Heidelberg – Ausstellung: “hart & weich!” Kontraste in der Angewandten Kunst im GEDOK


        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak/GEDOK Heidelberg) – Sieben Künstlerinnen aus der Sparte der Angewandten Kunst der GEDOK Heidelberg haben sich in unterschiedlicher Weise mit dem Thema „hart & weich“ auseinandergesetzt. Der Reiz des Themas liegt schon in den Kontrasten selbst.

        Ilsemarie Wülfing nähert sich mit einer Gipsplastik dem Thema von der emotionalen Seite. Hier geht es wie bei den Keramikskulpturen von Anita González um menschliche Gefühle wie Liebe und Schmerz. Angelika Karoly und Angelika Wild-Wagner arbeiten mit weichem Ton, der als gebrannte, harte Keramik zum Relief, Objekt oder Gefäß werden kann. In den Foto-und Videoarbeiten von Andrea Lossen geht es um Materie und ihre Veränderung. Ingrid Eckert setzt sich in ihren textilen Wandarbeiten mit Einflüssen auseinander, denen unsere Landschaften unterworfen sind.

        Als Gast der GEDOK Reutlingen macht sich Christine Ziegler die Transformationseigenschaften von weicher Wolle zu festem Filz zunutze und zeigt u.a. eine großformatige Installation. Die Besucher*innen werden spannende und kontrastreiche Entdeckungen in der Ausstellung „hart & weich“ machen können.

        Statements der Künstlerinnen zum Thema „hart & weich“

        Andrea Lossen | Fotografie und Video:
        Wasser und Erde sind meine Ausgangspunkte in der Auseinandersetzung mit dem Thema “hart & weich”. Wasser ist weich und sanft, aber auch kraftvoll. Die Kraft des Wassers kann selbst einen harten Stein zermahlen. Es bleibt der zunächst grobe Sand, der in einen weichen, feinen Zustand übergeht. Mittels Fotografie und Video zeige ich die Zusammenhänge und Kontraste wesentlicher Elemente unserer Erde.

        Angelika Wild-Wagner | Keramik: Für die Darstellung des Themas “hart & weich” wähle ich den Werkstoff Ton und erstelle daraus Gefäße. Zur Gestaltung der Oberfläche präge ich textilartige Strukturen in den noch weichen Ton und entlocke diesem durch spezielle Arbeitsschritte graphische Muster. Beim Formen und Brennen durchläuft der Ton einen transformatorischen Prozess, der die feste, harte Keramik hervorbringt.

        Angelika Karoly | Keramik:

        Da der Ton im gebrannten Zustand hart ist, konzentriere ich mich in meinen Skizzen auf weiche Linien in den Oberflächen eines Objektes – ich nenne es “Schwebende Form”. Plastische Elemente erscheinen in den Reliefs auf der Fläche; ihr weicher Ausdruck bleibt selbst im gebrannten

        Zustand (hart) als tragendes Element erfassbar.

        Anita González | Keramikskulpturen: Ton ist wie das Leben – hart und weich zugleich. Für die Ausstellung “hart & weich“ präsentiere ich die materielle und emotionale Ebene dieses Werkstoffs. Ton ist dehnbar im natürlichen Zustand und fest, wenn er getrocknet und gebrannt ist – wie ein Muskel, der sich anspannt. Meine Reliefs stellen Paare dar, die die Härte der Trennung oder die Unmöglichkeit von Nähe erleben, aber auch die Verschmelzung zu neuer Innigkeit.

        Ilsemarie Wülfing | Kunstkeramik, Skulpturen: Das Thema “hart & weich” hat mich bewogen, eine Skulptur zu zeigen, deren Werkstoff Gips eigentlich konträr zum Ton steht und doch denselben Werdegang durchmachen muss, von weich zu hart. Sie trägt den Titel „Abschied“: Die in sich verschlungenen weichen Linien und Körper symbolisieren widerstreitende Gefühle: Schmerz – hart; Liebe – weich.

        Ingrid Eckert | Wandarbeiten mit dem Schwerpunkt Textil: Das Thema “hart & weich“ hat mich inspiriert, Bilder mit Kontrasten in Form, Farbe und Material zu erstellen. Weiche, genähte und gemalte Landschaften wirken durch Einnähen in Passepartout-Rahmen und teilweises Aufnähen halbtransparenter, harter Materialien in geraden Linien verschleiert, zerschnitten und eingeengt.

        Mit diesen Bildern möchte ich auf die Veränderung unserer Landschaft hinweisen.

        Christine Ziegler | Objekte aus Wolle
        Der künstlerische Transformationsprozess ist für mich ein faszinierender Vorgang, besonders wenn sich dabei das verwendete Material in seiner Haptik und seinen Eigenschaften grundlegend ändert.

        Aus weicher, anschmiegsamer, instabiler Wolle wird durch den Prozess des Filzens etwas faszinierend Anderes: ein harter, rauer, stabiler Werkstoff, in den teilweise in Kombination mit überraschendem Fremdmaterial eine ausdrucksstarke neue Form eingeschrieben wird. Aus weich wird hart, aus Material Kunst.

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