Heidelberg – Tag der Städtebauförderung: Stadt und Partner bieten „Schaufenster in die neue Südstadt“- Bürgerschaft am 8. und 9. Mai zu individuellen Spaziergängen über ehemalige US-Fläche eingeladen

        Bild: Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner, seine Bürgermeister-Kollegen und weitere städtische Mitarbeiter bei einem Spaziergang über die Konversionsflächen. Foto: MRN-NEWS/Atossa Kamran

        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Aus Aufmarschplätzen wird ein Ort der Begegnung für alle Generationen. In ehemaligen Soldatenunterkünften wohnen Familien. Aus einer alten Kapelle wird ein Bürgerzentrum. Und ein Kulturhaus bespielt künftig einen Ort, der einmal eine Kutschenhalle war. Das alles passiert aktuell in der Heidelberger Südstadt – auf dem ehemaligen Areal der US-Armee zu beiden Seiten der Römerstraße. Zum Tag der Städtebauförderung laden die Stadt Heidelberg, die Internationale Bauausstellung (IBA) Heidelberg, das Kulturhaus Karlstorbahnhof und der Trägerverein des neuen Stadtteilzentrums Chapel e. V. interessierte Bürgerinnen und Bürger ein, sich bei einem individuellen Spaziergang ein Bild von den laufenden Arbeiten in der Südstadt zu machen. Am 8. und 9. Mai entstehen dazu an sieben Stationen „Schaufenster in die neue Südstadt“. Zudem gibt es ein breites Internet-Angebot unter www.heidelberg.de/städtebautag – unter anderem Luftaufnahmen der Fläche und den Link zu einem digitalen Audio-Spaziergang. Wer den Spaziergang „analog“ vor Ort machen möchte, kann dies an den beiden Tagen ganz individuell tun. Aufgrund der Corona-Pandemie bietet die Stadt in diesem Jahr keine Gruppenführungen an.

        „Die Fördermittel von Bund und Land sind ein wichtiges Instrument, damit Kommunen beispielhafte städtebauliche Projekte realisieren können. Heidelberg hat hiervon in den vergangenen Jahren sehr profitiert – in der Südstadt war der größte Erfolg die Aufnahme des „ANDEREN PARKS“ in das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ mit einem Zuschuss von 5,9 Millionen Euro. Entsprechend freuen wir uns, dass wir der Bürgerschaft zum bundesweiten Aktionstag nun Einblicke geben können, wie die Arbeiten am Park und in der Südstadt generell vorangehen. Aufgrund der Corona-Pandemie bieten wir keine geführten Touren in Gruppen an. Alle Spazierenden können individuell und zeitlich flexibel die Informationspunkte anlaufen – im eigenen Tempo und mit genügend Abstand“, erklärt Konversions-Bürgermeister Hans-Jürgen Heiß. Neben der Südstadt sind Städtebaufördermittel von Bund und Land in Heidelberg unter anderem in die großen Stadtentwicklungsprojekte Bahnstadt und Konversion US-Flächen geflossen. Aber auch Projekte in den Stadtteilen – zum Beispiel Rohrbach Markt – haben davon profitiert.

        Sieben Informationspunkte im Quartier Südstadt

        2013 hat die US-Armee das über 40 Hektar große Areal „Mark-Twain-Village/Campbell Barracks“ geräumt. Seither entwickelt die Stadt gemeinsam mit vielen Partnern die Fläche neu. Es entstehen unter anderem rund 1.400 Wohnungen vorwiegend im preiswerten Segment. Herzstück der Planungen ist „DER ANDERE PARK“ – ein Grün- und Freiraumkonzept, das verschiedene Orte des Wissens und der Begegnung im Areal miteinander vernetzt. An den folgenden sieben Informationspunkten können sich Spaziergänger am 8. und 9. Mai über Projekte informieren:

        Lärmschutz- und Spielelandschaft: Im nördlichen Winkel an der Elsa-Brändström-Straße ist bereits ein weitläufiges Areal mit zahlreichen Spiel- und Bewegungsangeboten für Kinder und Jugendliche fertiggestellt. Der Ort zeigt, wie man planerisch Nützliches und Angenehmes zusammenbringen kann – das ganze Areal ist nämlich eigentlich aus Lärmschutzgründen entstanden, um die Geräusche der angrenzenden Bahnlinie abzuschirmen.

