Landau – Wie bewältigen die Landauer Sportvereine die Herausforderungen der Pandemie? Sportdezernent Dr. Maximilian Ingenthron hat nachgefragt

        Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron hat sich mit den Landauer Sportvereinen telefonisch ausgetauscht. Foto: Stadt Landau

         

        Landau. (pd/and). Ob Fußball, Kanufahren, Judo oder Schach: Fast 90 Sportvereine hat die Stadt Landau gelistet. Doch wie haben diese die letzten Pandemie-geprägten Monate überstanden? Bürgermeister und Sportdezernent Dr. Maximilian Ingenthron wollte es genauer wissen und hat sich mit den Vereinsverantwortlichen telefonisch zum Gespräch verabredet.

         

        „Sportvereine leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander, doch die Corona-Krise hat das Vereinsleben auch bei uns in Landau in den letzten Monaten auf eine harte Probe gestellt“, erklärt Dr. Ingenthron. „Mich hat interessiert: Wie ist die Stimmung in unseren Sportvereinen, wie die Mitgliederentwicklung und wie die wirtschaftliche Situation? Wie sah das Vereinsleben in den letzten Monaten aus? Gab es Corona-überbrückende Angebote und wie wurden diese angenommen? Und wo drückt außerdem aktuell der Schuh?“ Da eine Präsenzveranstaltung mit allen Beteiligten nicht habe stattfinden können, habe der Sportdezernent zum Hörer gegriffen, sich mit den beim Sportbund gelisteten Vereinen der Stadt Landau in Verbindung gesetzt und sich so ein Bild über deren Situation gemacht.

         

        „Mit Unterstützung meines Vorzimmers habe ich über den Zeitraum von knapp zwei Monaten sehr viele Telefonate geführt. Um die richtige Ansprechpartnerin bzw. den richtigen Ansprechpartner und die entsprechenden Kontaktdaten herauszufinden, mussten wir zuweilen auch ein bisschen Detektivarbeit leisten“, schmunzelt Dr. Ingenthron. Aber es habe sich gelohnt: „Die Gespräche waren sehr fruchtbar und aufschlussreich.“

         

        „Insgesamt zeigt sich, dass ein gesellschaftlicher Wandel sich natürlich auch im sportlichen Geschehen einer Stadt abbildet. Die Pandemie stärkt oder beschleunigt nicht unwesentlich eine solche Entwicklung“, betont der Sportdezernent. So sei bei den naturnahen Sportvereinen, wie Kanuclub, Alpenverein oder bei den Mountainbikerinnen und -bikern von den Pfalzbikern, ein Vereinswachstum festzustellen. Ansonsten war durchgängig die Antwort: Keine Eintritte sowie natürliche Fluktuation. Bei einigen Vereinen gab es aber doch zum Teil erhebliche Einbußen an Mitgliedern. Einige Freizeitvereine seien tendenziell sehr stark betroffen, bei den Ringern stehen die Zeichen auf Auflösung. „Wo der Ball rund ist, läuft es nach wie vor sehr gut“, so ein weiteres Fazit des Bürgermeisters. So hat sich mit den „Südwestgirls“ gar ein Fußballverein speziell für Mädchen etabliert. Vereine, die Kontaktsportarten betreiben, oder auch die Schützen hatten es sehr schwer. Bei diesen Sportarten gab es kaum die Möglichkeit, zum Training ins Internet auszuweichen. Im Durchschnitt sei die Gesamtzahl der Mitglieder aller Sportvereine aber relativ stabil geblieben.

         

        „Enge Bindungen und eine im Regelfall engagierte Vereinsarbeit hat sich in der schwierigen Pandemiezeit ausgezahlt“, so Dr. Ingenthron. Da wo es möglich war, hatten Vereine versucht, die Zeit mit Online-Angeboten zu überbrücken. Jedoch habe sich bei vielen Mitgliedern über die Zeit auch eine gewisse Online-Müdigkeit eingestellt. „Ein Sonderlob gebührt dem Schwimm- und Sportclub, der von der ersten Stunde an in Sachen alternativer Angebote sehr aktiv und innovativ gewesen ist – und das, obwohl er gewissermaßen völlig auf dem Trockenen saß“, hebt der Bürgermeister hervor. Zu nennen sei auch der SV Landau West, der sich in besonderer Weise sozial engagiert habe.

         

        Wirtschaftlich gehe es vor allem den Organisationen mit bewirtschafteten Vereinsheimen nicht so gut. Bei anderen seien mangels Angeboten auch die Ausgaben deutlich zurückgegangen. Ein Thema sei häufig die Hallenbelegung gewesen und alle hatten nur einen Wunsch: Bald wieder ins Training zu kommen. „Allen Sportvereinen zolle ich hohen Respekt, dass sie den Blick nach vorne gerichtet haben und mit viel ehrenamtlichem Engagement, Kreativität und Beharrlichkeit den Widrigkeiten der Zeit getrotzt haben“, unterstreicht der Sportdezernent.

         

        Zahlreiche Sonderthemen seien bei den Gesprächen außerdem erörtert worden. So benötigen die Basketballer gesonderte Korbhöhen für die Jugend, der Bouleclub würde gerne eine Toilettenanlage übernehmen und die beiden tamilischen Sport- und Kulturvereine suchten gar eine neue Heimstatt.

         

        „Viele Sportvereine haben die Zeit anderweitig genutzt und können jetzt sagen: »Bei uns ist aufgeräumt, entrümpelt, repariert und präpariert! Es kann jetzt wieder losgehen.« Wobei natürlich die große Befürchtung besteht: Kommen die Menschen überhaupt wieder? Ich drücke auf jeden Fall fest die Daumen und bin überzeugt, dass die Landauerinnen und Landauer ihren Sportvereinen auch weiterhin treu bleiben. Landau ist und bleibt eine Stadt des Sports, und wir tun viel, um die Infrastruktur weiter aufzuwerten und zu verbessern. Der Bau eines dritten Kunstrasens auf dem Horstringsportplatz, die Erweiterung der Sporthalle West, der geplante Bau einer Flutlichtanlage im Stadion und die Unterstützung des Neubaus der Spielstätte des Inline-Hockeyclubs seien hier beispielhaft genannt. Sie stehen für eine Vielzahl an Maßnahmen für eine gute Zukunft des Sports in der Südpfalzmetropole“, so der Sportdezernent abschließend.

         

        Für die Zukunft plant Dr. Ingenthron ein regelmäßiges Format, um auch nach der Corona-Krise mit den Sportvereinen im Austausch zu bleiben – so beispielsweise durch einen „Runden Tisch Sport“.

         

        Quelle: Stadt Landau

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