Speyer – „Die Büchereien sind vor Ort bekannte Treffpunkte und Begegnungsstätten“ – Über 900 Ehrenamtliche aller Altersgruppen engagieren sich in der Büchereiarbeit im Bistum Speyer

        Speyer/Metropolregion Rhein-Neckar. Die Deutsche Bischofskonferenz hat vor wenigen Tagen eine Arbeitshilfe zu Profil und Auftrag der Katholischen Öffentlichen Büchereien veröffentlicht. Unter dem Titel „Katholische Büchereiarbeit – Selbstverständnis und Engagement“ ordnet das Papier die katholische Büchereiarbeit in das weite Feld des kirchlichen Medienengagements ein. In einem Gespräch berichtet Dr. Gabriele Dreßing, Leiterin der Fachstelle für Katholische öffentliche Büchereien, über die Büchereiarbeit im Bistum Speyer. Wie viele katholische öffentliche Büchereien gibt es im Bistum? Wie viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für den Betrieb? „Zurzeit sind es 107 Katholische öffentliche Büchereien, die aktiv sind und mit der Büchereifachstelle zusammenarbeiten. Dazu gehören auch einige Krankenhaus- und Kitabüchereien. Die Zahl der Büchereien und der dort ehrenamtlich Tätigen hat sich durch die Pandemie nicht wesentlich verändert. Über 900 Ehrenamtliche aller Altersgruppen engagieren sich in der Büchereiarbeit. Entgegen dem ansonsten in vielen Bereichen leider zu beobachtenden Trend, dass sich Menschen von der katholischen Kirche abwenden, sehen wir diese negative Entwicklung in der katholischen Büchereiarbeit nicht. Im Gegenteil erreichen wir mit unserer Arbeit viele junge Familien, die sich von anderen pfarreilichen Angeboten nicht angesprochen fühlen, und finden immer wieder neue Mitarbeiter/innen.“


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          Torbjörn Kartes in Friesenheim

        Warum engagiert sich das Bistum in diesem Bereich?
        „Die katholische Büchereiarbeit hat eine lange Tradition, so hat der Borromäusverein gerade sein 175jähriges Jubiläum gefeiert. Die Büchereien sind vor Ort bekannte Treffpunkte und Begegnungsstätten. Sie bieten ein vertrauensvolles, offenes kirchliches Angebot, das gerne genutzt wird. In den Büchereien wird gelebtes Christentum konkret erfahrbar. Gute Büchereiarbeit in Sinne von kultureller Diakonie braucht Unterstützung, Beratung und Förderung, die das Bistum über die Büchereifachstelle leistet.“

        Welche Medien kann man ausleihen? Und wie wird das Angebot genutzt?

        „Schwerpunkte des Medienangebots sind Bilder- und Kinderbücher, gute Belletristik und Sachbücher zu lebenspraktischen Themen. Neben dem klassischen Medium Buch, das auch in diesen Zeiten seine Nachfrage hat, bieten über 60 Büchereien in der „Onleihe im Bistum Speyer“ auch eMedien zur Ausleihe an. Obwohl wir ein kleines Bistum sind, hat keine andere Fachstelle in den anderen Diözesen so ein umfangreiches Angebot entwickelt. Vor kurzem wurde ein von uns gestellter Förderantrag für dieses Projekt von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien positiv beschieden. Mit der Onleihe erreichen wir selbst kleine Büchereien auf den Dörfern und die Entleihungen sind im letzten Jahr über 30 Prozent gestiegen. Es gibt also auch noch Wachstumsbereiche in der katholischen Kirche. Besonders hervorzuheben ist aber, dass trotz pandemiebedingten Büchereischließungen auch die sonstigen Ausleihzahlen recht stabil geblieben sind. Dies konnte durch das großartige Engagement der Ehrenamtlichen erreicht werden, die fast überall Abhol- und Bringdienste organisiert hatten.“

        Verleihen die Büchereien nur Medien oder gibt es noch andere Angebote?

        „Es gehört zum Profil der katholischen Büchereiarbeit Menschen und Bücher in Verbindung zu bringen, um die Kraft der Literatur zum Wirken zu bringen. Daher hat die Veranstaltungsarbeit eine große Bedeutung, sie ist eine Herzensangelegenheit vieler Ehrenamtlicher. Die Veranstaltungen – rund 2000 pro Jahr – bringen Leben in die Bücherei. Hier hat die Pandemie Grenzen gesetzt. Die vielen Kita-Gruppen und Schulklassen, die sonst zu Vorlesestunden kommen, werden immer noch schmerzlich vermisset, aber wir hoffen jetzt auf bessere Zeiten.“

        Hinweis:
        Das Impulspapier Katholische Büchereiarbeit – Selbstverständnis und Engagement findet man als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik Publikationen auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz https://www.dbk.de/. Dort kann das Dokument auch als Broschüre (Arbeitshilfen Nr. 324) bestellt werden.

        Quelle:
        Foto: (Bistum Speyer): Dr. Gabriele Dreßing

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