Hockenheim – Online-Vortrag gibt Tipps über Wildbienen in Hockenheim

        Hockenheim, Bepflanzung Südrinbg-Kreisel,
        v.l.: Nuri Karatarla, Gerhard Heinrich, Hasan Karaca, Elyesa Osmani, Matthias Degen, Stefanie Simonis, Cemil Osmani und Hüseyin Cilgi, Bild: Lenhardt
        Hockenheim/Rhein-Neckar-Kreis/Metropolregion Rhein-Neckar. Wildbienen brauchen heimische Wildpflanzen und abwechslungsreiche Landschaften, um zu überleben. Das erklärte NABU-Artenschutzreferent Martin Klatt bei einem Online-Vortrag am gestrigen Donnerstag. Er ist für al-le, die ihn verpasst haben, ab heute, Freitag, 16. April, online abrufbar. Der Vortrag zeigte auch, wie ´Natur nah dran´-Kommunen wie Hockenheim die-sen Insekten mit naturnahen Blühflächen helfen – und was jede und jeder im eigenen Garten tun kann. Mit folgenden Tipps und etwas Glück summt und brummt es auch bald in Ihrem Garten.

          Vortrags-Aufzeichnung
          Wer den Vortrag verpasst hat, kann die Aufzeichnung ab Freitag, 16. April auch online schauen: www.NABU-BW.de/Wildbienen-Vortrag

          Heimische Pflanzen verwenden
          In Baden-Württemberg leben rund 460 Wildbienen-Arten, die sich über viele Jahrtausende auf die bei uns heimischen Pflanzen spezialisiert haben. Mit gebietsfremden Arten und exotischen Zuchtformen können sie hingegen wenig anfangen. Der NABU zeigt unter www.NABU-BW.de/Pflanzlisten auf einen Blick, welche heimischen Pflanzen und Gehölze wann blühen, wel-chen Standort diese bevorzugen und welche Insekten darauf fliegen. Be-zugsquellen für regionales und giftfreies Saatgut finden sich unter www.NABU.de/Saatgut.

          Blüte von Frühjahr bis Herbst

          Von den ersten Holz- und Sandbienen im Frühjahr bis zur Efeu-Seidenbiene im September sammeln die Wildbienenarten jeweils zu ganz bestimmten Zeitpunkten Pollen und Nektar. Deshalb ist es wichtig, dass im Garten stets etwas für die verschiedenen Arten blüht – vom Winterling im Februar, dem Buschwindröschen im März und April über die Gewöhnliche Nachtviole von Mai bis Juli bis zur Berg-Aster von August bis Oktober. Die meisten Wild-pflanzen überstehen den Winter übrigens problemlos und erfreuen jedes Jahr aufs Neue mit Ihrer Blüte.

          Wildbienen mögen’s ungefüllt und pestizidfrei

          Viele Pflanzen im Baumarkt oder der Gärtnerei haben gefüllte Blüten ohne Staubblätter. Dadurch sind sie besonders bunt, aber Bienen und Hummeln finden hier weder Pollen noch Nektar. In den Einkaufswagen sollten deshalb nur insektenfreundliche Wildpflanzen mit ungefüllten Blüten. Saatgut und Pflanzen sollten außerdem biologisch angebaut sein, denn Pes-tizide sind eine Bedrohung für Insekten. Das gilt natürlich auch für die Pfle-ge im eigenen Garten. Ein naturnaher Garten reguliert sich selbst und kommt ohne Gift aus, Insekten wie Marienkäfer oder Florfliege halten als Nützlinge sogar Blattläuse in Schach. Wer einen Obstbaum im Garten hat, freut sich über bestäubende Erdhummeln und Gehörnte Mauerbienen, die bereits im zeitigen Frühjahr unterwegs sind.

          Wildblumenwiese als Insektenbuffet fürs Frühjahr anlegen

          All diese Tipps lassen sich auch beim Anlegen einer Wildblumenwiese an einer sonnigen Stelle im Garten anwenden. Wer ein echtes Insektenbuffet schaffen möchte, kann noch bis Mitte Mai gebietsheimische Wildblumen-samen aussäen. Wie genau das geht, zeigt eine Video-Anleitung unter www.NABU-BW.de/Wildblumenwiese.

          Auch Hockenheim ist mit dabei

          Das Land Baden-Württemberg hat 2013 seine Naturschutzstrategie verab-schiedet. Darin ist unter anderem das Ziel festgeschrieben, die biologische Vielfalt in Kommunen zu fördern. In diesem Zusammenhang hat das Minis-terium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft gemeinsam mit dem NA-BU-Landesverband im Jahr 2015 das Projekt „Natur nah dran“ gestartet. Gefördert wird das Projekt außerdem im Rahmen der Nachhaltigkeitsstra-tegie des Landes. „Die Stadt Hockenheim wurde zusammen mit 60 weite-ren Kommunen ausgewählt, mit Unterstützung des NABU bis zu fünf Flä-chen naturnah umzugestalten. Die Grünflächen, die im Zuge von ´Natur nah dran´ in Hockenheim in Blühflächen und Wildblumenwiesen umgewandelt wurden, liegen zum Beispiel am Verkehrskreisel Südring/Lußheimer Straße und entlang der Eisenbahnstraße“, berichtet Stadtgärtnermeister Matthias Degen von der Stadtverwaltung Hockenheim.

          NABU-Gartentipps im Internet

          • Pflanzlisten für Wildpflanzen und Gehölze: www.NABU-BW.de/Pflanzlisten
          • Samentüte mit zertifizierten Wildblumensamen und NABU-Tipps be-stellen: www.NABU-BW.de/Samentuete
          • Bezugsquellen für heimisches Saatgut: www.NABU.de/Saatgut
          • Zehn Video-Tipps für einen naturnahen Garten: www.NABU-BW.de/Gartentipps
          • Video-Anleitung zum Anlegen einer Wildblumenwiese: www.NABU-BW.de/Wildblumenwiese
          • Tipps für naturnahe Balkonpflanzen: www.NABU.de/Balkon
          • Tipps zu allen Themen aus dem NABU-Projekt „Blühende Gärten – damit es summt und brummt!“: www.BlühendeGärten.de

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