Heidelberg – Weniger Verpackungsmüll – aber wie? Verpackungslabor testet nachhaltige Verpackungen


        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak/Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)/ifeu/Institut für Energie- und Umweltforschung Stadt Heidelberg/BUND Kreisverbands Heidelberg/Alnatura/Annas Unverpacktes/dm) – In den letztenzwanzig Jahren haben sich Kunststoffverpackungen bei Lebensmitteln, Kleidung oder Kosmetik verdoppelt. Trotz der damit verbundenen Umweltprobleme sind nachhaltige Alternativen beim täglichen Einkauf noch immer die Ausnahme. Wie es anders gehen kann, zeigt das Forschungsprojekt Innoredux des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und des ifeu – Institut für Energie und Umweltforschung in Heidelberg: Vom 1. Mai bis 31. Juli 2021 können Verbraucherinnen und Verbraucher im Verpackungslabor „Alles drin, wenig drum“ verschiedene Verpackungslösungen vergleichen und sich über deren Nachhaltigkeit informieren. Gefördert wird das Forschungsprojekt über drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb des Forschungsschwerpunkts „Plastik in der Umwelt – Quellen, Senken, Lösungsansätze“.

          Mit starken Partnern im Einzelhandel Verbraucher informieren
          Die Projektpartner Alnatura, dm, die Heidelberger Unverpackt-Läden sowie der Onlinehändler memo und viele weitere Heidelberger Geschäfte präsentieren verschiedene Verpackungslösungen für Lebensmittel, Wasch- und Kosmetikprodukte und Bürobedarf. Heidelberger Verbraucherinnen und Verbraucher können sich vor Ort darüber informieren, wie nachhaltig die Verpackungen jeweils sind, die angebotenen Alternativen bewerten sowie an einer Kundenbefragung teilnehmen. Das Verpackungslabor wird vom IÖW und ifeu wissenschaftlich begleitet und soll Erkenntnisse darüber liefern, wie Verpackungen im Einzelhandel reduziert werden können und welche Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle sich daraus ergeben: „Uns interessiert vor allem, wie die Verpackungen bei den Kundinnen und Kunden wahrgenommen und genutzt werden und welche Erfahrungen die teilnehmenden Geschäfte machen“, erläutert Frieder Rubik, Projektleiter vom IÖW. Andreas Wille, Inhaber von Annas Unverpacktes in Heidelberg, über den Start des Verpackungslabors: „Seit mittlerweile fast sechs Jahren experimentieren wir im hauseigenen Verpackungslabor, unserem Unverpacktladen. Wir freuen uns, dass der Laborraum jetzt so viel größer geworden ist.“ Müllvermeidung hat auch für das Drogerieunternehmen dm höchste Priorität: „Besonders die Plastikvermeidung liegt vielen unserer Kund/innen und uns am Herzen. Im Verpackungslabor können wir nun ein möglichst breites Angebot von nachhaltigen
          Verpackungsmöglichkeiten bieten“, so Dagmar Glatz von dm. Neben den Aktionen in den Geschäften finden verschiedene Angebote der Stadt Heidelberg und des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) statt. „Mit vielfältigen Vorträgen und Exkursionen rund um das Thema Plastikvermeidung möchten wir Bürger/innen dabei unterstützen, unnötigem Müll die rote Karte zu zeigen“, meint Stephan Pucher vom BUND Heidelberg.

