Frankenthal – Sport im Nationalsozialismus – der Frankenthaler Leichtathlet, Mediziner und Sportjournalist Adolf Metzner

        Fanbetreuung und Museum der Frankfurter Eintracht informieren sich über ihren ehemaligen Vereinsvorsitzenden von 1938 bis 1942


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        Aufgrund seines erheblichen Vermögens wurde nach dem Tod von Adolf Metzner 1978 in Frankenthal mit einem Grundkapital von 1 Million DM (rund 500.000 Euro) die Adolf-Metzner-Stiftung gegründet. Adolf Metzner 1938 Foto: Eintracht Frankfurt Museum

        Frankenthal.(pd/and). Die Fanbetreuung der Eintracht Frankfurt und das Eintracht Frankfurt Museum besuchten am Samstag, 3. Juli 2021, von 12 bis 17 Uhr, den Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal. Treffpunkt war  um 12.15 Uhr in der Glockengasse (Gedenkplatz für die Synagoge).

         

        In der Gedenk- und Erinnerungsarbeit spielte das Thema „Sport im Nationalsozialismus“ eine immer größere Rolle. Das Frankfurter Museum zeigt die Geschichte der Frankfurter Eintracht von den Ursprüngen Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zur Gegenwart. Eine aktuelle Studie des Fritz Bauer Instituts (Universität Frankfurt) widmet sich dem Thema „Vereinsführer – Vier Funktionäre von Eintracht Frankfurt im NS“. Hier wird auch ausführlich über den Frankenthaler Leichtathlet, Mediziner und Sportjournalist Adolf Metzner berichtet.

         

        Aufgrund seines erheblichen Vermögens wurde nach dem Tod von Adolf Metzner 1978 in Frankenthal mit einem Grundkapital von 1 Million DM (rund 500.000 Euro) die Adolf-Metzner-Stiftung gegründet. Sie hat das Ziel, kulturelle und soziale Einrichtungen in der Stadt zu fördern.

         

        In den folgenden Jahren wurde Adolf Metzner zu einer bekannten und anerkannten Persönlichkeit Frankenthals. Allerdings nur bei Mitgliedern der Stadtverwaltung, des Stadtrats und einigen älteren früheren Leichtathleten.

         

        “Adolf Metzner: Arzt, Leichtathlet, Weltenbummler und Mäzen” war der Titel eines Artikels in einem Frankenthaler Stadtmagazin im Sommer 2009. Die Statue des Läufers mit Staffelholz im Adolf-Metzner-Park erinnere an den Sohn der Stadt, der dieser sein ganzes Leben lang verbunden geblieben sei.

         

        Der von der Stiftung im Jahr 1985 maßgeblich finanzierte Park an der Schmiedgasse und Lindenstraße wurde nach ihm zum „Adolf-Metzner-Park“. Über einem Brunnen steht dort die von dem Hamburger Bildhauer Fritz Fleer gegossene Bronzestatue, die einen Staffelläufer darstellt.

         

        Im Rahmen seiner umfangreichen Forschungsarbeiten entdeckte der Förderverein für jüdisches Gedenken 2009 bei einer Durchsicht von Dokumenten den Hinweis, dass Adolf Metzner am 1.9. 1933 in die Schutzstaffel (SS) der NSDAP eingetreten ist. 1937 wurde er, wie 45 Prozent aller Ärzte, Mitglied der NSDAP.

         

        Aufgrund weiterer Dokumente stellt der Förderverein die Frage, wie Adolf Metzners Handeln während der NS-Diktatur einzustufen ist: Hauptschuldiger, Belasteter, Minderbelasteter, Mitläufer oder Nichtbelasteter. Dies waren die von den Alliierten festgelegten Kategorien bei der Einordnung der Täter und Täterinnen in den Entnazifizierungsverfahren nach 1945.

         

        Der Förderverein hat auf seinen Internetseiten die Ergebnisse seiner Nachforschungen ausführlich diskutiert:

         

        http://juden-in-frankenthal.de/frankenthal-in-der-ns-zeit/ss-mann-adolf-metzner

         

        Das Thema stieß, dies zeigten mehrere Informations- und Diskussions-Veranstaltungen, auf wenig Interesse in der Frankenthaler Bevölkerung.

         

        Das Stadtarchiv erhielt vom Oberbürgermeister der Stadt Frankenthal den Auftrag, Nachforschungen über Adolf Metzner durchzuführen. Eine Spur führte zur Eintracht Frankfurt.

         

        1998 war das Buch „Schlappekicker und Himmelstürmer“ mit ersten Ergebnissen über die Frankfurter NS-Zeit erschienen. 1999 wurde das Vereinsleben zwischen 1933 und 1945 in der Ausstellung „Frankfurt am Ball – 100 Jahre Eintracht & FSV“ ausführlich dargestellt. 2007 erschien das Buch „Wir waren die Juddebube – Eintracht Frankfurt in der NS-Zeit“, das die erste detaillierte Darstellung der Vereinsentwicklung unter nationalsozialistischer Herrschaft darstellte.

        Adolf Metzner, so die Studie des Fritz-Bauer-Instituts, stand von 1938 bis 1942 gemeinsam mit Rudolf Gramlich an der Spitze der Eintracht Frankfurt. Metzner war unter anderem für die Leichtathletik-Abteilung zuständig. In ihrer Zeit wurde die „Arisierung“ des Vereins umgesetzt.

        In der Studie heißt es, dass sich über Adolf Metzner „das Bild eines Opportunisten“ zeichnen lässt, „der sich potentiell aus gewissen ideologischen Übereinstimmungen, in größerem Maße aber wohl aus karrieristischen und sportpolitischen Motiven ohne größere Schwierigkeiten in das NS-Regime integrierte.“

         

        Im Jahr 2020 hat das Eintracht-Museum (https://museum.eintracht.de) gemeinsam mit der Fanbetreuung des Vereins eine Veranstaltungsreihe „Spurensuche“ angeboten. Es fanden Besuche von Orten statt, an denen jüdische Mitglieder gewirkt haben, aber auch Orte der Ausgrenzung, Entrechtung und Deportation. Abschluss der Veranstaltungsreihe war eine gemeinsame Fahrt in das ehemalige Konzentrationslager Theresienstadt.

         

        Es entstanden zwei Filme:

         

        https://www.youtube.com/watch?v=SI94R6Pgkno -Teil 1

        https://www.facebook.com/watch/?v=2521164268173256 -Teil 2

         

        Im Rahmen dieser „Spurensuche“ kommt die Gruppe aus Frankfurt nach Frankenthal. Bei einem Stadtrundgang ab 12.15 Uhr  standen der frühere Standort der Metznerschen Malzfabrik in der Speyerer Straße, der Metzner-Park und das Familiengrab auf dem Hauptfriedhof im Mittelpunkt. Herbert Baum vom Förderverein informierte begleitend über die Geschichte der Juden in Frankenthal.

         

        Ab 15 Uhr informierte Rüdiger Stein im Dathenushaus (Kanalstraße 4) mit zahlreichen Fotos und Dokumenten über die umfangreichen Nachforschungen des Stadtarchivs Frankenthal.

         

        Weitere Informationen

        www.juden-in-frankenthal.de

         

        Quelle: Förderverein für jüdisches Gedenken

         

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