillstand eines Erwachsenen ist noch für einige Minuten ausreichend Sauerstoff im Blut. Steht das Herz still, gelangt dieser jedoch nicht zum Gehirn”, erläutert Spies. „Deshalb sollte die Brustkorbkompression unbedingt durchgeführt werden, auch wenn man keine Beatmung machen kann oder möchte.”
        Wird die Herzdruckmassage im Fall eines Herzstillstands sofort durchgeführt, kann der Kreislauf wieder in Gang gebracht werden. Dabei zählt jede Sekunde: Je früher mit der Herzdruckmassage begonnen wird, desto besser können Folgeschäden vermieden werden.

        Erste Hilfe-Maßnahmen trainieren
        Die Herz-Lungen-Wiederbelebung kann Leben retten. Viele Menschen wenden sie nicht an, aus Angst, etwas falsch zu machen. „Dabei ist Nichtstun der größte Fehler überhaupt“, betont Spies. Die Johanniter empfehlen, alle zwei Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen und so das Praxiswissen aufzufrischen. Infos und Buchung unter www.johaniter.de/erstehilfe Ein kurzes Erklär-Video über die Herz-Lungen-Wiederbelebung gibt es auf dem YouTube-Kanal der Johanniter: www.youtube.com/Johanniter2010.

        Erste Hilfe bei den Johannitern
        Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. ist einer der größten Anbieter von Erste-Hilfe-Kursen in Deutschland. 2019 haben 72.490 Menschen in Baden-Württemberg bei den Johannitern gelernt, anderen Menschen in Notsituationen zu helfen. Mit unseren Kursen wie Outdoor-Erste-Hilfe, Erste Hilfe am Kind und Individualangeboten gehen wir auch auf spezielle Zielgruppen ein.

        Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
        Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit mehr als 23.000 Beschäftigten, rund 40.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und 1,25 Millionen Fördermitgliedern eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland. Die Johanniter engagieren sich u.a. in den Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege von alten und kranken Menschen, Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, in der Breitenausbildung sowie in der humanitären Hilfe im Ausland. Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.johanniter.de.

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