          Kommunale Unterstützung gegen die Verpackungsflut
          Basierend auf den Erfahrungen im Verpackungslabor entwickelt das Projekt Strategien für
          Kommunen und Unternehmen, um diese dabei zu unterstützen, den Einsatz von nachhaltigen
          Verpackungslösungen voranzubringen und das Aufkommen von Plastikmüll zu reduzieren. Ziel ist es, die praktische Umsetzung von alternativen Verpackungslösungen auch über Heidelberg hinaus zu erleichtern. Für Handelsunternehmen umfasst dies etwa eine Kategorisierung von
          Geschäftsmodellinnovationen für weniger Verpackungen sowie Unternehmens-Checklisten.
          Wichtige Grundlage für Unternehmensentscheidungen sind die im Projekt erstellten Ökobilanzen zu verschiedenen Verpackungen, wie Isabell Kuhl von Alnatura betont: „Wir möchten für Alnatura Stück für Stück umweltschonendere Verpackungen auswählen und uns dabei an der tatsächlichen statt der gefühlten Nachhaltigkeit orientieren. Die Ökobilanzen, die in dem Projekt erstellt wurden, sind dafür eine sehr gute Orientierung“. Fünf Infografiken stellen für je ein Produkt dar, welche Verpackung jeweils am nachhaltigsten ist. „Dabei wird die Auswirkung der verschiedenen Verpackungen auf die Umwelt und auf das Abfallaufkommen kompakt zusammengeführt und für Verbraucher/innen gut nachvollziehbar vermittelt“, so Andreas Detzel, Projektleiter vom ifeu. Für Städte und Gemeinden werden praxisorientierte Handlungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene in Form einer Handreichung erstellt. „Das Projekt bringt uns konkrete Erkenntnisse, wie Kunststoffverpackungen im Einzel- und Versandhandel reduziert werden und wie wir die Verbraucher/innen dabei mitnehmen können. Wir hoffen, diese im Rahmen unserer kommunalen Mittel nachhaltig einsetzen zu können“, so der Heidelberger Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, Dezernent für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität.

          Weitere Informationen:
          • Welche Verpackung ist am nachhaltigsten? Infografiken zeigen Ergebnisse für verschiedene
          Produkte: www.plastik-reduzieren.de/deutsch/verpackungslabor/infografiken-und-
          %C3%B6kobilanzen

          • Alle Veranstaltungen im Verpackungslabor finden Sie hier: www.plastikreduzieren.
          de/deutsch/veranstaltungen

          • Zur Kundschaftsbefragung geht’s hier: https://survey.lamapoll.de/Verpackungslabor

          Über das Projekt Innoredux:
          Seit 2019 erarbeiten das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und das Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) gemeinsam mit Handelsunternehmen und der Stadt Heidelberg innovative Verpackungslösungen für den Online- und stationären Handel. Im Zentrum des Projekts „Innoredux“ steht die Frage, wie innovative Geschäftsmodelle im Handel Plastikeinsatz und Plastikmüll entlang der Wertschöpfungskette reduzieren können. Der Fokus liegt vor allem beim Einzelhandel, da er eine Schlüsselrolle zwischen Produktion und Konsum einnimmt. Praxispartner des stationären Handels sind der Drogeriemarkt dm, der Biohändler Alnatura und der Unverpacktladen „Annas Unverpacktes“. Im Versandhandel beteiligen sich memo und der Avocadostore. Auch der Unverpackt-Verband, die Stadt Heidelberg und der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) sind am Projekt beteiligt. In diesem starken Verbund soll ein Beitrag geleistet werden, um langfristig den Plastikeinsatz und damit auch den Plastikeintrag in die Umwelt zu reduzieren.
          Einen Überblick zu den geplanten Aktionen im „Verpackungslabor” sowie zum Projekt Innoredux
          finden Sie auf www.plastik-reduzieren.de.

          Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
          Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) ist ein führendes wissenschaftliches Institut auf dem Gebiet der praxisorientierten Nachhaltigkeitsforschung. Rund 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erarbeiten Strategien und Handlungsansätze für ein zukunftsfähiges Wirtschaften – für eine Ökonomie, die ein gutes Leben ermöglicht und die natürlichen Grundlagen erhält. Das Institut arbeitet gemeinnützig und ohne öffentliche Grundförderung. Das IÖW ist Mitglied im „Ecological Research Network“ (Ecornet), dem Netzwerk der außeruniversitären, gemeinnützigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschungsinstitute in Deutschland.

          www.ioew.de
          Aktuelles aus dem IÖW: twitter.com/ioew_de | www.ioew.de/newsletter
          Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu)
          Das ifeu forscht und berät weltweit zu wichtigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen für zahlreiche internationale und nationale Fördermittel- und Auftraggeber. Es zählt mit über 40-jähriger Erfahrung zu den bedeutenden ökologisch ausgerichteten, unabhängigen und gemeinnützigen Forschungsinstituten in Deutschland. An den Standorten Heidelberg und Berlin sind rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Natur-, Ingenieurs- und Gesellschaftswissenschaften beschäftigt. Das ifeu sucht Antworten auf drängende gesellschaftliche Fragen und entwickelt diese im Sinne einer transdisziplinären Ausrichtung in engem Dialog mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft: vor Ort, in Deutschland und weltweit.

