Mannheim – IHK-Konjunkturumfrage Erholung in der Industrie setzt sich fort/Stimmung im Handel und Dienstleistungsgewerbe bleibt getrübt

        Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar, 17. Mai 2021. Die Situation der Wirtschaft in der Region hat sich in den vergangenen Monaten erneut verbessert, bleibt aber Corona-bedingt stark gespalten. „Während die Industrie spürbar wieder Tritt gefasst hat, leiden zahlreiche Dienstleister weiter unter der Pandemie und den Maßnahmen zu deren Bekämpfung“, beschreibt Axel Nitschke die Lage. Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar weist darauf hin, dass ein Großteil des Hotel- und Gaststättengewerbes sowie der Unternehmen aus der Freizeit-, Kultur- und Event-Wirtschaft seit Monaten keine nennenswerten Umsätze erzielen. „Sie kämpfen ums bloße Überleben. Auch im Einzelhandel fällt die Lage höchst unterschiedlich aus. Während ein Teil des stationären Einzelhandels geschlossen ist und gleichzeitig den Druck der Online-Konkurrenz spürt, verzeichnet der dauerhaft geöffnete Teil des Einzelhandels gute Geschäfte.“ Das sind zentrale Ergebnisse der Frühjahrs-Konjunkturumfrage, an der sich 540 Unternehmen beteiligt haben.

        Der IHK-Konjunkturklimaindex liegt aktuell bei 108 Punkten – und damit 29 Punkte über dem Vorjahreswert. Der Index fasst die Bewertung der Lage und die Erwartungen zusammen. Werte über 100 stehen tendenziell für Wachstum. „Im Frühsommer 2020 machten unterbrochene Lieferketten und der globale Nachfragerückgang der Industrie noch schwer zu schaffen. Inzwischen profitieren die Industriebetriebe vom Aufschwung der Weltkonjunktur“, so Nitschke. Mit einer starken Industrie im Rücken verbessern sich auch die Lage und Erwartungseinschätzungen im Großhandel: „Der Einzelhandel ist durch das Hin und Her bei den Corona-Maßnahmen weiterhin tief verunsichert.“

        Zur guten Lage der Industrie tragen maßgeblich die gestiegenen Exporterwartungen bei. Als Gründe nennt der IHK-Hauptgeschäftsführer den Aufschwung auf dem chinesischen Markt, das 1,9 Billionen US-Dollar schwere Konjunkturpaket der US-Regierung sowie positive Impulse aus der Eurozone. Per saldo rechnen 29 Prozent der Industrieunternehmen mit steigenden Ausfuhren in den nächsten 12 Monaten.

        Insgesamt wirkt sich die starke internationale Nachfrage vorteilhaft auf die Entwicklung der Industriebetriebe in der Region aus. Die Lagebewertungen verbessern sich hier gegenüber der Umfrage zu Jahresbeginn per saldo um 20 Prozentpunkte auf aktuell +37 Punkte. Die Geschäftserwartungen in der Branche erhöhen sich per saldo um 5 Prozentpunkte auf +29 Punkte. Die Industrieunternehmen nennen die Sorge vor steigenden Energie- und Rohstoffpreisen als Risikofaktor Nummer 1. Insofern deutet sich hinsichtlich der Kosten und der Verfügbarkeit der Vorprodukte bereits ein möglicher Hemmschuh für den weiteren Konjunkturverlauf an.

        „Die hohe Nachfrage auf den Auslandsmärkten gilt nicht nur Gütern ,made in germany‘, sondern auch wichtigen Grundstoffen für die Produktion. Dies führt weltweit zu steigenden Preisen, längeren Lieferzeiten und geringeren Verfügbarkeiten. Egal ob Mikrochips, Plastik oder Holz, das Angebot kann der steigenden Nachfrage kaum gerecht werden“, stellt Nitschke fest. Wenn dazu noch die Lieferketten unterbrochen werden, wie beispielsweise durch die tagelange Blockade des Suez-Kanals Ende März, dann nehmen die Sorgen der international bestens vernetzten Unternehmen rasant zu.

        Die Einführung der CO2-Bepreisung zu Jahresbeginn hat die Energiekosten für viele Industriebetriebe steigen lassen. „Die Industrie macht ihre Hausaufgaben: Aktuell investiert mehr als jedes dritte Industrieunternehmen verstärkt in Umweltschutz und Energieeffizienzmaßnahmen. Durch steigende Abgaben könnte die Industriekonjunktur in einem erfolgreichen Restart nach der Corona-Pandemie stark belastet werden“, so Nitschke.

        Außerhalb der Industrie sehen die Unternehmen in den Unsicherheiten rund um die Entwicklung der Corona-Pandemie nach wie vor die größten Risiken für ihre wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten 12 Monaten. Risikofaktoren sind zudem der Fachkräftemangel und auch dort die Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise.

        Aufgrund der Corona-Maßnahmen sind mit Ausnahme von Betrieben zur Gewährleistung der Grundversorgung die meisten Einzelhändler in ihrer Geschäftstätigkeit stark eingeschränkt. Die Mehrheit der Betriebe schätzt ihre Lage- und Geschäftserwartungen per saldo negativ ein. So ging der Saldo bei den Lageeinschätzungen gegenüber dem Jahresbeginn um 7 Punkte auf aktuell -4 Punkte zurück. Bei den Angaben zu den Geschäftserwartungen zeigen sich die Einzelhändler geprägt durch das Auf und Ab in den vergangenen Monaten. Per saldo geht immer noch jedes fünfte Einzelhandelsunternehmen von weiter rückläufigen Geschäften in den nächsten 12 Monaten aus.

        Der Großhandel kann hingegen von dem Aufschwung in der Industrie profitieren. Der Saldo der Lageeinschätzungen steigt um 16 Prozentpunkte auf aktuell +29 Punkte. Und auch die Geschäftserwartungen konnten gegenüber der Vorumfrage um 31 Punkte auf aktuell +5 Punkte stark zulegen.

        Bei den Lage- und Erwartungseinschätzungen der Dienstleistungsunternehmen der Region zeichnet sich in großen Teilen noch keine wirkliche Erholung ab. „Während bei den IT- und unternehmensbezogenen Dienstleistern leicht positive Tendenzen festzustellen sind, blicken Großteile des Gastgewerbes, der Eventbranche und der körpernahen Dienstleister mit sehr großer Sorge in die Zukunft“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer.

        Die Investitionsabsichten weisen branchenübergreifend eine positive Tendenz auf, die Industrie erweist sich auch hier als Motor. „Neben dem Ersatzbedarf planen die Unternehmen, immer stärker in Maßnahmen zur Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse zu investieren. Die Corona-Pandemie hat die Entwicklung in diesem Bereich spürbar vorangetrieben“, erläutert Nitschke.

        Per saldo geht knapp jedes zehnte Unternehmen davon aus, seine Beschäftigtenzahlen in den nächsten 12 Monaten reduzieren zu müssen. Die Arbeitslosenquote im IHK-Bezirk liegt im April bei 5,3 Prozent und damit um 0,3 Prozent über der Quote im Vorjahresmonat und 1,5 Prozent über der Quote im April 2019. Bei diesen Entwicklungen stabilisiert die Kurzarbeit immerhin spürbar den Arbeitsmarkt. Die Zahl der offenen Arbeitsstellen liegt im April bei 5.750, das sind 240 mehr als im April 2020.

        Der aktuelle IHK-Konjunkturbericht ist abrufbar unter www.rhein-neckar.ihk24.de/konjunktur

        Quelle IHK Rhein-Neckar.

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