Mutterstadt – Neue Bäume braucht der Wald

          Kurz vor Ostern haben die Waldarbeiter des Forstreviers ca. 2.100 kleine Bäume im Mutterstadter Wald gepflanzt. Die Maßnahmen waren notwendig, da insbesondere in der Nähe der Walderholung Bäume flächig abgestorben sind. Zum einen waren es Buchen, die abgetrocknet sind und am Wegrand standen, zum anderen ein kleiner Fichtenbestand, der vom Borkenkäfer zerstört wurde. Auf 4 Flächen wurden 2 Zäune errichtet, auf 2 Flächen wurden die Bäume mit Schutzhüllen geschützt.
          Gepflanzt wurde eine große Vielfalt an wärmeliebenden Baumarten. Von heimischen Eichen über Buchen, Linden, Wildkirschen bis zu Wildbirnen ist alles vorhanden. An den Wegrändern pflanzten die Waldarbeiter Straucharten wie die Kornelkirsche, Holunder, Weißdorn, Pfaffenhütchen usw. In kleinen Mengen wurden auch wärme- und trockenheitsliebende Arten wie der Baumhasel, die Robinie oder Zedern gepflanzt.

          Die Gatter sind notwendig, damit die Rehe, die im Wald selten sichtbar aber dennoch aktiv sind, die jungen Bäumchen nicht abfressen oder beschädigen. Die Gatter werden von den Wichernwerkstätten für Behinderte in Speyer gebaut und können, da fast ausschließlich aus Holz, später im Wald verbleiben. Die Schützer aus Plastik sehen zwar nicht gut aus und müssen auch später entsorgt werden, sollen aber durch ein besonderes Mikroklima (Feuchtigkeit und Tau wird aufgefangen und an die Pflanze abgegeben) das Wachstum der Pflanze verbessern. Förster Spang bittet, die Schonungen nicht zu öffnen und nicht zu betreten und auch die Schützer zu belassen. Sie müssen bleiben, bis die Bäumchen dick genug sind, damit sie nicht mehr vom Rehbock „verfegt“ oder abgeschält werden können.

          Bedingt durch die letzten heißen Sommer, ist die Waldkiefer im Mutterstader Wald in starke Bedrängnis geraten. Die Kronen der Kiefern werden trocken und leuchten rot zwischen den noch grünen Kronen. Förster Spang geht davon aus, dass schon über ¾ der Kiefern abgestorben oder zumindest schwer geschädigt sind. Dies ist ein enormer ökologischer und ökonomischer Schaden für den Wald.

          Vielleicht für den nicht so fachkundigen Waldbesucher sofort ersichtlich, hat der Klimawandel massiven Einfluss auf den Wald. Gerade in der warmen Rheinebene. Durch die Temperaturextreme im Sommer, die langen Trockenzeiten, der fehlende Winterniederschlag der letzten Jahre und schon hohe Temperaturen im Frühjahr kommen die heimischen Baumarten in Bedrängnis. Die Kiefer, die sowieso schon auf den trockenen Sandstandorten steht, kann sich kaum noch gegen Mistel, Borkenkäfer, Prachtkäfer und Pilze wehren. Unsere Waldkiefer stammt eher aus dem Norden und wird sich wohl aus unserem Wald in der Rheinebene zurückziehen auf feuchtere, kühlere Standorte. Schlimmer noch ergeht es der Baumart Esche. Durch die Veränderung eines vorher harmlosen Pilzes, steht ihr die totale Vernichtung (ein flächiges Absterben mit wohl nur wenigen „Überlebenden“) bevor. Bedingt durch die höheren Temperaturen laufen biologische Prozesse schneller ab, es kommt zur „Zuwanderung“ von Schadorganismen. Hier spielt die Rheinebene eine besondere Rolle, da aufgrund der Wärme über die burgundische Pforte vom Mittelmeerraum viele wärmeliebende Organismen einwandern können. Das ist früher schon passiert – eine Ausbreitung von Schäden wurde aber meist dadurch verhindert, dass das Regulativ „kalter Winter“ mit z.B. dem Absterben ganzer eingewanderter Insektenarten noch vorhanden war.

          Förster Spang bittet um Verständnis für die notwendigen Maßnahmen. Seit Jahren wird im Mutterstader Wald fast ausschließlich „Schadensbegrenzung“ und notwendige Verkehrssicherung durchgeführt. In diesem Winter gab es zum Beispiel keinen regulären Holzeinschlag. Spang empfiehlt, die jetzt „schlimm“ aussehenden Forstkulturen zu beobachten. Die Natur wird sich schnell ihren Platz zurück erobern. Es wird aber nicht nur wieder grün im Wald, sondern es wächst in den Kulturen ein wertvoller Mischbestand an Samenbäumen für die nächsten Generationen heran.

          Text: Georg Spang

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