Germersheim – Auf gut beschilderten Wegen durch den Bienwald

Germersheim/Metropolregion Rhein-Neckar. Am heutigen Freitag wurde das Besucherlenkungskonzept Bienwald nach einem sehr umfangreichen mehrjährigen Bearbeitungs- und Beteiligungsprozess durch den zuständigen Staatssekretär Andy Becht, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, die beiden Landräte Dr. Fritz Brechtel (GER) und Dietmar Seefeldt (SÜW) sowie mit vielen weiteren Beteiligten eingeweiht.


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Zukünftig werden 229 Kilometer Wanderwege und 142 Kilometer Radwege, alle markiert nach den geltenden Richtlinien des Landes Rheinland-Pfalz, die Wander- und Radbegeisterten durch die Bienwald-Region führen und ein aktives Naturerlebnis ermöglichen.

„Dieses neue Angebot ist eine nachhaltige Investition in die Freizeit- und Erholungsqualität des Landkreises Germersheim sowie ein wichtiger Baustein, das Ziel zertifizierte RadReiseRegion zu erreichen. Der bisher nur unzureichend erschlossene Bienwald wird durch die neu beschilderten Wege für ruhesuchende Naherholende und Gäste zugänglich gemacht. Auf gut markierten Wegen werden diese zukünftig durch den Bienwald geführt. Um eine nachhaltige Qualität zu gewährleisten, wurden mit den Landesforsten und den beteiligten Kommunen Verträge zur zukünftigen Pflege und Verkehrssicherung der Wege abgeschlossen. Zusätzlich wurden vom Landkreis 18 Wegepatinnen und -paten geschult, die sich ehrenamtlich um die Pflege der Wege und der Beschilderung kümmern. Ihnen und allen Beteiligten gilt mein besonderer Dank“, so Landrat Dr. Fritz Brechtel (GER). Er nutzte die Gelegenheit, um die druckfrische Wanderbroschüre „Wandern in der Südpfalz“ mit insgesamt über 30 ausgeschilderten Rundwanderwegen, Spazierwegen, Entdecker-und Lehrpfaden im Bienwald, den Rheinauen und im Bellheimer Wald zu präsentieren.

Staatssekretär Andy Becht überbrachte die Glückwünsche von Ministerin Daniela Schmitt, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau zum erfolgreichen Projektabschluss, und freute sich ganz besonders, dass in seiner Heimatregion ein solches „Großprojekt“ mit so vielen Beteiligten realisiert werden konnte. „Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine „Win-Win-Situation“ sowohl für den Naturschutz, die Forstwirtschaft und den Tourismus sowie die Naherholung durch das gemeinsame Handeln aller Akteure geschaffen werden kann. Durch die gezielte Besucherlenkung können sensible Bereiche geschont und attraktive Bereiche in Wert gesetzt werden und so zu einer nachhaltigen Wertschöpfung in der Region beitragen“, so Andy Becht.

Die Gesamtkosten für die Erstellung des Besucherlenkungskonzeptes durch das Beratungszentrum KOBRA, für die Katastererstellung durch das Planungsbüro VIA eG sowie für die Beschilderung, Möblierung und Erstverkehrssicherung belaufen sich auf rund 434.000 Euro.

Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt das Kooperationsvorhaben der LEADER-Regionen Südpfalz und Pfälzerwald plus mit rund 304.000 Euro, davon 31.130 Euro für Förderphase 1 Katastererstellung sowie 260.000 Euro für die Umsetzungsphase aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie aus Mitteln des Naturschutzgroßprojektes Bienwald. Weitere 13.440 Euro an Bundes- und Landesmittel der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) sind in die Inwertsetzung und Digitalisierung des Schaidter Westwallweges geflossen.. Der verbleibende Eigenanteil wird von den betroffenen Verbandsgemeinden Kandel, Jockgrim, Hagenbach und Bad Bergzabern, der Stadt Wörth sowie vom Landkreis Germersheim übernommen. Der Landkreis Germersheim beteiligt sich mit einem Eigenanteil in Höhe von rund 37.500 Euro. Der Landesbetrieb für Mobilität übernimmt die Kosten für die Radwegebeschilderung an Land- und Bundesstraßen in Höhe von 24.200 Euro.

