Heidelberg – Patrick-Henry-Village! Architektenwettbewerb entschieden: Die Wettbewerbsarbeiten werden bis 30.07.2021 in der Turnhalle der Alten Feuerwache öffentlich ausgestellt.


        Von links: Heidelbergs Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck, Susanne Dübon (Bundesanstalt
        für Immobilienaufgaben), Jürgen Nelson (Staatliches Hochbauamt) und
        Carl Zillich (Internationale Bauausstellung Heidelberg) vor dem Modell des ersten
        Preisträgers. Foto: Stadt Heidelberg

        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Die Preisträger des Architektenwettbewerbs stehen fest: Wettbewerbsgewinner sind die Landschaftsarchitekten der Planergruppe Oberhausen, Essen mit Cityförster ar-chitecture+urbanism, Hannover.
        Der Erste Bürgermeister Jürgen Odszuck zeigte sich beeindruckt von der Qualität der Preisträgerarbeiten und äußerte sich unmittelbar nach der Preisgerichtssitzung „Ich freue mich, dass das Preisgericht unter dem Vorsitz von Frau Prof. Röntz aus Berlin nach einer intensiven Sitzung den Entwurf des Planungsteams Planergruppe Oberhausen, Essen mit Cityförster architecture+urbanism, Hannover einstimmig mit dem ersten Preis ausgezeichnet hat. Es hat sich als richtig erwiesen für diese kom-plexe Aufgabenstellung einen kooperativen und interdisziplinären Architektenwettbe-werb durchzuführen“.
        Susanne Dübon, Leiterin der zuständigen Hauptstelle Portfoliomanagement der Bun-desanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Freiburg, sagte: „Ich bin froh, dass heute der Startschuss für die ersten Bauprojekte auf der Patrick-Henry-Village gefal-len ist und dass die Umsetzung beginnen kann. In enger Abstimmung mit der Stadt kann die BImA dadurch einen wichtigen Beitrag zur Schaffung moderner und bezahl-barer Wohnungen in Heidelberg leisten.“ Aus Sicht von Prof. Michael Braum von der IBA Heidelberg, die den Masterplan für PHV mitverantwortete, wurde mit dem 1. Preis ein „Entwurf ausgezeichnet, der die städtebauliche Idee des Dynamischen Masterplans überzeugend interpretiert. Er denkt sie als Experimentierraum für ‚Leben und Arbeiten‘ eindrucksvoll weiter. Die At-mosphäre des Quartiers wird so schlüssig aus dem Freiraum entwickelt.“ Mit diesem Wettbewerb startet das Patrick-Henry-Village (PHV) in die konkrete Um-setzung: aus einer exterritorialen Siedlung der amerikanischen Streitkräfte, entsteht ein eigenständiger, mit der Umgebung vielfältig vernetzter, lebendiger Stadtteil mit innovativer Strahlkraft über die Region hinaus.

