Heidelberg – Entwürfe für Campus-Entwicklung vorgestellt – Öffentliche Beteiligung läuft – Projektträger sehen in der Zusammenschau beider Entwürfe gute Lösungsansätze


        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Wie soll sich der Campus „Im Neuenheimer Feld“ weiterentwickeln? Im Rahmen des sogenannten Masterplanprozesses haben zwei Planungsbüros hierfür ihren aktuellen Entwurf öffentlich vorgestellt. Rund 260 Interessierte nahmen an der Informationsveranstaltung im großen Chemie-Hörsaal der Universität sowie online teil.

          Die Veranstaltung war zugleich Auftakt für die nächste Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung. Bis zum 7. Oktober können sich Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Institutionen aus dem „Feld“ unter anderem über das Internet beteiligen. Unter www.masterplan-neuenheimer-feld.de sind die Entwürfe samt weiterer Informationen zum Projektstand dokumentiert.

          In der Veranstaltung stellten die beiden Planungsbüros ASTOC und Höger ihre Entwürfe selbst vor. Sie hatten ihre bisherigen Planungen auf Beschluss des Heidelberger Gemeinderats weiter konkretisiert. Ziel des Masterplanprozesses ist es, Entwicklungsperspektiven für die Nutzerinnen und Nutzer des Neuenheimer Feldes zu schaffen und die Vernetzung innerhalb der Stadt zu intensivieren. Projektträger sind Stadt, Land und Universität Heidelberg. Sie haben die neuen Entwürfe in den vergangenen Wochen einem Faktencheck unterzogen – der sogenannten fachlichen Vorprüfung. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Informationsveranstaltung ebenfalls vorgestellt. Das Ergebnis eines Expertenworkshops wird in der Sitzung des Forums am 13. Oktober präsentiert.

          Nach Einschätzung der Projektträger haben sich beide Planungsbüros mit ihren jüngsten Überarbeitungen sehr stark einander genähert. Sowohl Stadt als auch Universität und Land sehen in beiden Entwürfen jeweils gute Lösungsansätze. Alle drei Projektträger wiesen zugleich darauf hin, dass beide Entwürfe nicht in dieser konkreten Form umsetzbar seien, da sie in wesentlichen Bereichen Vorgaben nicht erfüllen oder auf Annahmen beruhen, die von allen drei Projektträgern als nicht praktikabel eingestuft werden. Alle drei Projektträger kommen aber insgesamt zu einer positiven Einschätzung: In der Zusammenschau beider Entwürfe werden in ausreichendem Maß Lösungsansätze beschrieben, um einen guten Rahmen für die weitere Entwicklung des Campus zu setzen.

          Wie geht es weiter?

          Vom 23. September bis 7. Oktober 2021 findet unter www.masterplan-neuenheimer-feld.de eine für alle Interessierten offene Online-Beteiligung statt. Hier besteht die Möglichkeit, sich über die Entwicklungsentwürfe zu informieren, sie zu kommentieren und auch deren Verkehrsauswirkungen auf den eigenen Stadtteil zu diskutieren. Ein weiterer Baustein ist die Ausstellung der Modelle und Entwürfe am 23. und 24. September im Hörsaalgebäude Im Neuenheimer Feld 252 sowie vom 4. bis 7. Oktober im Dezernat 16. Auch dabei können Interessierte ihre Anregungen einbringen. Am 5. Oktober findet das Stadtteilgespräch statt: Hier geht es insbesondere um die Frage, welche Aspekte der beiden Mobilitätskonzepte für den eigenen Stadtteil besondere Vorteile oder Nachteile bedeuten, und darum die Perspektiven der anderen Stadtteile kennenzulernen. Zum Ende des Beteiligungsprozesses tagt noch das Forum am 12. und 13. Oktober im Dezernat 16. Auf Basis aller bis dahin eingebrachten Ideen und Anregungen werden die Forumsmitglieder die Entwürfe diskutieren. Zusammen mit der Online‐Beteiligung werden die gesammelten Einschätzungen betrachtet und durch die Projektträger zu einer Beschlussvorlage entwickelt. Ab dem Jahreswechsel 2021/2022 wird in den Bezirksbeiräten und Ausschüssen über die Entwicklungsentwürfe und das weitere Vorgehen beraten. Voraussichtlich im Frühjahr 2022 soll dann der Gemeinderat entscheiden.