Das LEADER-Kooperationsprojekt folgt der Tourismusstrategie des Landkreises Germersheim und fügt sich in die gemeinsame Strategie von Pfalz.Touristik e.V. ein. Gemeinsam mit den Nachbarlandkreisen Südliche Weinstraße, dem Rheinpfalz-Kreis sowie den Städten Landau, Speyer und Neustadt verfolgt der Landkreis Germersheim das Ziel, ADFC zertifizierte RadReiseRegion zu werden. „Das Besucherlenkungskonzept Bienwald ist ein wichtiger Baustein zur Verbesserung der Wanderwege- und Radwegeinfrastruktur und hat das Potential, zusätzlich Gäste in die Südpfalz zu bringen, denn wir betrachten uns als eine Region auch in diesem Bereich“, so Landrat Dietmar Seefeldt (SÜW).

Dr. Thomas Krämer überbrachte in Vertretung des Bürgermeisters Dr. Dennis Nitsche die Grüße der Stadt Wörth und bedankte sich bei allen Beteiligten für die gute Arbeit. Er nutzte die Gelegenheit, um die Forderung einer sicheren Radwegequerung der B9 zwischen Büchelberg und Wörth zu wiederholen. Becht teilte mit, dass das Land eine Brücke mit Radweg zur Querung der B9 am Knotenpunkt Langenberg plane und das Planfeststellungsverfahren zur Erlangung von Baurecht vom Landesbetrieb Mobilität zeitnah beantragt werde. Für eine Radquerung bei Büchelberg prüfe der LBM Speyer derzeit die Realisierbarkeit.

Kurt Geörger, Ortsvorsteher Schaidt, freute sich ganz besonders, dass Schaidt für die Einweihung ausgewählt wurde. Immerhin beginnt hier der Schaidter Westwallweg, der als erster Wanderweg im Bienwald als Qualitätsweg zertifiziert werden soll.

„Als Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe der federführenden LEADER-Region Südpfalz freue ich mich ganz besonders, dass wir gemeinsam mit allen Beteiligten dieses Projekt in die Umsetzung bringen können. Der Bienwald ergänzt das Naherholungsangebot in der Südpfalz und hat auch eine wichtige Bedeutung für die touristische Entwicklung der Bienwaldregion Kandel“, ergänzt der Bürgermeister der VG Kandel, Volker Poß.

In der ersten Projektphase wurden zunächst in einem sehr zeitintensiven Prozess die bestehenden und neuen Wegeverbindungen mit allen Akteuren abgestimmt und die Übernahme der zukünftigen Pflege der Wege geregelt. Anschließend konnte mit der Umsetzung der Beschilderung begonnen werden. Insgesamt wurden 229 Kilometer Wanderwege und 142 Kilometer Radwege neu beschildert. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Wegen wurden drei neue Themenradwege und sieben neue Rundwanderwege ausgeschildert. Zwei der bestehenden Themenwanderwege sollen außerdem als Qualitätswege zertifiziert werden.

„Gemeinsam haben wir es geschafft, die Bedürfnisse der verschiedenen Nutzergruppen in Einklang zu bringen und eine Lösung für eine nachhaltige Pflege der Wander- und Radwege zu erarbeiten“, so Astrid Berens, Leiterin Forstamt Bienwald.

Außerdem stellten Prof. Dr. Sascha Henninger, Universität Kaiserslautern, sowie Elmar Rinck, Pfälzerwaldverein Schaidt, die digitale Führung über den Schaidter Westwallweg vor, die man über die App Actionbound auch ohne Empfang nutzen kann. Die Führung informiert offline über die die einzelnen Stationen entlang des Rundweges. Zusätzliche Informationstafeln entlang des Weges informieren über die Relikte sowie Mahnmale am Weg und die wechselvolle Geschichte der Region.

Bei der anschließenden Wanderung mit dem Pfälzerwaldverein Schaidt konnten die Gäste die neuen Objekttafeln bewundern und die digitale Führung direkt ausprobieren. Die Kaffeepause am Jakobshäuschen wurde genutzt, um Pläne für weitere digitale Anwendungen zu schmieden.

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