        Die BImA als Eigentümerin der Liegenschaft wird kurzfristig damit beginnen, im südlichen
        Abschnitt der „Grünen Mitte“ im Stadtteil Patrick-Henry-Village neuen Wohnraum
        und Arbeitsorte zu schaffen. Dies geschieht auf der Grundlage des vom Heidelberger
        Gemeinderat beschlossenen Dynamischen Masterplans.
        Auf den Baufeldern B3 + B4 soll Wohnraum für 1.200 bis circa 1.400 Bewohner geschaffen
        werden. Dabei besteht der Wunsch, so viel Gebäudebestand zu erhalten,
        dass das charakteristische Bild der Siedlung als Identität weitergetragen wird.
        Gleichzeitig sollen die Transformationen und Neubauten die Schwächen der Struktur
        in Stärken umwandeln. Im Rahmen des Wettbewerbs sollten gebäudetypologische
        Untersuchungen angestellt werden, um zu erarbeiten, wie das Ziel der Schaffung
        preisreduzierten und innovativen Wohnungsbaus in Symbiose mit breitgefächertem
        und diversifiziertem Arbeitsplatzangebot unter Einbeziehung des Gebäudebestandes
        erreicht werden kann. Im Geiste des bisherigen Planungsprozesses wurde dieser städtebauliche Wettbewerb mit freiraumplanerischem Schwerpunkt als kooperatives Wettbewerbsverfahren mit sechs renommierten und interdisziplinär besetzten Planungsteams gemäß den Richtlinien für Planungswettbewerbe, den RPW 2013, durchgeführt. Der Wettbewerb
        wurde durch das Büro BÄUMLE Architekten und Stadtplaner aus Darmstadt professionell
        betreut. Das Preisgericht unter Vorsitz der Landschaftsarchitektin Prof. Ariane Röntz tagte am 21. Juli 2021 in der Alten Feuerwache. Dem Preisgericht gehörten neben Vertretern der BImA als Eigentümerin, Vertreter der Stadt Heidelberg mit den Bürgermeistern Odszuck und Schmidt-Lamontain sowie der IBA Heidelberg an. Als Experten
        wurden externe Landschaftsarchitekten, Stadtplaner und Architekten zur Beurteilung
        der Entwürfe hinzugezogen. Die Aufgabe war sehr komplex. Ausgehend von der Programmierung und gestalterischen Konzeption der öffentlichen und privaten Freiflächen sollte die bauliche Transformation der Baufelder B3 und B4 aus der Perspektive der Freiräume entworfen und dazu genutzt werden, die räumliche Vernetzung zu verbessern und gemeinschaftlich nutzbare Flächen stadträumlich zu fassen. Die Freiflächen sind dabei als
        multitalentierte Räume entwickelt worden, die unterschiedlichsten ökologischen Anforderungen gerecht werden mussten.

        Unter dem Motto „Green Zipper“ hat der 1. Preisträger die städtebauliche Idee des
        Dynamischen Masterplans überzeugend interpretiert. Nach Meinung des Preisgerichts
        bietet der gut ausgearbeitete Entwurf ein stabiles freiraumplanerisches Gerüst
        auf dessen Grundlage ein vielfältiges und nutzungsgemischtes Stadtquartier entwickelt
        werden kann, was ein Impuls für die Entwicklung von PHV sein kann. Die baulichen
        Sonderpunkte sind städtebaulich richtig gesetzt, so dass die Verknüpfung mit
        den Quartieren jenseits des Parkways gelingt. Die Ausbildung von „Gartenhöfen“ im
        Wechsel mit „Waldhöfen“ und gegliedert durch die linearen Gebäudestrukturen überzeugte
        die Jury. Die Wohnhöfe sind eine gute Basis für ein soziales Gefüge der
        Nachbarschaften. Mit einem 2. Preis wurden die SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin mit ASTOC and Planners GmbH, Köln ausgezeichnet. Der Entwurf schließt die Achsräume, die aus dem Bestand abgeleitet sind passgenau an die Gesamtstruktur des Masterplans PHV an. Das Freiraumkonzept füllt mit den urbanen
        Auen das Thema next!Gartenstadt in interessanter Weise mit Inhalt, indem Klimaanpassung
        und Biodiversität zentral behandelt werden. Für die Idee der Integration gemeinwohlorientierter Strukturen in einem Common Green wurde der Entwurf von TERRA NOVA Landschaftsarchitektur, München mit Fink+Jocher Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH, München mit einer Anerkennung ausgezeichnet.
        ufbauend auf den Ergebnissen des Wettbewerbs soll die bauliche Umsetzung folgen.
        Das Ergebnis wird ein gemischt genutztes Quartier mit einem neuen und vielfältigen
        (Miet-) Wohnraum sowie einem ausdifferenzierten Arbeitsplatzangebot sein.
        Damit werden die städtebaulichen Ziele verwirklicht, die die Stadt Heidelberg und die
        Internationale Bauausstellung (IBA) im Dynamischen Masterplan entwickelt haben.
        Die Baumaßnahmen sollen in mehreren Realisierungsstufen abschnittsweise entwickelt
        werden.

        Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten
        Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, die Ausstellung in der
        Turnhalle der Alten Feuerwache, Emil-Maier-Straße 16, 69115 Heidelberg, im Zeitraum
        bis 30.07.2021, Montag bis Freitag von 09:00 bis 18:00 Uhr mit telefonischer
        Voranmeldung bei der IBA 06221-6586500, zu besuchen.

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