Heidelberg – DKFZ startet Studie zu psychosozialen Belastungen von Krebspatienten während der Corona-Pandemie


        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak/Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg) –
        Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die psychosoziale Gesundheit von Krebspatientinnen und -patienten aus? Diese Frage wollen Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) nun untersuchen. In den kommenden Wochen starten sie dazu eine Befragung von 2400 Krebspatientinnen und -patienten aus Baden-Württemberg zu ihren Erfahrungen mit den Pandemie-bedingten Einschränkungen und Veränderungen.

        Die Corona-Pandemie hat sich weltweit auf die Gesundheitsversorgung ausgewirkt. Um Ressourcen für die Versorgung COVID-19-Erkrankter zur Verfügung zu stellen, wurden andere Versorgungsleistungen teilweise modifiziert, verschoben oder ausgesetzt. Dies betraf und betrifft auch die Versorgung von Krebspatienten, einschließlich der Früherkennung und Nachsorge. Eine Krebsdiagnose geht oft mit Ängsten, Depressionen und weiteren psychischen Beeinträchtigungen einher. Soziale Kontakte und Unterstützung sind bedeutende Ressourcen, um einen Umgang mit der Erkrankung zu finden. Isolation und soziale Beschränkungen dagegen können die Belastung verstärken. Daher ist davon auszugehen, dass die coronabedingten Kontakt- und Besuchsbeschränkungen neben der Angst vor einer Infektion und Unsicherheiten aufgrund etwaiger Therapieverschiebungen auch eine große psychosoziale Belastung für diese besonders vulnerable Personengruppe darstellen. Die Folgen der Einschränkungen der Corona-Pandemie auf Krebspatientinnen und -patienten, z.B. hinsichtlich Versorgung und sozialer Kontakte, wurden bislang kaum beachtet, so der Studienleiter Volker Arndt, Epidemiologe am DKFZ. Gemeinsam mit Psychologen, Gesundheitsökonomen und Mitarbeiterinnen vom Krebsinformationsdienst des DKFZ sollen nun 2400 Krebspatientinnen und -patienten aus Baden-Württemberg zu aktuellen und zurückliegenden Folgen der Corona-Beschränkungen befragt werden.
        Dabei wollen die Forscher Einschränkungen im sozialen und beruflichen Bereich und bei der onkologischen Versorgung erfassen und mögliche damit einhergehende gesundheitliche, emotionale und finanzielle (Mehr)-Belastungen (z.B. Depressionen, Ängste, Lebensqualität, Einkommensverluste) analysieren. Die Rekrutierung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen soll über das Krebsregister Baden-Württemberg erfolgen, das Studienzentrum liegt in der AG Cancer Survivorship am DKFZ. Erste Ergebnisse werden für den Spätsommer 2021 erwartet.

        Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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