Heidelberg – Welt-Parkinson-Tag: mehr Aufklärung und bessere Therapien!

        Welt- Parkinson-Tag: Bewegungstherapie des SRH Campus Heidelberg.

        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak/SRH Campus Heidelberg) – Am 11. April ist Welt-Parkinson-Tag. Auch 200 Jahre nachdem das Krankheitsbild erstmals beschrieben wurde, gibt es noch keine ursächliche Behandlung dieser Erkrankung. Personalisierte Parkinson-Therapie und Fortschritte in der Ursachenforschung ermöglichen eine Früherkennung und Behandlung.

        Typische Symptome der Parkinson-Erkrankung sind Muskelsteifigkeit und -verspannungen mit veränderter Schrift oder Kleinschrittigkeit, ein Zittern der Hände oder Beine und allgemeine Bewegungsarmut, die sich z. B. in einer ausdruckslosen Mimik zeigt. Aber schon Jahre zuvor treten Symptome auf, die Hinweise auf die Erkrankung sein können. Zu diesen Symptomen zählen nächtliche Unruhe im Schlaf, Riechstörungen, Stimmungsschwankungen oder Verdauungsprobleme. Schreitet der Krankheitsprozess voran, werden Bereiche des Gehirns betroffen, die einen Mangel an Dopamin hervorrufen. Erst jetzt treten die motorischen Symptome in den Vordergrund. Der entstandene Dopamin-Mangel verursacht erhebliche Bewegungseinschränkung. Zusätzlich kommt es nun zur Beeinflussung der Emotionen und des Lernens. Alles was vor Jahren im Alltag selbstverständlich war, wird nun zur Hürde in Familie, Beruf und Freizeit.

        Individuelle Behandlungskonzepte
        Um die Lebensqualität der Patienten in den frühen und auch den späten Stadien der Erkrankung zu erhalten, ist zusätzlich zu einer individuellen medikamentösen Therapie ein multidisziplinäres Team mit Erfahrung in diesem hochspezialisierten Gebiet der Neurologie nötig. Das SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg als Zentrum im bundesweiten Kompetenznetz Parkinson ist ein Teil dieses Teams auf dem SRH Campus. Ärzte, Therapeuten, Pflegende sowie die klinische Sozialarbeit sind in der Akutmedizin oder der Komplexbehandlung für Parkinson-Patienten da. Gemeinsam mit der Fakultät für Therapiewissenschaften der SRH Hochschule Heidelberg werden Patienten stationär und ambulant nach den individuellen Bedürfnissen behandelt.

        In den späten Stadien der Parkinson-Erkrankung werden medikamentöse Therapiekonzepte komplexer. Nebenwirkungen und Wechselwirkungen bei stetig steigendem Bedarf an Medikamenten müssen erkannt und behandelt werden. „In solchen Fällen ist eine individualisierte stationäre Parkinson-Komplextherapie dringend angeraten“, betont Dr. Andreas Becker, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Neurologie am SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg. „Das Parkinson-Kompetenzteam am SRH Campus Heidelberg hat sein ambulantes und stationäres Angebot stetig erweitert und wird es weiter kontinuierlich verbessern. Wir wollen alle Möglichkeiten nutzen, um beste Lebensqualität zu schaffen“, so Becker weiter.

        Das Parkinson-Kompetenzteam am SRH Campus unterstützt die betroffenen Patienten und deren Familien von Beginn der ersten Symptome bis zu den komplexen intensivierten Therapieverfahren wie Pumpensysteme oder die tiefe Hirnstimulation. Sozialmedizinische Beratung und ein umfangreiches Angebot ambulanter Therapien ergänzen das Angebot.

        Die Komplexität der Erkrankung erfordert ein individuelles und effizientes Versorgungskonzept sowohl für den stationären als auch für den ambulanten Bereich. „Die Fortschritte, die wir im stationären Bereich gemacht haben, müssen ambulant dringend erhalten bleiben“, erklärt Anne Drengner, Leiterin der Gesamttherapie am SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg.

        Bewegung für mehr Selbstständigkeit im Alltag
        Parkinson-Patienten für mehr Bewegung zu begeistern, ist ein weiterer Schlüssel in der Therapie. Klassische Krankengymnastik wie Kraft-, Ausdauer- und Gleichgewichtstraining kräftigen die Skelettmuskulatur, stärken das Herz-Kreislaufsystem, verbessern das Gleichgewicht und tragen zur Selbstständigkeit im Alltag bei. „Wir Physiotherapeuten sehen uns als Coaches, die ihren Patienten helfen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen“, erklärt Marilena Marino, fachliche Leiterin der SRH Physiotherapie am Campus und Expertin für Parkinson. „Wenn möglich sollten Parkinson-Betroffene vom ersten Tag der Diagnosestellung an mit Bewegungstherapie, die an ihre Bedürfnisse angepasst ist, beginnen“, empfiehlt Marino. Vor allem mit fortschreitender Erkrankung benötigen die Betroffenen Anleitung, wie sie mit Einschränkungen im Alltag umgehen können. „Freude an der Bewegung spielt dabei eine zentrale Rolle und hilft Parkinson-Betroffenen, einen aktiven Lebensstil beizubehalten“, betont Marino.

        Ein alternatives Konzept, das immer häufiger in der Behandlung von fortschreitendem Parkinson eingesetzt wird, ist die Bewegungstherapie LSVT-BIG (Lee Silverman Voice Treatment). Dabei handelt es sich um das gezielte Üben von Bewegungen mit großem Umfang, um Bewegungsgeschwindigkeit und -ausmaß zu verbessern. So können Patienten lernen, ungenutzte Bewegungsmöglichkeiten bewusst im Alltag einzusetzen. „LSVT-BIG ist ein fester Bestandteil der Leitlinien für die Behandlung der Parkinson-Erkrankung. Die Wirksamkeit von LSVT-BIG gegenüber anderen Bewegungsprogrammen konnte in mehreren Studien bestätigt werden“, erklärt Marino.

        Der SRH Campus Heidelberg – Ein Netzwerk für Parkinson-Patienten
        Der Aufbau eines Netzwerks von Ärzten, Psychologen und Physiotherapeuten kann Parkinson-Patienten unterstützen, ihre Lebensqualität zu erhalten. Aus diesem Grund werden auf dem SRH Campus die therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten für Parkinson-Erkrankte weiter ausgebaut. „Die steigende Zahl der Parkinson-Patienten erfordert ein optimales Versorgungsmanagement“, ist Drengner überzeugt. Die enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Parkinson-Experten ist zukünftig dabei unverzichtbar. „So haben unsere Patienten kompetente Ansprechpartner bei speziellen Fragestellungen direkt vor Ort. Es können unnötige stationäre Einweisungen durch ein schnelles Reagieren vor Ort und kurze Wege zwischen Ambulanz und Arzt vermieden werden”, sind sich Becker, Marino und Drengner in Bezug auf die enge Verzahnung aller Versorgungsbereiche einig.

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