          www.ifeu.de
          dm-drogerie markt GmbH + Co. KG
          Bei dm-drogerie markt arbeiten europaweit mehr als 62.500 Menschen in über 3.700 Märkten. In den derzeit 13 europäischen Ländern konnte dm im Geschäftsjahr 2019/2020 einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro erreichen. Die rund 41.000 dm-Mitarbeiter in Deutschland erwirtschafteten in diesem Zeitraum einen Umsatz von 8,5 Milliarden Euro. Sich in der Gesellschaft einzubringen und diese positiv mitzugestalten, gehört zum Selbstverständnis von dm-drogerie markt. Dazu zählt auch ein respektvoller Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen. So ist dm eines der ersten Unternehmen, das bereits seit 2015 in vielen Märkten auf kostenlose Plastiktüten verzichten. Mit Recyclingboxen für die Kunden sorgt dm-drogerie markt zudem für einen nachhaltigen Verwertungsprozess. Zudem engagiert sich dm seit 2018 im Rahmen des von dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer initiierten Rezyklat-Forums dafür, das Bewusstsein der Verbraucher/innen für Kreislaufwirtschaft zu fördern, um eine sortenreine Trennung der Wertstoffe zu erreichen. Denn dadurch werden langfristig die Recyclingquote sowie der Recycling-Anteil in Produkten und Verpackungen erhöht. Des Weiteren strebt das Forum an, Verpackungen zu reduzieren und schon im Entstehungsprozess neuer Verpackungen darauf zu achten, dass diese recyclingfähig sind, damit sie als Ressource dem Kreislauf erhalten bleiben. In seinen Märkten setzt dm auf eine ressourcenschonende Klimatechnik, die den CO2-Ausstoß um rund 33 Prozent verringert, sowie auf Ökostrom. Einen Einblick in die vielfältigen Nachhaltigkeitsaktivitäten in den unterschiedlichen Bereichen erhalten Sie in unserem “Bericht zur Zukunftsfähigkeit” auf www.dm.de/Nachhaltigkeitsbericht

          Alnatura Produktions- und Handels GmbH
          Alnatura ist Deutschlands Supermarkt mit den zufriedensten Kundinnen und Kunden (Brandmeyer-
          Studie Web-Monitor 2020). Das Unternehmen wurde vor über 35 Jahren von Götz Rehn erdacht und
          konzipiert. Er gründete Alnatura 1984 und ist bis heute Geschäftsführer.
          Aktuell gibt es 138 Alnatura Super Natur Märkte in 64 Städten in 13 Bundesländern. Unter der
          Marke Alnatura werden über 1.300 verschiedene Bio-Lebensmittel produziert. Vertrieben werden
          diese in den eigenen Alnatura Bio-Märkten und europaweit in rund 12.700 Filialen verschiedener Handelspartner. Als eines der ersten Unternehmen ist der Bio-Händler seit Februar 2021 nach dem neuen umfassenden We-Care-Standard für soziale und ökologische Gerechtigkeit entlang der Lieferkette zertifiziert. Alnatura beschäftigt rund 3.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 270 Lernende. Im Geschäftsjahr 2019/2020 erwirtschaftete Alnatura einen Netto-Umsatz von 1,08 Mrd. Euro und damit ein Umsatzplus von 19,6 Prozent zum vorangegangenen Geschäftsjahr.

          Annas Unverpacktes
          Einkaufen ohne Einwegverpackungen und nur in den Mengen, die benötigt werden? Das geht bei
          Annas Unverpacktes! Seit 2015 gibt es Heidelbergs ersten Unverpacktladen. Auf 32m² werden über 150 Bio-Lebensmittel von Aceto Balsamico bis Zucker und ökologische Reinigungs- und Waschmittel angeboten. Zum Sortiment gehören außerdem Kosmetika, Haushaltsartikel und Alltagsprodukte, die dabei helfen müllfrei(er) zu leben. „Unverpackt“ steht bei Annas Unverpacktes aber auch für eine ganzheitliche Strategie, für die unter anderem auch Produkte aus biologischem Anbau, der Blick auf sinnvolle Bündelungen und Transportwege, die Bevorzugung regionaler Quellen, faire Produktionsbedingungen, Produkte für vegetarische und vegane Lebensweise, Ökostrom und Biogas selbstverständlich sind.