        Chapel: In eine ehemaligen Kapelle an der Kreuzung Römerstraße/Rheinstraße zieht ein neues Bürger- und Stadtteilzentrum ein. Nach der Fertigstellung wird es der Trägerverein Chapel – Raum für Stadtkultur e. V. betreiben, in dem sich der Stadtteilverein Südstadt, der Caritasverband Heidelberg, effata Eine-Welt-Kreis und formAD zusammengeschlossen haben. Ein Veranstaltungsaal bietet Platz für knapp 200 Personen. Knapp die Hälfte der Baukosten in Höhe von 3,7 Millionen Euro kommen aus der Städtebauförderung „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“.

        Mark-Twain-Center: In der ehemaligen Kommandantur des US-Militärs an der Römerstraße ist seit Ende 2018 das „Mark Twain Center für transatlantische Beziehungen“ im Teilbetreib. Im MTC wird ab dem Mai 2022 eine multimediale Ausstellung zu den deutsch-amerikanischen Beziehungen gezeigt. Im Mittelpunkt stehen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie ihre Geschichten, die die enge Verbindung Heidelbergs mit weltgeschichtlichen Entwicklungen verdeutlichen. Das MTC bietet kulturelle Angebote und fördert den wissenschaftlichen Austausch und den Dialog zu Zukunftsfragen im transatlantischen Verhältnis.

        Bürgerpark: Der „Bürgerpark“ ist als Begegnungsort ein wichtiger Bestandteil des Projekts „DER ANDERE PARK“ und entsteht rund um die ehemalige Kommandeursvilla. Für alle Altersgruppen wird es vielfältige Angebote zum Spielen, Bewegen und Verweilen geben. Der ehemalige Check-Point an der Rheinstraße wird in den Bürgerpark integriert. Der historische Bestand und die verschiedenen Nutzungsepochen des Geländes sind in die Gestaltungsidee einbezogen und sollen in der Freiraumgestaltung ablesbar bleiben.

        Campbell Barracks West: Die John-Zenger-Straße wird die neue Verbindung von der Rheinstraße zur Sickingenstraße. Entlang dieser neuen Straße entstehen derzeit neue Wohn- und Geschäftshäuser. Mit der Nina-Simone-Straße und der Billie-Holiday-Straße wird der westliche Bereich der Campbell Barracks sowie eine neue Quartiersgarage zusätzlich vom Gewerbegebiet Bosseldorn aus neu erschlossen.

        Karlstorbahnhof: Für die Verlagerung des Kulturhauses Karlstorbahnhof wird die denkmalgeschützte ehemalige Kutschenhalle auf den Campbell Barracks derzeit umfangreich saniert. Die Maßnahme wird im Rahmen des Programms „Stadtumbau West“ von Bund und Land gefördert. Ab Mitte 2022 soll das Gebäude voraussichtlich in Betrieb gehen. Das bundesweit renommierte Kulturhaus wird dann mit allen Sparten aus seinem bisherigen Domizil in der Altstadt in die Südstadt umziehen.

        Campbell Barracks Ost: Das markante Torhausgebäude wird künftig unter anderem eine private Hochschule beheimaten. Dahinter liegt der ehemalige Paradeplatz, der im Rahmen des „ANDEREN PARKS“ zu einem neuen Treffpunkt, Aufenthaltsbereich und Veranstaltungsort umgestaltet wird. Die militärische Strenge des ehemaligen Paradeplatzes wird gestalterisch aufgebrochen: eine kreisrunde Platzfläche wird umpflanzt und um ein Wasserspiel ergänzt.

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