Heidelberg – Fürs Klima: noch „grüner“ Bauen und Sanieren in Heidelberg! Klimaschutzaktionsplan: Stadt ist Vorbild bei eigenen Gebäuden – Förderung für die Bürgerschaft

        Beim Ortstermin im Wieblinger Feuerwehrhaus am 7. Juni 2021 (v. l.): Frank Karlein, Abteilungskommandant Freiwillige Feuerwehr Wieblingen, Umweltamtsleiterin Sabine Lachenicht, Klimabürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain und Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner. Foto:Philipp Rothe

        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(rd/ak) – Heidelberg will klimaneutral werden – und hat dafür bereits 2019 den Klimaschutzaktionsplan (KAP) verabschiedet. In diesem 30-Punkte-Plan spielt nicht nur die Verkehrswende eine große Rolle – sondern auch die Themen Bauen und Sanieren. Denn in Heidelberg sollen Neubauten und Gebäudesanierungen künftig noch nachhaltiger und klimaschonender werden. Für dieses „grüne“ Bauen und Sanieren hat die Stadt für Bauträger verbindliche Klimaschutz-Leitlinien festgelegt. Den Bürgerinnen und Bürgern greift die Stadt mit einem attraktiven und breiten Förderprogramm unter die Arme. Und bei ihren eigenen Gebäuden geht die Stadtverwaltung als Vorbild voran. Exemplarisch stellten Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner, Klimabürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain und Umweltamtsleiterin Sabine Lachenicht dafür bei einem Pressetermin am Montag, 7. Juni 2021, den 2015 fertiggestellten Neubau des Feuerwehrhauses Wieblingen vor. Es wird gemeinschaftlich von der Feuerwehr Wieblingen und der DLRG Stadtgruppe Heidelberg genutzt.

        Oberbürgermeister Prof. Würzner sagte: „Das Feuerwehrhaus Wieblingen ist ein gutes Beispiel dafür, dass Klimaschutzprojekte oft nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen sind. Hier kommen gleich mehrere energieeffiziente Technologien in Kombination zum Einsatz: Es werden zum Beispiel weder Öl, Gas oder Pellets verbrannt – die Beheizung funktioniert über eine Luft-Wärme-Pumpe. Auf dem Dach wird eine Photovoltaik-Anlage betrieben und der Büro- und Mannschaftstrakt ist in Passivbauweise errichtet. Wir möchten alle Bauherren und Hauseigentümerinnen und -eigentümer dazu motivieren, solche innovativen Ansätze bei den eigenen Maßnahmen umzusetzen.“

        Klimabürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain erläuterte: „Die meisten Maßnahmen des Klimaschutz-Aktionsplans gehören zu den Handlungsfeldern Bauen und Sanieren, Energieversorgung und Energieinfrastruktur sowie Mobilität. Diese Bereiche tragen am stärksten zur CO2-Reduktion und dem Ressourcenschutz bei. Es wird sich auszahlen, wenn wir uns bei diesen Drehschrauben ins Zeug legen. Sie erfordern teilweise hohe Investitionen und entsprechend lange Planungszeiträume. Aber die Effekte sind sehr gut – nicht nur für das Klima, sondern sehr oft auch für den eigenen Geldbeutel.“

        Energieeffizienz bei kommunalen Gebäuden

        Heidelberg setzt sich seit Jahren für den Klimaschutz ein. Bei den kommunalen Gebäuden legt die Stadt bei Neubau und Sanierungen höchsten Wert auf Energieeffizienz. Grundlage hierfür ist die „Heidelberger Energiekonzeption“, die unter anderem regelt, dass jedes neue Gebäude der Stadt im Passivhaus-Standard errichtet werden muss. Zudem muss überall dort, wo es möglich ist, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach installiert werden. Erst Ende April 2021 ist auf dem Dach der Rottehalle des städtischen Kompostwerks Wieblingen die größte PV-Anlage in Betrieb gegangen, die bisher auf dem Dach eines Gebäudes in Heidelberg installiert worden ist. Geplant und installiert wurde sie von den Stadtwerken Heidelberg.

        Förderprogramme zur Wohngebäudesanierung

        Die Stadt Heidelberg fördert zudem seit 1993 mit dem Förderprogramm „Rationelle Energieverwendung“ die energetische Sanierung von Wohngebäuden – seitdem wurden über 2.900 Anträge bewilligt. Jährlich stehen 1,5 Millionen Euro für das Programm zur Verfügung (www.heidelberg.de/foerderprogramm >Umweltschutz). Die Stadt gibt Haus- und Wohnungsbesitzern Anreize für das energiesparende und umweltfreundliche Bauen und Sanieren sowie Maßnahmen zum Schutz von Gebäudebrütern und Fledermäusen. Seit Januar 2021 wird die Installation und Inbetriebnahme von Photovoltaik-Anlagen auf Dachflächen, Gründächern und Fassadenflächen gefördert.

        Vorreiter bei Neubauten: hochwärmegedämmt und dicht

        Im Bereich Neubau nimmt die Stadt Heidelberg sowohl mit dem neuen Stadtteil Bahnstadt als auch mit den Konversionsflächen eine Vorreiterrolle ein: Hier werden alle Neubauten im Passivhaus-Standard oder als KfW-Effizienzhaus 55 errichtet.