          www.annas-unverpacktes.de
          Stadt Heidelberg / Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Heidelberg
          Die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Heidelberg ist zuständig für die Sammlung und die
          Entsorgung von Abfällen und Wertstoffen. Darüber hinaus verwertet sie Bioabfälle und vermarktet selbst erzeugten Kompost. Zum Aufgabenspektrum dieser Einrichtung gehörten auch die Straßenreinigung und der Winterdienst sowie die Abfallberatung für Haushalte und Gewerbebetriebe. Die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Heidelberg versteht sich als ein modernes Dienstleistungsunternehmen. Wesentliche Unternehmensleitlinien sind in dem der Schutz der Umwelt, wirtschaftlich erfolgreiches Handeln, die Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden und nicht zuletzt motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

          #hd4climate: Heidelberg ist Vorreiter beim Klimaschutz
          Heidelberg will seine Vorreiterrolle im Umwelt- und Klimaschutz weiter ausbauen. Das Ziel: Bis spätestens 2050 will Heidelberg klimaneutral sein. Auf seinem Weg dorthin hat Heidelberg im November 2019 einen großen Klimaschutz-Aktionsplan mit den ersten 30 konkreten Vorschlägen
          aufgelegt. Dieser Aktionsplan legt Ziele und Prioritäten innerhalb des „Masterplan 100% Klimaschutz“ fest (www.heidelberg.de/masterplan100). Die Vorschläge betreffen alle Lebensbereiche, von Bauen und Wohnen, Ernährung und Konsum über die naturnahe Stadtgestaltung bis hin zur Mobilität

          Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND)
          Der BUND ist einer der mitgliederstärksten Umweltverbände Deutschlands. Alleine in Heidelberg hat er über 2.000 Mitglieder und ca. 50 ehrenamtliche sowie vier hauptamtliche Mitarbeiter/innen. Ein Schwerpunkt der Arbeit vor Ort liegt in der Jugend- und Erwachsenenbildung. So bietet die Umweltberatung Bürgerinnen und Bürgern Antworten auf ihre Fragen zum Umweltschutz im persönlichen Alltag, zum Artenschutz, zur Energiewende, und berät zum Thema Schadstoffe, Gesundheit und Verpackungsmüll. Der BUND Heidelberg arbeitet in unterschiedlichen Arbeitskreisen als Lobby für die Natur und setzt sich dafür ein, dass Natur in der Stadt erhalten bleibt und Maßnahmen zur Abfallreduktion und für den Klimaschutz getroffen werden.

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              Mannheim. (pd/and). Dass die Corona-Krise bundesweit gravierende wirtschaftliche Folgen haben wird, hat sich schon im letzten Jahr gezeigt. Wie hoch die finanziellen Verluste in diesem und den kommenden Jahren nach derzeitigem Stand ausfallen könnten, hat nun die jüngste Steuerschätzung des zuständigen Arbeitskreises von Bund, Ländern und Kommunen offengelegt. Diese Woche wurden die aktuellen Ergebnisse der Mai-Steuerschätzung bekanntgegeben. Sie unterstreichen deutlich die schwierige finanzielle Lage für die Kommunen als Folge der Pandemie.»

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            • Mannheim – Digitale Kontaktdatenerfassung auch bei Mannheimer Betrieben und Einrichtungen

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              Mannheim. (pd/and). Die Inzidenzwerte sinken aktuell bundesweit. Ab einem stabilen Wert unter 100 sollen Öffnungen in Gastronomie, Kultur und Einzelhandel sowie Sportveranstaltungen wieder möglich sein – und damit auch wieder mehr Begegnungen zwischen Bürgerinnen und Bürgern stattfinden. Um das Pandemiegeschehen in dieser sensiblen Phase weiterhin bestmöglich zu kontrollieren und die Bürgerinnen und Bürger zu schützen, gibt das Land in der aktuellen Corona-Verordnung allen öffnenden Einrichtungen und Betrieben eine Dokumentationspflicht der Kontaktdaten vor. Hierzu hat die Stadt Mannheim jetzt eine Kooperationserklärung zur Verwendung einer Kontaktdatennachverfolgungsapp auf den Weg gebracht.»

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