          Die bisherigen Einschätzungen der Projektträger im Einzelnen:

          Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg:

          „Das Masterplanverfahren für das Neuenheimer Feld bietet eine gute Ausgangsbasis für die Weiterentwicklung des Wissenschaftscampus in Heidelberg. Ich erwarte mir vom Wissenschaftscampus der Zukunft, dass er hinsichtlich der anstehenden Herausforderungen unserer Gesellschaft, insbesondere in Sachen Klimaneutralität, Modellcharakter hat und hilfreiche Rahmenbedingungen bietet, um die Innovationskraft der Wissenschaft optimal entfalten zu können. Die vorliegenden Entwürfe bieten eine tragfähige Grundlage für die weitere Entwicklung im Neuenheimer Feld mit innovativen Ansätzen, die auch zum Anspruch eines ökologisch ambitionierten Wissenschaftsquartiers passen.“

          Dr. Gisela Splett, Staatssekretärin im Finanzministerium Baden-Württemberg:

          „Der vorliegende Entwurfsstand der beiden Büros ASTOC und Höger bestätigt dem Campus in beiden Varianten ein hohes Entwicklungspotenzial. Beide Entwürfe verfolgen ein Campuskonzept, das Forschung, Lehre, Krankenversorgung und Wohnen zusammen denkt. Wir tragen Verantwortung für eine gute und funktionale bauliche Infrastruktur für den gesamten Hochschulbereich und die Universitätsmedizin. Wir müssen nun also gut prüfen, was umsetzbar ist und die speziellen Anforderungen der Wissenschaft an die Gebäudetypologie und die stadträumlichen Beziehungen zwischen den einzelnen Forschungs- und Krankenversorgungseinrichtungen berücksichtigt.“

          Prof. Dr. Bernhard Eitel, Rektor der Universität Heidelberg:

          „Beide Entwürfe haben sich weitgehend angenähert. Damit liegt ein Rohling vor, der Eckpunkte definiert und den die Verantwortlichen nun einem Realitätscheck unterwerfen müssen. Dabei ist für die Wissenschaftseinrichtungen die vom Gemeinderat verabschiedete Rahmenvereinbarung die Grundlage für jeden weiteren Schritt, das heißt, das Baurecht am Hühnerstein wird nicht in Frage gestellt.

          Interessant ist die von beiden Büros vorgeschlagene Verlegung des Individualverkehrs nach Norden mit einer Campus-Tram im kleinen Ring, die begehbar sein muss, den Campus nicht zerschneidet und die Vermeidung von Erschütterung und Elektrosmog berücksichtigt. Diese Lösung mit einer Trennung der Verkehrsarten bietet erweiterte Möglichkeiten für eine zusammenhängende Campusnutzung, denn eines unserer vorrangigen Qualitätsziele ist, dass der Campus-Charakter erhalten und gestärkt wird.

          Andere Aspekte wurden aufgrund ihrer hohen Komplexität noch nicht zufriedenstellend behandelt. So wird die bestehende Bausubstanz nicht hinreichend berücksichtigt, z. B. ist die Verlegung von Gebäuden und Infrastruktur, wie sie dargestellt wird, so nicht umsetzbar. Es geht hier um bauliche Investitionen in Milliardenhöhe. Zweites Beispiel: Das Universitätsklinikum hat spezifische Entwicklungsnotwendigkeiten, die die erforderlichen Erweiterungen betreffen. Hier müssen Fragen der Anbindung und der Infrastruktur, die unterirdischen Versorgungssysteme und die Notwendigkeit von Stellplätzen für Erkrankte und ihre Angehörigen (Trend: Zunahme ambulanter Medizin) unbedingt Berücksichtigung finden, um den Medizinstandort und die Patientenversorgung nicht zu gefährden.“

          Jürgen Odszuck, Erster Bürgermeister der Stadt Heidelberg:

          „Beide Planungsbüros haben sich mit ihren Arbeiten in überraschendem Umfang einander angenähert. Beide Entwürfe bringen gute Ideen, um den Campus weiterzuentwickeln. Beide werfen aber auch Fragenzeichen auf.

          Beispiel Verkehr: Hochinteressant finden wir den Ansatz, den Autoverkehr zu verlegen auf eine Straße zwischen Straßenbahn und Klausenpfad sowie eine West-Anbindung für den Radverkehr über den Neckar zu schaffen. Das hilft, eine Campus-Bahn ohne Trennwirkung zu realisieren. Allerdings ist es unrealistisch, den Autoverkehr dafür über eine Straße von der Dimension einer Wohnstraße abwickeln zu wollen, wie es bislang eingezeichnet ist.

          Beispiel Flächenzuwachs: Beide Pläne zeigen, dass die geforderten Nutzflächen auch ohne den Hühnerstein weitgehend eingeplant werden können. Die Konsequenz ist allerdings eine enorme bauliche Dichte, die zum Teil Fragen zur baurechtlichen Genehmigungsfähigkeit, in jedem Fall aber Fragen zur Qualität der Freiräume aufwirft. Je nach Plan stellt sich an diversen Punkten die Frage der Finanzierbarkeit und der praktischen Umsetzbarkeit für die jeweiligen Nutzer. Das gilt auch für unsere eigenen Einrichtungen wie den Zoo und den Technologiepark.

          Fazit: Kein Entwurf kann alle Aufgaben lösen. Aber: In der Zusammenschau beider Entwürfe gibt es genügend Antworten, um einen guten Rahmen für die weitere Campus-Entwicklung zu setzen.“

          Ergänzend: www.masterplan-neuenheimer-feld.de

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