Weinheim – Bildungs-Leuchtturm an der Bergstraße Stadt Weinheim hat rechtzeitig zum neuen Schuljahr ihre „Zweiburgenschule“ fertiggestellt – Baulich und pädagogisch topmodern

        Weinheim/Rhein-Neckar-Kreis/Metropolregion Rhein-Neckar. Wenn es – wie an Schulen üblich – für die Beteiligten am Bau des neuen Schulzentrums West in Weinheim an der Bergstraße Noten geben würde, es wären Einser und Zweier. Die größte Bildungsinvestition der 45 000-Einwohner-Stadt seit Jahrzehnten konnte sowohl zeitlich als auch finanziell wie geplant umgesetzt werden. Nach dem ersten Spatenstich im Frühjahr 2019 und regelmäßigen Vergabebeschlüssen in den politischen Gremien, wuchsen das große Schulgebäude mit seinem 40 000 Kubikmeter umbauten Raum auf rund 6700 Quadratmeter Fläche und die dazugehörige Dreifeld-Turnhalle zügig heran. Als Ensemble ist es mittlerweile fertig gestellt und wird im Oktober offiziell eingeweiht. Rund 400 Schülerinnen und Schüler werden nach den großen Ferien in Baden-Württemberg in eine Schule einziehen, die ein Bildungsleuchtturm an der Bergstraße und in der Metropolregion Rhein-Neckar sein wird. Die Ferien werden nun gerade für den Umzug genutzt. In dieser Woche ist zunächst die Johann-Sebastian-Bach-Schule an der Reihe. Rund 1000 Umzugskartons werden in den nächsten Tagen in die Breslauer Straße gekarrt, wo in rund zweieinhalb Jahren eine topmoderne Schule entstanden ist. Es ist eine Punktlandung geworden. Tim Scheil und Jasmin Hutter vom Amt für Bildung und Sport verschafften sich jetzt ein Bild über den Stand der Umzugsarbeiten. „Alles im Plan“, konnten sie feststellen. Peter Zschippig und Thomas Beier, Hochbauexperten im Amt für Immobilienwirtschaft, verwiesen bei einem Rundgang noch einmal darauf, wie das Gebäude das durchdachte pädagogische Konzept widerspiegelt.

        Bauliche und pädagogische Maßstäbe

        Die Schule hat mehrere Pausenhöfe mit Spielgeräten, natürlich eine Mensa für den Ganztagesbetrieb, breite Gänge, eine Aula und helle Räume mit Panoramafenstern. Mit einer Investitionssumme von über 25 Millionen Euro ist die künftige „Zweiburgenschule“ für die Bildungslandschaft der Bergstraße eine wichtige Einrichtung: sie soll sowohl baulich als auch pädagogisch Maßstäbe setzen. Die Auswahl des beauftragten Architekturbüros v-Architekten aus Köln erfolgte im Rahmen eines europaweiten Architekturwettbewerbs im Jahr 2016. Die Schulturnhalle, die im lebendigen Mittelzentrum Weinheim auch Vereinen zur Verfügung stehen wird, soll im kommenden Frühjahr eingeweiht werden. Sie wird den Namen der aus Weinheim stammenden früheren Fußball-Nationalspielerin Heidi Mohr tragen. Sie hat nur wenige hundert Meter weit vom Schulstandort gewohnt.Sämtliche Bauphasen wurden von einer Baukommission des Weinheimer Gemeinderates engmaschig begleitet. Die Stadt Weinheim, vertreten durch das Amt für Immobilienwirtschaft, erfüllte die Bauherrenaufgabe; ihre Architekten und Fachbeamten standen in enger Abstimmung mit den Planern und ausführenden Firmen. Die Koordinierung war eine anspruchsvolle Aufgabe: Meistens wurde an mehreren Gewerken gleichzeitig gearbeitet – es gab Zeiten, in denen mehr als 30 Arbeiter gleichzeitig auf der Baustelle waren. Aber nur so konnte es eine Punktlandung werden. Eine Zeit lang sah es wegen der überhitzten Baukonjunktur nicht danach aus, dann entspannten sich die Preise in Corona-Zeiten. Rund 26 Millionen Euro beträgt das maximal bewilligte Baubudget (inklusive eines Reservepuffers).