        In der Heidelberger Bahnstadt zeigt das Monitoring von Wohngebäuden seit 2014, dass der Heizwärmebedarf zuletzt im Mittel bei 18,3 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr lag. Das ist wesentlich niedriger als der heutige Neubaustandard in Deutschland es vorgibt, und durch die Versorgung der Bahnstadt mit Fernwärme wird Klimaneutralität erreicht.

        Solarpflicht: Beim Verkauf städtischer Baugrundstücke verpflichtet die Stadt die Käuferinnen und Käufer künftig vertraglich, Dachflächen von Neubauten für die Installation von Photovoltaikanlagen zu nutzen. Für Grundstücke auf der Konversionsfläche Patrick-Henry-Village (PHV) gilt die Verpflichtung auch für Bestandsgebäude. Die Nutzung der Dachflächen soll in größtmöglichem Umfang erfolgen. Werden vom Eigentümer/Besitzer keine Anlagen gebaut, können die Dachflächen Dritten wie den Stadtwerken und Energiegenossenschaften für mindestens 25 Jahre zur Verfügung gestellt werden.

        Wohnen, Bauen und Sanieren: Ziele im Klimaschutz-Aktionsplan

        Der Klimaschutz-Aktionsplan mit den ersten 30 konkreten Vorschlägen legt Ziele und Prioritäten innerhalb des „Masterplan 100% Klimaschutz“ fest (www.heidelberg.de/masterplan100). Die Vorschläge betreffen alle Lebensbereiche, von Bauen und Wohnen, Ernährung und Konsum über die naturnahe Stadtgestaltung bis hin zur Mobilität (#hd4climate). Ums Wohnen, Bauen und Sanieren geht es bei den folgenden Punkten:

        Plusenergie-Quartiere: Patrick-Henry-Village (PHV) und alle Neubauquartiere ab dem Jahr 2020 werden Plusenergie-Quartiere, für die mehr Energie erzeugt als verbraucht wird.

        „Grüne“ Fernwärme: Mit dem Betrieb des Holz-Heizkraftwerks im Pfaffengrund, weiteren Biogas-Blockheizkraftwerken im Stadtgebiet sowie dem Anschluss der thermischen Abfallverwertung auf der Friesenheimer Insel im Februar 2020 in Mannheim wurde das Ziel der Stadtwerke Heidelberg erreicht, allen Fernwärme-Kundinnen und -Kunden insgesamt 50 Prozent „grüne“, CO2-neutrale Wärme zur Verfügung zu stellen. Die Fernwärme wird bis 2030 weitestgehend CO2-neutral gestaltet. Ab 2030 soll keine weitere Fernwärme aus Steinkohle bezogen werden.

        Photovoltaik: Der Zubau von 25 Megawatt Photovoltaik-Anlagen bis 2025 soll durch einen Ausbau von zehn Megawatt auf Dächern der Stadt und der GGH durch die Stadtwerke Heidelberg sowie durch private Investoren entstehen. Zudem engagieren sich die Stadtwerke überregional über eine Beteiligung an der Ende 2020 gegründeten Erneuerbare-Energien-Gesellschaft „Trianel Wind und Solar” für den PV- und Wind-Ausbau. Im Verbund von 20 Stadtwerken werden so Erneuerbare-Energie-Anlagen für Heidelberg errichtet, für die es in Heidelberg selbst keine Flächen gibt. Bis 2025 wird eine Heidelberg zuzurechende Anlagenleistung von weiteren 14 Megawatt umgesetzt.
        „Grüner“ Strom: Bis 2025 erhalten alle Bürgerinnen und Bürger, die sich in der Versorgungspflicht durch die Stadtwerke Heidelberg befinden, 100 Prozent Ökostrom.

        Altbauten: Verdoppelung der Altbausanierungsrate bis 2030. Die Sanierungsrate für Heidelberger Privat-Immobilien soll auf jährlich mindestens 2,5 Prozent erhöht werden, die städtischer Immobilien auf mindestens 3 Prozent. Die Kosten der energetischen Sanierung dürfen die Warmmiete nicht erhöhen.

        Wärmepotenzial: Eine Potenzialerhebung soll zeigen, wie eine CO2-neutrale Wärmeversorgung in Heidelberg aus Kostensicht am besten erreicht werden kann.

        Klimaschutz-„Steckbrief“ der Feuerwache Wieblingen

        Das im November 2015 fertiggestellte, zweigeschossige Gebäude ist energetisch vorbildlich: Der Gebäudeteil mit Büro- und Mannschaftsräumen ist im Passivstandard ausgeführt. Das Haus wird mit einer Luft-Wärmepumpe über statische Heizflächen beheizt und ist mit einer zentralen Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Auf dem Dach sind Photovoltaikelemente installiert. Mit dem erzeugten Strom aus der Photovoltaik-Anlage wird das Warmwasser dezentral über Elektro-Durchlauferhitzer erzeugt. Begrünte Dachflächen; das Regenwasser wird zur Versickerung auf das Gelände geleitet. Die befestigten Freiflächen haben einen versickerungsfähigen Belag. Sensorgesteuerte Außenjalousien verhindern übermäßiges Aufheizen der Räume bei Sonneneinstrahlung. Das Obergeschoss ist ein Holzaufbau und damit aus einem nachwachsenden Rohstoff. In vielen Bereichen gibt es eine sensorgesteuerte Beleuchtung.

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