        Lüftung war vor Corona schon ein Thema

        Bemerkenswert ist: Die bestmögliche Belüftung der Klassenzimmer bekam bei der Planung der Zweiburgenschule schon lange vor Corona eine hohe Priorität. Am Ende steht eine topmoderne Bildungsimmobilie, die Ökonomie und Ökologie sowie Hygieneschutz vereint. Jedes Klassenzimmer hat eine eigene Lüftungsanlage sowie separate Türen ins Freie. Die Beheizung erfolgt gleichmäßig über den Fußboden sowie über eine Wärmetauschtechnik, die Dächer werden begrünt und – wo es möglich ist – mit Photovoltaik-Anlagen bestückt. Eine Photovoltaikanlage ist sogar schon im Dezember 2020 ans Stromnetz gegangen. Sie krönt das Dach der neuen Sporthalle und hat eine installierte Leistung von 90 Kilowatt; der Sonnenstrom wird zukünftig in das Netz der Weinheimer Stadtwerke eingespeist. Die Anlage besteht aus 270 Modulen und wird voraussichtlich fast 100 000 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen und ermöglicht eine Versorgung von bis zu 40 Haushalten. Eine weitere Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund zehn Kilowatt, die für die Stadt Weinheim errichtet wurde, wird überwiegend das Gebäude selbst mit Energie versorgen.

        Schulentwicklungsprozess vorgeschaltet

        Das pädagogische Konzept wird in Fachkreisen viel beachtet und ist außergewöhnlich, in Baden-Württemberg wohl einmalig. Nach mehreren Jahren Schulentwicklungs-Prozessen und reichlich Bürgerbeteiligung in und außerhalb der Schulen wurde ein Konzept erarbeitet, damit die Albert-Schweitzer-Grundschule und die Johann-Sebastian-Bach-Förderschule unter einem Dach zusammenrücken und Synergien nutzen können. Die Schulleiterinnen selbst stehen voll und ganz dahinter, wie sie neulich betonten. „Wir haben ein sehr gutes Konzept, zugeschneidert auf die Weinheimer Weststadt“, betonte Jutta Wirth von der Schweitzer-Schule. „Wir sind sehr dankbar, dass wir schon früh in die Planung einbezogen worden sind“, freute sich Karen Backmeyer, Rektorin der Bach-Schule. In der neuen Schule wird es inklusive pädagogische Angebote geben. Weinheim ist eine Bildungsregion in Baden-Württemberg mit einem breit gestreuten Bildungsangebot mit zehn Grundschulen und vier weiterführenden Schulen in kommunaler Trägerschaft, einem Privatgymnasium sowie einem Schulzentrum des Landkreises. Ein Schwerpunkt der kommunalen Bildungsarbeit liegt in der Bildungsförderung und Integration sowie am Übergang Schule-Beruf, wofür es sogar eine kommunale Koordinierung gibt. Mit einer „Weinheimer Bildungskette“ und einer „Weinheimer Initative zur Kommunalen Koordinierung am Übergang Schule/Beruf“ ist die Zweiburgenstadt als Bildungsstandort auch bundesweit bekannt. Auch der Standort der „Zweiburgenschule“ direkt am Sportzentrum und mitten im größten Weinheimer Stadtteil „Weststadt“ gilt als ideal, insbesondere was die Erreichbarkeit der Schule angeht. Die Gebäude sind angebaut an das Kulturzentrum „Rolf-Engelbrecht-Haus“, so dass vielfältige weitere Nutzungen möglich sind.


        Weinheim „Zweiburgenschule“ – Daten und Fakten
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        Weiterführende Informationen
        Grundstück: 18.450 m²
        BGF: 8.600 m²
        Überbaute Fläche: 6.750 m²
        Umbauter Raum: 40.000 m³
        Baukosten: 25,2 Mio.

        Bau-Gesamtbudget 26, 2 Mio
        (mit Puffer für Unvorhergesehenes)

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